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«Tinguely brachte das Hasten in mein Leben»

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Autor: Carole Schneuwly

Als sich 1957 die beiden Künstler Bernhard Luginbühl und Jean Tinguely kennenlernten, trafen zwei verwandte Seelen aufeinander: zwei Querdenker, zwei Energiebündel, zwei durch und durch kreative Menschen, die sich fortan gegenseitig beeinflussten und anstachelten. «Kaum lernte ich Jean Tinguely in Bern kennen, kam das Hasten in mein Leben», schrieb Bernhard Luginbühl in seinen «jeantinguelytagebuchnotizen». «In kurzer Zeit wollte Jean Tinguely mir das Gemütliche aus meinem Leben entfernen, Pausen gab es nun nicht mehr, alles, was er bei mir sah, wollte er zu Kunst machen.»

Werke im Dialog

Dabei ist der heute 81-jährige Luginbühl selbst ein Rastloser, einer, der fast pausenlos arbeitet, ständig neue Einfälle hat, sich selten zufrieden gibt und bis heute eine schier unglaubliche Menge an Werken geschaffen hat. Diese reichen von seinen imposanten Eisen- und Holzplastiken und seinen berühmten «Verbrennungen» über zahllose Zeichnungen und Druckgrafiken bis zu Filmen und Texten.

«Er hat einfach zu viele Ideen», so bringt es Bernhard Luginbühls Sohn Brutus auf den Punkt. Einen Einblick in das umfangreiche Schaffen Luginbühls und in seine Freundschaft mit Jean Tinguely gibt nun eine Ausstellung im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle in Freiburg. Die Schau, die in enger Zusammenarbeit mit Bernhard Luginbühl und seiner Familie entstand, verfolge ein doppeltes Ziel, sagte die Ausstellungsverantwortliche Caroline Schuster Cordone am Dienstag vor den Medien. Zum einen wolle sie das besondere Verhältnis zwischen Luginbühl und Tinguely beleuchten, zum anderen sei sie eine Hommage an das vielseitige Schaffen des Berner Künstlers. Die Ausstellung ist so konzipiert, dass die temporär ausgestellten Werke Luginbühls mit Tinguelys Werken aus der Dauerausstellung in Dialog treten.

So steht gegenüber von Tinguelys «Altar des westlichen Überflusses und des totalitären Merkantilismus» Luginbühls «Ross-Altar». Dieser war durchaus von Tinguelys Altar beeinflusst, doch zeigt die Gegenüberstellung der beiden Werke auch die Unterschiede zwischen den Künstlern. So funktioniert Luginbühls Maschine mit einem einzigen Motor und bewegt sich völlig geräuschlos, während es bei Tinguely nicht genug rattern und knattern konnte.

Gemeinsame Arbeiten

Die Ausstellung zeigt ebenfalls mehrere gemeinsame Arbeiten Luginbühls und Tinguelys, so etwa die grosse Holzskulptur «Flügelmutter» oder drei Kupferradierungen, an denen die beiden abwechslungsweise arbeiteten und die erstmals öffentlich zu sehen sind. Pläne und ein Film zeugen vom gemeinsamen Projekt «Cocrodrome» zur Eröffnung des Centre Georges Pompidou in Paris. Briefe und Postkarten, die selber kleine Kunstwerke sind, sowie Fotografien lassen die Freundschaft der beiden Künstler für die Besucher der Ausstellung lebendig werden.

Eine Auswahl an Zeichnungen und Druckgrafiken zeigt, dass Luginbühl auch in diesen Bereichen vor Ideen überschäumt. Und dass er auch als Achtzigjähriger immer noch am liebsten grosse Dimensionen hat, wird schon vor dem Eingang des Espace deutlich, wo zum ersten Mal zwei monumentale Skulpturen aus den Jahren 2006 und 2007 zu sehen sind.

Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle, Murtengasse 2, Freiburg. Vernissage: Do., 25. November, 18.30 Uhr. Bis zum 27. März. Mi., Fr., Sa. und So. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr.

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