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TPF wagen den Schritt ins Immobiliengeschäft

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«Es ist eine Revolution», betonte Verwaltungsratspräsident Christian Castella an einer Medieninformation mehrfach. Er wollte sicherstellen, dass die Journalisten auch wirklich begreifen, welche Wichtigkeit die gestern präsentierten Umstrukturierungen für die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) haben.

Auf den ersten Blick kommen die Veränderungen unspektakulär daher. Aus dem öffentlich-rechtlichen Unternehmen TPF mit den Geschäftsbereichen Verkehr, Infrastruktur und Immobilien wird neu eine dem Privatrecht unterstehende TPF Holding AG mit den Gesellschaften TPF Infra AG, TPF Verkehr AG und TPF Immo AG. Die vier Gesellschaften werden allesamt durch Personen aus dem bisherigen Verwaltungsrat und der bestehenden Direktion besetzt (siehe Kasten).

Dividenden für Aktionäre

 Der neue Aufbau des Transportunternehmens hat aber weitreichende Auswirkungen, nicht zuletzt für die öffentliche Hand. Die TPF dürfen gemäss aktueller Gesetzgebung keinen oder höchstens einen marginalen Gewinn machen. So haben bisher weder die Stadt noch der Kanton Freiburg Gelder von den Verkehrsbetrieben zurückerhalten. Durch die Ausgliederung des Bereich Immobilien in eine eigene Gesellschaft wird es aber in Zukunft möglich sein, dass die TPF Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Da diese öffentliche Institutionen sind, die Leistungen in Auftrag geben und Besitzer der Infrastruktur sind, rechnet Castella damit, dass sie das Geld aus den Dividenden wieder in den öffentlichen Verkehr reinvestieren.

Eine Garantie dafür gibt es zwar gemäss Castella nicht, aber der Staat sei verpflichtet, der Bevölkerung ein angemessenes Angebot an öffentlichem Verkehr zur Verfügung zu stellen. Bis 2020 hätten die TPF einen Investitionsbedarf für Infrastruktur von 600 Millionen Franken (siehe Kasten).

Ein weiterer Effekt wird sein, dass die TPF als Holding Steuern bezahlen müssen. Davon wird besonders Givisiez profitieren, das in Zukunft den Verwaltungssitz der TPF beherbergen wird. Für Castella ist klar: «Der Bürger wird als Gewinner hervorgehen.»

Die TPF als Hausmeister

 Gewinne durch Immobilien: Das wäre für die TPF in der Vergangenheit illusorisch gewesen. Der Bereich beschränkte sich bisher hauptsächlich auf einige wenige Wohnungen, die meist in Bahnhofsgebäuden vermietet wurden, wie Generaldirektor Vincent Ducrot erklärte.

 Der Immobilienbereich wird für das Transportunternehmen in Zukunft aber ganz andere Dimensionen annehmen. In Verbindung mit angelaufenen Projekten wie der Neugestaltung des Bahnhofs Bulle, dem neuen Bahnhof Châtel-St-Denis, dem Bus-Depot in Estavayer-le-Lac und dem neuen Sitz in Givisiez werden in nächster Zeit grosse Flächen bebaubaren Landes frei, die bereits im Besitz der TPF sind. Ducrot bezifferte diese mit 160 000 Quadratmeter, welche bis 250 000 Quadratmeter Wohnfläche oder 2200 Wohnungen ermöglichten. Er bezifferte das Investitionsvolumen dieser ersten Phase auf rund eine Milliarde Franken.

VR-Präsident Castella versicherte, dass sich die Immobilienaktivität nur auf Zonen beschränke, welche die TPF selber nutze. Mit Verkäufen wolle man nicht spekulieren.

Die Umstrukturierung der TPF ist mit den Partnern abgesprochen, welche gemäss Castella ihre Unterstützung kundgetan haben. Der Kanton wird seinen Aktienanteil von 54 Prozent auf 75 Prozent erhöhen. Der Anteil des Bundes reduziert sich hingegen von 21 Prozent am Gesamtunternehmen auf zwei Drittel von TPF Infra SA.

Die Generalversammlung der TPF wird ihren Entscheid zur Umwandlung am 27. Mai treffen; am 1. Januar 2015 soll die neue Struktur in Kraft treten. Gemäss Christian Castella sind die TPF das erste Transportunternehmen, das sich als Holding organisiert. Es sei aber anzunehmen, dass weitere diesen Weg begehen würden.

Zur Organisation

Eine Marke für vier Gesellschaften

Die Marke TPF wird auch mit der neuen Holding-Struktur nicht verschwinden. Bisher war die Marke TPF gleichbedeutend mit einem Unternehmen, das die Geschäftsbereiche Infrastrukur, Verkehr und Immobilien umfasste. In Zukunft entsteht eine Muttergesellschaft TPF Holding AG sowie die drei Gesellschaften TPF Infra AG, TPF Verkehr AG, TPF Immo AG. Jede dieser vier Gesellschaften wird einen eigenen Verwaltungsrat aufweisen, wobei dieser sich in den Untergesellschaften jeweils aus dem Generaldirektor als Delegierten des Holding-VR, dem Generalsekretär sowie dem Finanzdirektor zusammensetzt. 75 Prozent der Aktien gehören künftig dem Kanton Freiburg. Der Bund ist mit 66,5 Prozent nur noch in der Infrastruktur-Gesellschaft beteiligt. Bei TPF Verkehr und TPF Immo ist die TPF Holding AG Alleinaktionärin.uh

Projekte: Alle 15 Minuten ein Zug nach Bern

B ei der Präsentation ihrer neuen Strukturen gaben die TPF gestern einen Überblick über die in den nächsten 15 Jahren geplanten Projekte. Bekannt ist, dass das Unternehmen zwischen Freiburg und Neuenburg auf den Fahrplanwechsel Dezember 2016 den Halbstundentakt einführen will. TPF-Direktor Vincent Ducrot erwähnte gestern zusätzlich einen Schnellzug auf dieser Strecke. Auch Richtung Bern möchten die TPF ihre Kadenz erhöhen. So gab Ducrot das Ziel eines Viertelstundentakts zwischen Freiburg und Bern bekannt. Auch die Wiedereinführung des Regionalzuges Bulle – Romont ist bei den TPF wieder auf der Agenda. Schliesslich erwähnten die Verantwortlichen ein neues Verkehrsmittel wie beispielsweise ein Tram für das brachliegende Industrie-Trassee der Perolles-Ebene, das den TPF gehört. Der Staatsrat hat dieses Projekt kürzlich in einem Bericht als utopisch abgewiesen. Parallel dazu möchten die TPF auf Hauptachsen des Busnetzes in Spitzenzeiten den Halbstundentakt einführen. Schliesslich ist geplant, die energetische Umstellung der Stadtbusse sicherzustellen und den städtischen Busverkehr mit eigenen Spuren zu beschleunigen. uh

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