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Tore in eine andere Welt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Tore in eine andere Welt

Autor: Carole Schneuwly (Text) und Aldo Ellena (Bilder)

Seine Kindheit verbrachte er im Libanon und seine Jugendjahre in Zürich, ehe ihn Militärdienst und Studium nach Freiburg führten, wo er noch heute lebt und arbeitet. Doch zu Hause ist Hafis Bertschinger auf der ganzen Welt. Der 77-Jährige, der sich selber als «Nomadenkünstler» bezeichnet, hat im Laufe seines Lebens alle Kontinente bereist, oft auf abenteuerliche Weise.

Die unzähligen Eindrücke und Erfahrungen, die er dabei sammelte, hat er in seiner Kunst festgehalten, in Bildern, Skulpturen und Installationen. Und seine vielen Bekanntschaften führten zu multikulturellen Kunstprojekten. So lud er im vergangenen Sommer eine Gruppe japanischer Künstlerinnen und Künstler zu einer Ausstellung in den Botanischen Garten Freiburg; dieses Jahr wird er an gleicher Stätte eine amerikanische Künstlerfreundin vorstellen.

Stumme Kritik

Hafis’ Vielseitigkeit, seine Erfahrungen und Erlebnisse, seine Tiefgründigkeit und sein Witz und nicht zuletzt seine internationalen Beziehungen kommen auch in seiner aktuellen Ausstellung im Schloss Greyerz zum Ausdruck. Die umfassende Schau ist eigens für das Schloss entstanden und von diesem inspiriert. «Dieses Projekt machen zu dürfen, ist für einen alten Klaus wie mich eine wunderbare Sache», so Hafis. «Es ist eine Art Résumé, ein Abschied.»

Seine ehrliche Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit, mit Übergängen und Passagen schlägt sich vor allem in der Installation «Übergang ins Unermessliche» im Gewölbten Saal nieder. Grossformatige Acrylgemälde auf Holz beherrschen die Wände: Die «Splashes», wahre Farbexplosionen, wirken wie Tore in eine andere Welt. Holzskulpturen, entstanden in Marokko mit der Hilfe ortsansässiger Schreiner, symbolisieren Attribute der Macht: Türme, Wächter, ein Doppelthron, die sich in stummer Kritik an alle Potentaten dieser Welt richten, deren ständiger Kampf um Macht und Geld für Hafis unbegreiflich ist. Abgerundet wird das Ganze durch einen Vlies-Baldachin, der dem Saal eine sinnlich-verträumte Atmosphäre verleiht und ihn, so formuliert es Hafis, zum «Wunderraum» macht.

Freunde und Familie

Das Symbol der Tore taucht ebenfalls in der pavillonartigen Skulptur «Die zwölf Pforten» im Innenhof auf. Sie besteht aus zwölf beweglich montierten, in hellen und dunklen Tönen bemalten Keramikplatten. Die Platten – jede einzelne ist 1,80 Meter hoch und 100 Kilo schwer – stammen aus einer Fabrik in Dubai. Auch dort hat Hafis Freunde, die ihm bei Finanzierung, Herstellung und Transport geholfen haben.

In den Aussenhöfen finden sich grosse, filigrane Metallskulpturen, die sich harmonisch ins Gelände fügen. Sie erinnern an Türme, Sturmleitern oder Steinschleudern und nehmen so das Schloss-Thema auf. Wie der Pavillon im Innenhof entstanden sie in Zusammenarbeit mit Hafis’ Sohn Kim Bertschinger, einem Metallbautechniker. Auch das ist die Geschichte einer Beziehung: Es sei nicht immer einfach gewesen zwischen ihm und seinem Sohn, sagt Hafis, aber dass er diese Arbeiten mit ihm habe realisieren können, sei ein weiterer Traum, der in Erfüllung gegangen sei.

«Wir sind alle Ameisen»

Nebst den grossformatigen Arbeiten, welche die Ausstellung beherrschen, findet sich im Arsenal eine Auswahl kleinerer Werke aus den Siebzigerjahren bis in die Gegenwart. Sie zeugen von der Kontinuität in Hafis’ Schaffen und von seiner ungebremsten Kreativität.

Zwar sei es eine Freude gewesen, die grossen Skulpturen im Freien zu schaffen, so der Künstler, doch ob gross oder klein spiele letztlich keine Rolle: «Grösse ist relativ, denn in diesem Universum sind wir sowieso alle Ameisen.» Eigentlich hätten wir Menschen nichts verstanden, meint der Philosoph Hafis. «Aber wir Künstler haben einen Ausweg: Wir müssen nichts erklären.»

Schloss Greyerz. Bis zum 24. Oktober. Täglich 9 bis 18 Uhr. Details unter: www.schloss-greyerz.ch.

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