Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Trotz allem: Vorsicht vor den Schotten – warum die Schweizer sie nicht unterschätzen dürfen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

1:5 verlor Schottland gegen Deutschland zum EM-Auftakt. Die Briten glauben aber weiter daran, noch vier Punkte zu holen. Und so erstmals überhaupt eine Gruppenphase zu überstehen. Zumal das Mittelfeld stark ist und der Rest solider, als man denkt. Weitere Argumente sind Stolz, Druck, Fans – und der Trainer.

Die Enttäuschung war riesengross, die Seele zu Tode betrübt. Vorgeführt worden sind die Schotten im Eröffnungsspiel gegen Deutschland, das 1:5 war eine gefühlte Katastrophe. Aber Schotten wären nicht Schotten, wenn sie nicht die Hoffnung hätten, wieder aufzustehen. Es gibt ja auch Punkte, an denen sie sich aufrichten können und die sie hoffen lassen.

Das Mittelfeld ist stark

Derek McGregor arbeitet für die «Scottish Sun». Das ist die schottische Regionalausgabe der britischen Tageszeitung «The Sun» und mit der Auflage von etwa 1,2 Millionen Exemplaren die grösste Zeitung im Land. Seit Sonntag schwirrt der Journalist um die Schweizer herum. Und schwärmt vom schottischen Mittelfeld, das absolut stärkster Mannschaftsteil sei, das Prunkstück. So hätte im Zentrum nicht einmal Lewis Ferguson, der 24-jährige Captain von Bologna mit einem Marktwert von 24 Millionen Franken und soeben in Italien zum Mittelfeldspieler der Saison gewählt, einen Stammplatz.

Das wiederum braucht die Schweiz nicht weiter zu beschäftigen, denn Ferguson fällt mit einem Kreuzbandriss aus. Das Beispiel zeigt aber, von was für einer Qualität hier die Rede sein soll. In einem eher defensiv ausgerichteten, linkslastigen 3-4-3 besetzten gegen Deutschland Celtics Anthony Ralston rechts und Liverpools Andrew Robertson links als Captain die Aussenbahnen. Im Zentrum schlägt das Herz des schottischen Spiels bei Manchester Uniteds Scott McTominay, der ein Allrounder ist. Und bei Celtics Callum McGregor. Vor allem gibt es ein bisschen weiter vorne mit Spielmacher John McGinn (Aston Villa) und dem talentierten Billy Gilmour (Brighton & Hove Albion) etablierte Profis der Premier League.

Die Defensive ist besser als gegen Deutschland – und vorne ein Duah?

Mit den klangvollen Klubs als Arbeitgeber hört es dann aber bald auf. Auch weil die Verteidiger Aaron Hickey und Nathan Patterson von den Premier-League-Klubs Brentfort und Everton ebenfalls verletzt fehlen. Doch Journalist McGregor sagt, Goalie Angus Gunn und die Defensive der Schotten seien eigentlich gut. «Gunn muss zwar zwei Tore gegen Deutschland auf seine Kappe nehmen, aber das wird ihm nicht nochmals passieren.» Gewiss wirkte die Verteidigung im Startspiel überfordert, doch es lief auch alles gegen die Bravehearts, inklusive der frühen roten Karte.

Wer in der EM-Qualifikation zu Hause Spanien 2:0 besiegen und auswärts gegen ein Norwegen mit Erling Haaland 2:1 gewinnen kann, schöpft Zuversicht und hat grundsätzlich Selbstvertrauen. McGregor sieht im Angriff zwar Fragezeichen: «Hier sind wir Durchschnitt.» Das ist natürlich auch so, weil der Beste mit Lyndon Dykes (28) von den Queens Park Rangers fehlt. So bringt McGregor mit Lawrence Shankland nun einen Stürmer ins Gespräch, der für Heart of Midlothian in mindestens (!) jedem zweiten Pflichtspiel trifft. Ist das womöglich der schottische Kwadwo Duah?

Die Schotten stellen sich dem eigenen Anhang.
Bild: Ariel Schalit/ap

Der Stolz und der Druck

Die Schotten können nachvollziehen, dass sie gegen Deutschland das Nachsehen hatten. Aber diese armselige Leistung, die können sie nicht verstehen. «Wir sind eine stolze Nation und definitiv besser. Das gilt für das Team und jeden Einzelspieler», sagt McGregor. Der Druck und die Kritik würden nun etwas auslösen, die Spieler seien in ihrem Stolz verletzt und wollten ihre Ehre wiederherstellen. «Sie werden voll kämpfen und müssen beweisen, dass sie besser sind.»

McGregor gibt zu bedenken: Auch die Schweiz stehe unter Druck. Jeder erwarte jetzt die Qualifikation für die Achtelfinals und einen klaren Sieg, ein 3:0 oder so. Und plötzlich habe die Schweiz so gesehen etwas zu verlieren. Man könnte es so formulieren: Ein angeschossenes Reh gegen einen scheinbar übermächtigen Jäger, der womöglich plötzlich leichtsinnig wird.

Die Fans

Die Tartan Army – so werden die schottischen Fans genannt – steht wie eine Eins hinter ihrer Mannschaft. Geschätzt etwa 150’000 bis 200’000 Schotten waren in München, um ihr nahe zu sein. 10’000 Anhänger waren in der Allianz-Arena, sie sangen auch nach dem fünften Gegentor weiter «No Scotland, no party». In Köln wird Vergleichbares erwartet, die Liebe zum Team und zum Fussball ist grenzenlos, mit Leidenschaft und Zusammenhalt könnten Grenzen verschoben werden.

Mit der Schweiz verbinden die Schotten auch realistischere Hoffnungen auf ein Erfolgserlebnis, Deutschland war wie ein Bonusmatch, in dem sie sowieso keine Punkte erwarteten. Die Schweiz und Ungarn indes sind besiegbar. Zudem präsentieren sich die Spieler mit den Fans als Einheit. Nur so ist zu erklären, dass sich Celtic-Captain McGregor im Namen des Teams entschuldigt hat beim Anhang: «Wir müssen uns bewusst sein, dass wir für ein ganzes Land spielen. Sorry an unsere Tausenden fantastischen Fans der Tartan Army.»

Der Trainer

Steve Clarke ist ein alter Hase im Geschäft. Der Schnitt mit 1,54 Punkten pro Spiel (bei 56 Partien) lässt sich sehen. Seit 2019 ist er hier der Nationalcoach. Und als solcher weiss er auch, was zu tun ist, wenn der Baum brennt. Normalerweise reden am Tag nach einem Spiel Ersatzspieler oder Trainerassistenten über Vergangenes, der Chef kommt nie.

Steve Clarke.
Bild: Antonio Calanni/ap

Nicht bei den Schotten, Clarke stellte sich am nächsten Tag dem Kreuzverhör der Medien: «Es ist mein Job, hier zu sein. Man muss die Kritik aushalten.» Auch suchte er die Schuld für die Klatsche bei sich: «Vielleicht habe ich zu viele Informationen mitgegeben. Aber das Verrückte am Emotionsspiel Fussball ist: Man kann total am Boden liegen – und vier Tage später ein prächtiges Spiel zeigen.» Wer so klare Kante zeigt, dem ist ein Turnaround zuzutrauen.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen

Mehr zum Thema