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Tigers überfahren harmlose Drachen

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Tigers überfahren harmlose Drachen

Junior Joël Sassi einziger Gottéron-Torschütze bei der 7:1-Niederlage in Langnau

Nach dem kurzen Altweibersommer-Hoch gegen Kloten und Lugano folgte für Gottéron bei der 7:1-Niederlage in Langnau am Samstagabend postwendend wieder die Ernüchterung. Anders die SCL Tigers, die dem 1:1 in Bern einen klaren und verdienten Heimsieg gegen ein allerdings schwaches Freiburg folgen liessen.

Von KURT MING

Nichts Neues bei Gottéron. Wenn Freiburgs Ausländer wie in Langnau nicht treffen, herrscht im Angriff des Popichin-Teams meistens tote Hose. Der immer ratloser werdende Russe hatte schon am Vorabend nach dem kräfteraubenden Spiel gegen Lugano böse Vorahnungen gehabt, als er trocken meinte, er müsse seine besten Spieler zu stark forcieren. Und in der Tat, Hentunen und Co. fehlten in der Ilfishalle 24 Stunden später der nötige Saft, um sich gegen die motivierten und zweikampfstärkeren Emmentaler durchzusetzen. Dazu kommt laut dem Chef an der Bande noch ein akutes Centerproblem. Seit Montandon fehlt, spielen nicht nur seine beiden Flügel Howald und Schneider um Klassen schlechter, von den Sturmreihen zwei bis vier geht offensiv praktisch keine Gefahr aus. Dafür werden spätestens Ende Saison Direktor von Mentlen und VR-Präsident Laurent Schneuwly den Kopf hinhalten müssen, wenn man die Negativspirale nicht noch umbiegen kann. Während bei praktisch allen anderen Klubs unter dem Strich Massnahmen im sportlichen Bereich getroffen werden, schläft man beim HC Freiburg/Gottéron weiterhin den Schlaf des Gerechten. Mit dem Ergebnis, dass die eigene Mannschaft immer mehr in den Abstiegsstrudel hinein-fällt.

Wiederum sieben Gegentore

Was in Kloten dank dem Aufbäumen der Ausländer und einem miserablen Gegner noch zu Punkten reichte, blieb in Langnau einmal mehr Utopie. In dieser Zusammenstellung wird es Freiburg in dieser Saison auswärts kaum zu Siegen reichen. Das Potenzial der Mannschaft ist ganz einfach zu bescheiden. SCL-Coach Jim Koleff hatte seinem Team ein ganz einfaches taktisches Konzept auferlegt, um diesen Vierpunktematch für sich zu entscheiden. Er liess den Zweiwegcenter Jeff Shantz auf Freiburgs Paradeblock spielen, und schuf sich sogar in diesem Vergleich ein Plus. Und bei den anderen drei Angriffen konnte Freiburg nicht mithalten. Trotz Lintner (minus 3 Bilanz) und Rhodin gabs wiederum sieben Gegentore, so kann man un-möglich punkten. Kam noch dazu, dass der einzige Treffer durch Nachwuchsspieler Joël Sassi erst beim Stande von 5:0 im letzten Drittel fiel, als der Match längst gelaufen war. Einzig bis zum 2:0 nach einer Viertelstunde konnte der Gast das Spiel optisch offen halten, aber in dieser wichtigen Phase vergaben Wirz und Karlberg alleine vor Gerber gute Chancen zu einer möglichen Führung. Und einzig dies hätte wohl die Saanestädter an diesem Abend im Spiel gehalten.

Langnau mit starkem Goalie Gerber

Konnten am Vorabend die Drachenstürmer noch vom einen oder anderen Flop von David Aebischer und seiner Luganoabwehr profitieren, so traf man in der Ilfishalle auf einen glänzend aufgelegten Dinu Gerber, der wie im Derby gegen den SCB wiederum fehlerfrei aufspielte. Dazu ging die Kontertaktik der Berner optimal auf. Als der HCF nach dem Powerplaytreffer von Heward (15.) immer offensiver wurde, fanden die blitzschnell konternden Langnauer den Platz, um die entscheidenden Tore im zweiten Drittel zu erzielen. Und in dieser Phase deckten die Tiger ihr offensichtlich vorhandenes Potenzial endlich einmal auf. Spieler wie Burkhalter, Monnet oder Steiner fehlen ganz einfach im Aufgebot von Trainer Popichin. Und Abwehrhaudegen Thomas Rhodin nervte sich nach dem Match böse über die mangelnde Unterstützung seiner Stürmer: «Jeder wollte unbedingt vorne ein Tor schiessen, und so standen wir hinten gegen die in Überzahl angreifenden Langnauer manchmal bös im Schilf.» Kam noch dazu, dass Goalie Mona nicht gerade seinen besten Abend erwischte. Aber bei einem 7:1 ist selten nur der Goalie Schuld an einer Niederlage.

Abstiegskampf
wird immer verbitterter

Optimistischte Gottéron-Anhänger werden wohl sagen, der Playoff-Strich ist nach zehn Runden nur zwei Zähler weg, und Meister Bern hat auch erst acht Punkte auf dem Konto, aber die Lage hat sich für Freiburg an diesem Wochenende nochmals verschlechtert. Und Besserung ist beim kommenden Programm mit zwei Spielen innert zwei Tagen gegen Leader ZSC Lions auch nicht unbedingt in Sicht. Dies vor allem weil Kloten unter seinem neuen Trainerduo plötzlich punktet, und sich Konkurrent Langnau mit NHL-Profi Tim Connolly verstärkt. Einzig in Freiburg bleibt offenbar alles beim Alten. Grosse Frage bei den Kennern der Hockeyszene: Was bringt den Drachen im Moment mehr. Ein neuer Trainer oder vielleicht doch ein zusätzlicher ausländischer Stürmer. Denn sieben Gegentore kann man auch mit Schweizer Verteidigern einkassieren. Trainer Popichin sprach nach dem Match tief enttäuscht vom besten Saisonspiel der Langnauer bisher. Nichts sagen wollte er offensichtlich darüber, dass seine Boys den Langnauern an diesem Abend das Siegen nicht allzu schwer gemacht hatten.
Langnau – Freiburg 7:1 (2:0, 3:0, 2:1)

Ilfis. – 4872 Zuschauer. – SR: Peer, Simmen/Sommer.
Langnau: Martin Gerber; Astley, Heward; Patrick Sutter, Stettler; Aegerter, Schirjajew; Steiner, Shantz, Murovic; Savoia, Monnet, Marcel Moser; Lachmatow, Burkhalter, Trevor Meier; Grogg, Bastl, Fröhlicher; Sigrist.
Freiburg/Gottéron: Mona; Lintner, Rhodin; Lukas Gerber, Studer; Berger, Marquis; Haldimann, Birbaum; Benjamin Plüss, Karlberg, Hentunen; Berthoud, Wirz, Sprunger; Howald, Geoffrey Vauclair, Schneider; Sassi, Schümperli, Zbinden.
Tore: 12. Fröhlicher (Lachmatow, Aegerter) 1:0. 15. Heward (Monnet, Astley/Ausschluss Howald) 2:0. 31. Savoia (Trevor Meier) 3:0. 38. Schirjajew (Lachmatow, Burkhalter) 4:0. 39. Patrick Sutter (Burkhalter, Schirjajew/Ausschluss Berger) 5:0. 42. Sassi (Schümperli) 5:1. 47. Shantz (Heward/Ausschluss Rhodin) 6:1. 53. Sigrist (Shantz) 7:1.
Strafen: je 6-mal 2 Minuten.
Bemerkungen: Langnau ohne Ançay, Oliver Tschanz (beide verletzt) und Hirsch (überzählig), Freiburg ohne Montandon (verletzt). – Time-out Freiburg (31.). – Pfostenschuss Shantz (53.). – Wahl zu den besten Spielern: Gerber und Lintner.

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