Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Teo Gheorghiu bannt den Duende auf CD

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Er ist schwer in Worte zu fassen, doch wer ihn einmal gespürt hat, vergisst ihn nie: «El Duende» bezeichnet in Spanien den Höhepunkt des Flamenco, eine Art Trancezustand von Künstlern und Publikum. Für manche ist er ein Geist oder Dämon, für andere ein Moment höchster Inspiration oder tiefster Erkenntnis. In diesem Sinn beschränkt er sich auch nicht auf den Flamenco, sondern beschreibt allgemein einen Zustand grosser emotionaler Berührtheit in der Kunst.

Als der Pianist Teo Gheorghiu im Sommer 2017 mit dem Velo von seinem damaligen Wohnort London durch Frankreich und Spanien bis nach Marokko fuhr, hatte er vom Duende noch nie etwas gehört. Doch es müsse genau das gewesen sein, was er auf der Reise empfunden habe, erzählt er, vor allem in der Hitze Andalusiens. «Ich war allein unterwegs und spürte die gewaltige Kraft dieser rauen, weiten Natur.» Gheorghiu war von der Natur und der Kultur Spaniens so beeindruckt, dass er nach seiner Rückkehr anfing, sich intensiv mit spanischer Musik zu beschäftigen. Jetzt ist daraus ein Album mit Musik von Enrique Granados, Isaac Albéniz, Claude Debussy, Maurice Ravel und Manuel de Falla geworden – ein Werk, das den schlichten Namen «Duende» trägt.

Ein Werk in Eigenregie

Teo Gheorghiu lebt inzwischen seit über zwei Jahren in der Stadt Freiburg und hat Anfang Jahr ein Studio im Künstlerhaus in Givisiez bezogen. Dort steht auch sein Steinway-Flügel. Das ist für den 28-Jährigen nicht selbstverständlich: In den letzten Jahren habe er sein Instrument aus Platzgründen nie bei sich haben können, sondern es lagern lassen müssen. In Freiburg scheinen der Musiker und sein Instrument jetzt angekommen zu sein – nach Jahren, in denen der gebürtige Zürcher mit rumänischen Wurzeln und kanadisch-schweizerischer Staatsbürgerschaft hauptsächlich in London lebte.

Das spürt man auch auf dem Album «Duende», einem Werk, das ganz die Handschrift von Teo Gheorghiu trägt. Im Gegensatz zu früheren Aufnahmen habe er dieses Mal von A bis Z alles selber bestimmt, erzählt er. So wählte er die Salle de Musique in La Chaux-de-Fonds für die Aufnahmen, engagierte den Tontechniker und die Klavierstimmerin ebenso wie die Illustratorin für das CD-Booklet und schrieb selber die Texte zum Album. «Ich weiss jetzt, was ich will und wie weit ich gehen kann», sagt er. So wolle er auch in Zukunft arbeiten. Dass dies möglich gewesen sei, sei auch der Covid-Pandemie zu verdanken. Dass praktisch alle Konzerte abgesagt worden seien, habe ihm die notwendige Zeit verschafft, um intensiv am Album zu arbeiten. Das Resultat mache ihn stolz und glücklich. «Es ist meine Version des Duende, mein Versuch, ihn klanglich zu verkörpern.»

Musikgenuss für zu Hause

Um den Geist des Duende einzufangen, schuf Gheorghiu bei den Aufnahmen eine Art Live-Situation – ohne Wiederholungen oder Korrekturen. Der Duende sei es auch, was die Werke der fünf Komponisten auf der CD eine, sagt er. Es seien zwar nicht nur spanische Komponisten, aber alle Werke seien von der spanischen Volksmusik geprägt und verkörperten die Emotionen und die Intensität des Duende. Zudem hätten die Komponisten zur gleichen Zeit gelebt, und alle hätten sich gekannt.

Seit Anfang Jahr hat Teo Gheorghiu an dem Album gearbeitet. Jetzt ist er froh, dass es endlich da ist – auch wenn man heute mit CDs nicht mehr viel verdienen könne. Trotzdem lohne es sich, in qualitativ hochwertige Aufnahmen zu investieren. «Es gibt immer noch Menschen, die ein gutes Klangerlebnis zu Hause zu schätzen wissen.» Gerade jetzt, wo der Live-Musikgenuss stark eingeschränkt sei, sei dies wichtig. Gheorghiu plant denn auch schon die nächsten Aufnahmen: «Duende» sei das erste Album einer Vierer-Serie, die von der klassischen Volksmusik geprägt sein soll. Nach dem Süden sollen die nächsten drei Alben in den Norden, Westen und Osten führen.

Nichts geht über Live-Konzerte

Und natürlich hofft Gheorghiu wie alle Künstlerinnen und Künstler auf eine baldige Verbesserung der gesundheitlichen Lage. Keine Konzerte geben zu können, sei für ihn das Schlimmste gewesen: «Vor Publikum zu spielen, ist das Schönste und Wichtigste an der Musik. Dieses Live-Erlebnis ist durch nichts zu ersetzen – weder für die Musiker noch für das Publikum.» Er sei froh, dass jetzt – wenigstens in einigen Kantonen und vor kleinem Publikum – wieder Konzerte möglich seien, so auch die Vernissage von «Duende» in der Druckerei Baden. In den kommenden Monaten stünden einige Konzerte in seiner Agenda, etwa in der Elbphilharmonie in Hamburg. «Ich weiss nicht, was am Ende wirklich stattfinden wird, und lasse es einfach auf mich zukommen. Ich bleibe flexibel, lebe im Moment – und vertraue darauf, dass wieder bessere Zeiten kommen.»

Die CD «Duende» ist bei Claves Records erschienen und ab sofort im Handel erhältlich oder direkt bei Teo Gheorghiu unter www.teogheorghiu.net

Zur Person

Von London nach Freiburg

Teo Gheorghiu wurde 1992 in Männedorf ZH geboren und lebte ab seinem neunten Lebensjahr in London, wo er die Purcell School, ein Internat für musikalisch hochbegabte Kinder, besuchte. Er gewann schon in jungen Jahren zahlreiche Preise und gab 2004 sein Debüt in der Tonhalle Zürich. In der Schweiz ist er einem breiten Publikum aus dem Film «Vitus» von Fredi M. Murer bekannt, in dem er als Zwölfjähriger ein musikalisches Wunderkind spielte. Teo Gheorghiu lebt heute mit seiner Freiburger Partnerin in der Stadt Freiburg. In seiner Freizeit fährt er Velo, spielt Fussball und sucht auf Reisen nach Inspirationen in der Welt der Volksmusik.

cs

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen

Mehr zum Thema