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Triumphaler Mendelssohn

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Triumphaler Mendelssohn

Drittes Adventskonzert in Villars-sur-Glâne

Musik für Gott und das Volk. So könnte man die beiden Werke «Christus» und «Lobgesang» von Felix Mendelssohn umschreiben, welche am späten Sonntagnachmittag die Zuhörer in Villars-sur-Glâne in den Bann zogen.

Autor: Von MARCEL CROTTET

«Christus», welches wegen des zu frühen Todes des Meisters ein Fragment geblieben ist, hätte mit den beiden bekannten Oratorien «Paulus» und «Elias» eine Trilogie bilden sollen: Symbol für die Verbindung der Welt des Alten mit dem Neuen Testament und gleichzeitig eine Brücke zwischen den jüdischen Vorfahren Mendelssohns und seiner zum Christentum konvertierten Familie.

Abrupter Szenenwechsel

Nach der nur drei Sätze umfassenden Weihnachtsmusik wurde der Zuhörer direkt in die Verhöhnung Christi vor Pilatus gestürzt. Dabei muss gesagt werden, dass die Interpreten den abrupten Szenenwechsel gut gemeistert haben, so dass man diese «adventliche» Passionsmusik zu geniessen begann. Dass auch Rezitative – von Daniel Johannsen ausdrucksvoll und gut verständlich vorgetragen – als musikalische Feinheiten empfunden werden können, weiss man nicht erst seit Mendelssohn. Schade, dass dem mit grosser Ausdrucksstärke vorgetragenen Schlusschor nicht ein besserer Text unterlegt ist.

Sinfonie-Kantate als Unikum

Etwas zwiespältig präsentiert sich die zweite Sinfonie mit einer angefügten Kantate. Wollte Mendelssohn ein religiöses Pendant zu Beethovens neunter Sinfonie schaffen oder zollte er dem Zeitgeist mit Hang zur Monumentalität Tribut? Mendelssohns tiefe Religiosität widerspricht dieser Annahme.Die orchestralen Sätze wurden vom Wiener Concert-Verein überzeugend und mit vitaler Gestaltungskraft vorgetragen. Im Allegro fühlte man sich in die südliche Heiterkeit der Italienischen Sinfonie hineinversetzt. Höhepunkt war das Allegretto agitato mit den vielen Bläsersoli, dem Zwiegespräch des hervorragend besetzten Bläserblocks mit den fein und transparent gleitenden Streicherbogen und einfühlsam gezupften Pizzicati.

Monumentales Chorwerk

Die anschliessende Kantate war ein einziger Ohrenschmaus. Ist das der Grund, dass das Werk in Fachkreisen als nicht über alle Zweifel erhaben gilt? Donnernde, an Intensität kaum zu überbietende Chöre mit Pauken, Trompeten und 32-füssiger Orgeluntermalung wechseln mit fast zur Sentimentalität hinneigenden Duetten. Dabei blieben Solisten und Chor stets über dem orchestralen Klangteppich.Philippe Morard dirigierte mit einfachen, klaren Gesten und wirkte als Chef bescheiden. Der Wiener Concert-Verein musizierte mit traumwandlerischer Sicherheit und der bis in jedes Detail vorbereitete Chor konnte mit den Profis Schritt halten. Die Solisten beeindruckten durch ein mächtiges Stimmvolumen, vor allem die Sopranistin Cornelia Horak. Daniel Johannsen brillierte mit einer feinen Diktion und einem warmen Timbre, wodurch er sich wohltuend vom monumentalen Gesamteindruck abhob.Es war ein Konzert, das den Gefühlen freien Lauf liess, den wunderschönen Melodien zufolge auch hie und da einen wohlig-kalten Rückenschauer provozierte und vor allem eines zum Ziele hatte: mit hervorragenden Musikern den Menschen Freude zu bereiten, welche nach Schönheit und Wohlbehagen dürsteten.Letztes Konzert in Villars-sur-Glâne: Sonntag, 17. Dezember, um 17 Uhr mit der Pianistin Elisabeth Leonskaja.

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