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Training über den Dächern von Murten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Action gestern im Stedtli Murten. Drei Feuerwehrfahrzeuge stehen in der Rathausgasse. Eines hat die Drehleiter ausgefahren. Vor einer Dachlukarne stehen zwei Männer im Korb und bringen einen anderen in einer Trage langsam auf den Boden. «Perfekt», sagt Nils Beneke, als der Mann auf der Trage aufsteht. Dieser trägt eine Feuerwehruniform und wirkt keineswegs aufgeregt, ebenso wenig wie die anderen Herren rundherum. «Eigentlich gut, aber auch etwas hilflos», sagt der Figurant, darauf angesprochen, wie er sich gefühlt habe. Es ist nur eine Übung, und Nils Beneke ist Ausbildner. Brandretter aus der ganzen Schweiz haben sich diese Woche in Murten eingefunden, um den Einsatz an der Autodrehleiter zu üben. Beneke ist zufrieden und sagt: «Wenn ihr allein im Korb seid, steuert der Maschinist, damit ihr Zeit habt, euch um den Patienten zu kümmern.»

In Hamburg entstanden

Der Murtner Feuerwehrkommandant Claudio Mignot kommt auf Platz. Er hat gerade mit einem Trupp im Fin de Mossard in Gurwolf das Löschen vom Drehleiterkorb aus trainiert. Der schweizweite Kurs wird zwei Mal hintereinander während zwei Tagen durchgeführt. Die Idee sei vor sechs Jahren einem Gespräch mit Berufskollegen aus Hamburg entsprungen, erinnert sich der Murtner. Nils Beneke ist Geschäftsführer einer Hamburger Firma für Brandschutzausbildung. Er und seine Kollegen seien schon zuvor in Murten gewesen, um den Seebezirklern die Autodrehleiter zu erklären, sagt Mignot. «Dann habe ich sie gefragt, ob sie mal für einen nationalen Kurs zu uns nach Murten kämen.» Sie kamen.

Technische Kurse für die Drehleiter habe es zuvor schon gegeben, so Mignot, nicht aber eine Ausbildung für den praktischen Einsatz. So wurde die Altstadt von Murten zum Schauplatz des jährlichen nationalen Autodrehleiterkurses. «Das ist eine super Sache. Schon der Pilotkurs löste ein grosses Echo aus», erinnert sich Mignot. Die bisher gegen 300 Ausgebildeten nähmen das Wissen mit nach Hause und gäben das Gelernte ihren Kollegen weiter.

Guter Stand ist wichtig

Die Kursteilnehmer lernen zum Beispiel, die Distanz zu Hauswänden richtig einzuschätzen, sagt Ausbildner Beneke. Das sei wichtig, weil zum Beispiel die Wanne der Leiter beim Drehen breiter sei als das Fahrzeug selbst. Der Maschinist müsse zudem den Korb zentimetergenau lenken können, um die optimale Position für den Einsatz zu haben. Des Weiteren trainierten die Teilnehmer den Einsatz in einer eng bebauten Altstadt, deren Häuser nicht die Brandschutzvorkehrungen moderner Gebäude hätten. «Die Teilnehmer kennen hier nichts, kommen in ein fremdes Gebiet. Sie müssen sich zurechtfinden und sich in ein neues Team einfügen», so Beneke weiter. Sie wüssten nach dem Kurs, wohin sie das Fahrzeug stellen müssen, damit die Stützen am Boden den besten Stand haben. «Wenn sie diese auf Gullydeckel stellen, ist das nicht stabil genug.» Die Leitern seien für einen Einsatz bis zu einer Höhe von 30 Metern gemacht, erläutert Mignot, da brauche es eine hohe Stabilität. Doch gerade in engen Gassen sei es nicht einfach, die Stützen für eine maximale Wirkung voll auszufahren.

Auch Murten profitiert

Für Murten sei der Kurs nicht nur eine Frage von Ruhm und Ehre, betont Kommandant Mignot. Das Fahrzeug mit der Autodrehleiter sei neben dem Tanklöschfahrzeug das wichtigste Ersteinsatzelement und werde häufig gebraucht: für die Brandbekämpfung, Rettungseinsätze, als Ersatz-Fluchtweg für Feuerwehrleute im Löscheinsatz, für die Bergung von Tieren und für die Evakuation von schwergewichtigen Patienten, welche die Ambulanz nicht durch das Treppenhaus abholen kann. Zudem erfahren die Murtner an den Kursen immer die neusten taktischen Erkenntnisse aus erster Hand, so Mignot. Das Korps könne gleich selbst den Einsatz der Drehleiter üben. «Und wir profitieren von der Möglichkeit, uns mit Kollegen auszutauschen und uns zu vernetzen.»

Gelegenheit

Wie die Feuerwehr Murten zu ihrer Autodrehleiter kam

Für den Kurs werden auswärtige Fahrzeuge eingesetzt, um die Einsatzbereitschaft der Murtner Feuerwehr nicht einzuschränken. Laut Mignot hat sich der Kurs jedoch so herumgesprochen, dass ihn die Hersteller von sich aus als Werbeplattform verwenden und deshalb die modernsten Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Auf diesem Weg kam die Feuerwehr Murten übrigens auch zu ihrer aktuellen Autodrehleiter: Weil das alte Fahrzeug nicht mehr einsatzfähig war und der Ersatz durch die kantonale Gebäudeversicherung auf sich warten lässt, konnten die Murtner zu einem attraktiven Preis ein Fahrzeug von einem Hersteller mieten, das letztes Jahr im Kurs eingesetzt worden war.

fca

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