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Top und Flop am Estival 07

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Morcheeba am Schlussabend in Estavayer

Autor: Von UELI STRASSER

Nordiren haben scheints Humor – oder keinen Geschmack. Sonst würden «The Answer» nicht als Led-Zeppelin-Soundalikes durch die Clubs tingeln und so tun, als ob Hardrock noch am Leben wäre. Deftige Holzhammerriffs mit dem kreischsingenden Cormac Neeson als langmähnigem Bühnenderwisch – das macht zweifellos Spass. Wenn auch nur für die Dauer eines Eröffnungskonzertes auf der Hauptbühne – bis alle genug gelacht haben.Trendigeren Kalibers sind die Londoner «Infadels». Sie haben mit ihrer Mischung aus Discobeats und treibenden Gitarren geholfen, die heute donnernde «New Rave»-Lawine loszutreten. Sänger Bnann betätigt sich als Vorturner im Adidas-Jäckchen. Stimmlich hat er zwar nicht allzu viel zu bieten, dafür heizt er die Stimmung auf wie der Einpeitscher im Fitness-Center. Auch das macht Spass, vielleicht noch bis zum Ende des Jahres, wenn der nächste Trend aus England aufs Festland rüberschwappt.

Dauerbrenner Morcheeba

Zweifellos länger haltbar ist die Musik von «Morcheeba»: Sphärischer Sound zu trippigen Beats sind seit zwölf Jahren ihr Markenzeichen. Kein Wunder, wurde die Band zu Zeiten von Triphop in dieselbe Kiste gepackt wie ihre Landsleute von «Portishead» oder «Massive Attack». Während die Gebrüder Paul und Ross Godfrey als Songwriter das Skelett der Musik bildeten, waren die Seele und das Herz lange Zeit von der Sängerin Skye Edwards besetzt. Als diese 2004 das Mikrofon an den Nagel hängte, mussten die Fans um den Weiterbestand ihrer Band fürchten. Nicht zu Unrecht, wie das folgende (schwache) Album «The Antidote» zeigte. Bereits für die anstehende Live-Tour wurde Notnagel Daisy Martey nämlich wieder ersetzt durch die in Paris wohnhafte Jody Sternberg, welche auf der Bühne bis heute die Stimme der Godfreys spielt.

Das Elfchen und der Trunkenbold

Sternberg tanzt im roten Kleid wie ein Elfchen über die Bühne und hat durch ihre Französischsprachigkeit leichtes Spiel beim Publikum. Und auch stimmlich kann sie Edwards‘ riesige Fussstapfen ausfüllen. «The Sea», Opener vom Durchbruch-Album «Big Calm», macht den Anfang und legt eine betörende Schwere auf das Festgelände. Im Repertoire sind Titel aus der ganzen Bandgeschichte und mit den wunderschönen «Enjoy the Ride» und «Run Honey Run» gibt es Appetithäppchen vom 2008 erscheinenden Album «Dive Deep».Im Vergleich mit den manchmal plattgeschmirgelten Studioaufnahmen atmen die Songs auf der Bühne, und Ross Godfrey darf zeigen, dass er ein fähiger Gitarrist ist. Einzig Paul Godfrey zeigt hinter seinen Turntables in sturzbesoffenem Zustand leichte Anzeichen von Grössenwahn («We are what makes Great Britain great») und ruiniert mit seinen dauernden Zwischenrufen beinahe die Stimmung. Im Laufe der Zugaben «Be yourself» und «Rome wasn’t built in a day» mutieren Morcheeba noch fast zu einer Rockband und machen lautstark klar, dass mit ihnen noch zu rechnen ist.

Massenauflauf am 1. August

Rund 5000 zahlende Zuschauer haben das Estival Open Air in Estavayer dieses Jahr besucht. Dies könnte knapp reichen um mit einer ausgeglichenen Rechnung abzuschliessen. Knapp die Hälfte der Eintritte gehen auf das Konto des «französischen» Abends mit Julien Clerc, Rose und Tété. Bei den Gratiskonzerten vom 1. August wurden die Veranstalter förmlich überrannt: Rund 10 000 Personen habe man auf dem Areal am See empfangen.

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