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Töne für die Nachwelt

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Wer Texte, Töne oder Bilder schafft, tut dies meist mit Blick auf das Publikum von heute. Oft sind sich Urheber aber nicht bewusst, dass ihre Werke auch in fünfzig oder hundert Jahren noch von Interesse sein könnten und dass es sie entsprechend zu bewahren gilt. Dokumente aus dem Kanton Freiburg zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist eine der Hauptaufgaben der Kantons- und Universitätsbi­bliothek Freiburg.

Diese nutzt diesen Samstag den Welttag des audiovisuellen Erbes, um das Publikum speziell auf die Bedeutung des Erhalts von Tondokumenten aufmerksam zu machen. «Wir wollen die Leute dafür sensibilisieren, dass es wichtig ist, auch diese Art von Dokumenten zu sammeln und zu sichern», sagte Silvia Zehnder-Jörg, Leiterin der Freiburger Sammlungen und der kulturellen Aktivitäten der Bibliothek, gestern vor den Medien.

Eine Sammlung von Partituren

Zusammen mit dem Verein Musica Friburgensis, der 2006 aus dem Fonds Joseph Bovet hervorgegangen ist und sich dem Erhalt von Freiburger Tondokumenten widmet, lanciert die Kantons- und Universitätsbibliothek im Rahmen des Spezialtages einen Appell zur Sammlung von Freiburger Partituren. Es geht dabei vor allem um die Vielzahl von Kompositionen, die ausserhalb des offiziellen Verlagswesens entstehen. «Es ist kaum möglich, einen Überblick über alle diese Werke zu haben», sagte Serge Rossier, Projektleiter von Musica Friburgensis. Der Aufruf richte sich darum an alle Komponisten, Dirigenten, Vereine und Institutionen, die Partituren in ihren Schubladen hätten. «Diese Werke sind Teil des Freiburger Kulturerbes, und wir möchten so viele wie möglich sammeln und zugänglich machen.»

Tatsächlich besteht im Kanton Freiburg sogar die Pflicht, von gedruckten und audiovi­suellen Dokumenten ein Exem­plar zur Archivierung abzugeben: Seit 1974 gibt es die so­genannte Pflichtabgabe, das «Dépôt légal» nach französischem Vorbild. Neben Freiburg kennen in der Schweiz nur die Kantone Genf und Waadt dieses System – und nur in Freiburg umfasst das Gesetz nicht nur schriftliche, sondern auch audiovisuelle Dokumente. Für die Sammlung ist die Kantons- und Universitätsbibliothek zuständig, welche die Dokumente zur Langzeitarchivierung in einem geschlossenen Magazin unterbringt. In der Regel kauft die Bibliothek weitere Exem­plare ein, die für das Publikum zugänglich sind.

Doch Silvia Zehnder-Jörg betont: «Es werden sehr viele Sachen produziert, von denen wir gar nichts wissen.» Das betreffe besonders die Musik: «Viele Künstlerinnen und Künstler wissen nichts von der Pflicht­abgabe.» Das gelte es zu ändern, sagt auch Serge Rossier. «Wir wollen das Bewusstsein wecken, dass es einen zentralen Ort wie die Kantons- und Universitätsbibliothek braucht, wenn man einen breiten Zugang zu diesen Dokumenten sichern will.»

Vorträge und Stände

Für diesen Samstag haben die Kantons- und Universitätsbibliothek und Musica Friburgensis darum ein vielseitiges Programm unter dem Motto «Freiburg gibt den Ton an» zusammengestellt (siehe Kasten). «Wir wollen zeigen, welche historische Bedeutung das audiovisuelle Kulturerbe hat», so Serge Rossier. Auf dem Programm stehen zum einen Vorträge, etwa über die Geschichte der Radioübertragung, über die Inventarisierung der Werke von Freiburger Komponisten oder über ein aktuelles Archivierungsprojekt von Radio Freiburg/Fribourg. Zudem können die Besucherinnen und Besucher an Ständen unter anderem alte und neue Tonträger entdecken, ein neues Streaming-Projekt der Kantons- und Universitätsbibliothek kennenlernen oder sich über die Pflichtab­gabe informieren.

Programm

«Freiburg gibt den Ton an»

Der Welttag für audiovisuelles Erbe vom Samstag, 27. Oktober, steht in der Kantons- und Universitätsbibliothek unter dem Motto «Freiburg gibt den Ton an». Von 9.30 bis 15 Uhr gibt es Vorträge und Informationsstände rund um den Erhalt und die Aufarbeitung von Tondokumenten. So spricht Serge Rossier über das Freiburger Tonkulturerbe (9.30 Uhr), und Romain Jurot gibt einen Einblick in die Inventarisierung der musikalischen Sammlungen (11 Uhr).

cs

Details: www.fr.ch/kubf

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