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TPF-Schulbus kracht in ein Bauernhaus

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Um 7.30 Uhr fährt der Schulbus der Freiburger Verkehrsbetriebe TPF bei der Haltestelle Grenilles jeweils los. Gestern aktivierte der Chauffeur wie gewohnt den Automatismus, um die Türen zu schliessen. Doch die Jugendlichen, die auf dem Schulweg in die Orientierungsstufe OS Farvagny waren, blockierten die Eingänge. Sie stiegen ein und aus, blieben auf den Eingangstreppen stehen. Der Chauffeur stieg aus, um sie in den Gelenkbus zu treiben. Die Jugendlichen stiegen ein, die Türen schlossen sich und der Bus rollte mit rund 80 Kindern an Bord los, ohne dass der Chauffeur aber wieder einsteigen konnte. Gleich nach der Haltestelle führt die enge Strasse steil nach unten. Nach gut zwanzig Metern wurde die Fahrt jedoch bereits aufgehalten: Der Bus kam von der Strasse ab und prallte in ein Bauernhaus.

«Ich lag noch im Bett und hörte einen lauten Knall, dann Kinderstimmen», sagte Paul Meyer, der im Haus wohnt, gegenüber den FN. Da das Haus an einem Hang liegt, ist der Bus in den Estrich gefahren, direkt über die Küche von Paul Meyer. «Die Decke ist beschädigt.» Die Struktur des Bauernhauses ist schadhaft. Ob das Haus einsturzgefährdet ist, klärten Spezialisten gestern ab. Aufgrund der Schäden kann der Bewohner vorerst nicht in seine Wohnung zurückkehren.

Sechs Ambulanzen

Im Bus war die Angst gross. Doch zeigte sich: Niemand war schwer verletzt. Sechs Ambulanzen waren im Einsatz und kümmerten sich um die Zwölf- bis Sechzehnjährigen aus Posieux, Ecuvillens, Corpataux-Magnedens, Posat und Grenilles. Die Sanitäter haben rund dreissig Kinder vor Ort untersucht. Zwölf Kinder mussten in Spitalpflege gebracht werden. «Es handelt sich um harmlose Verletzungen», sagte Polizeisprecherin Donatella Del Vecchio. Die Jugendlichen hätten vor allem Beschwerden im Nacken- und Halsbereich. Auch das Freiburger Spital bestätigte später, dass es zu keinen schwereren Verletzungen kam.

Jugendliche unter Schock

Die anderen Kinder wurden mit zwei Ersatzbussen in die Schule gebracht. An einen normalen Schulbetrieb war in der OS Farvagny gestern jedoch nicht zu denken. Viele Jugendliche standen unter Schock, einige wurden von den Eltern abgeholt. Andere zogen sich in die Aula zurück, wo sich ein Mediations-Team um sie kümmerte. Als sie am Mittag mit dem Schulbus nach Hause fuhren, war nebst dem Fahrer ein weiterer TPF-Angestellter an Bord – damit der Fahrer in jedem Fall hinter dem Steuer sitzen bleiben konnte.

Ein Sicherheitssystem sorgt dafür, dass ein Bus nicht losfahren kann, wenn die Türen geöffnet sind. «Als die Türen sich schlossen, wurde dieser Automatismus aufgehoben», sagte ein TPF-Angestellter den FN vor Ort (siehe Kasten). Die Strasse zwischen Farvagny und Grenilles war zwischen 7.30 Uhr und Mittag für den Verkehr gesperrt.

 

 

TPF: Der Buschauffeur fährt bis auf Weiteres nicht

D em Chauffeur des verunfallten Busses gehe es nicht gut, sagte TPF-Direktor Vincent Ducrot gestern Abend an einer Pressekonferenz der Verkehrsbetriebe. Die Befragung des Chauffeurs zum Unfallhergang sei Sache der Polizei, so Ducrot, die TPF stünden ihm aber zur Seite. In diesem schockartigen Zustand würde der Chauffeur vorderhand nicht fahren, erklärte der Direktor weiter. Nach einem Unfall würden Fahrer normalerweise erst durch anderes Personal begleitet. Gemäss Ducrot arbeitet der 60-jährige Fahrer seit 22 Jahren bei den TPF, ohne dass es je ein Problem gegeben habe.

Weiter sagte Vincent Ducrot, dass die TPF Sensibilisierungsprogramme mit Schulbussen bei den Orientierungsschulen durchführten. Gerade am Schulanfang finde in den Bussen oft ein Hierarchiegerangel unter den Schülern statt. Diese Präventionsaktion führten die TPF vor einer Woche an der OS in Farvagny durch. uh

Untersuchung: Die Handbremse im Fokus

Z um jetzigen Zeitpunkt bleiben viele Fragen offen, da eine Untersuchung über den Unfallhergang erst eröffnet wurde, sagte TPF-Sprecher Martial Messeiller zu Beginn einer Pressekonferenz gestern Abend.

Das Unternehmen informierte, dass es sich beim Unfallfahrzeug um einen Gelenkbus mit drei Türen handelte. Gestern stieg der Chauffeur aus, weil die hinterste der drei Türen blockiert war. Warum die Tür blockierte, wisse man noch nicht, so TPF-Direktor Vincent Ducrot. Es sei aber nicht aussergewöhnlich, dass ein Chauffeur aussteigt, wenn es Probleme bei einer Tür gibt. Auch sei es üblich, den Motor dabei laufen zu lassen.

Gemäss Ducrot weist der Bus drei Bremssysteme auf: das erste sei mit den Türen gekoppelt, das zweite sei eine Handverriegelung und das dritte die Handbremse.

Während es bei den ersten beiden Systemen Luft braucht, um zu bremsen, ist bei der Handbremse Luft nötig, um sie zu lösen. Da der Bus beim Schliessen der Tür losfuhr, hat das erste System erwiesenermassen funktioniert. Zentrales Element der Untersuchung sei deshalb die Handbremse. Man prüfe nun, ob die Handbremse nicht gezogen, oder ob sie schadhaft war, so Ducrot.

Gemäss TPF ist das Fahrzeug 1996 in Betrieb genommen worden und seither 583 000 Kilometer gefahren. Am 12. April 2012 wurde der Bus geprüft. Er weist eine Kapazität von 148 Fahrgästen auf: 70 Sitz- und 78 Stehplätze. Mit 80 Schülern besetzt hat der Bus ein Gewicht von etwa 20 Tonnen. uh

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