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Trotz Bankverkauf bleibt ein Defizit

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Autor: Nicole Jegerlehner

«Wir werden das Geschäft wohl durchwinken»: SP-Fraktionspräsidentin Andrea Burgener Woeffray sieht keine Schwierigkeiten für den Verkauf der Sparkasse der Stadt Freiburg. Die Kantonalbank will die Sparkasse für 30 Millionen Franken kaufen; der Generalrat muss in seiner nächsten Sitzung seine Zustimmung geben (FN vom 3. Dezember). «So wie der Verkauf bisher dargestellt wird, ist dies eine sinnvolle Lösung», sagt Burgener: «Kleine Banken haben es immer schwerer.» Die Sparkasse habe gemerkt, dass sie langfristig nicht überleben könne. «Also sollte die Stadt die Bank abstossen, wenn es geht.» Die SP unterstütze den Kauf auch, weil mit der Kantonalbank eine Freiburger Lösung gefunden worden sei und weil das gesamte Personal übernommen werde.

«Eine intelligente Wahl»

Béatrice Ackermann-Clerc, Fraktionspräsidentin der CSP, sagt: «Das ist eine positive Sache.» Man könne sich fragen, ob da nicht das Tafelsilber verkauft werde. Doch wer weiterdenke, sehe, dass dem nicht so sei: Angesichts des engen Spielraums der Sparkasse sei es «eben gerade ein vorsichtiges Handeln, sie nun zu verkaufen». Kurz: «Das ist eine intelligente Wahl.» Dem stimmt auch Thierry Gachet, Fraktionspräsident der CVP, zu.

Antoinette de Weck, Fraktionspräsidentin der Freisinnigen, steht dem Verkauf nicht prinzipiell entgegen. Doch hat sie einige kritische Anmerkungen: Sie stört sich daran, dass nach dem Angebot der Kantonalbank keine andere Offerte eingeholt worden ist. Gachet hingegen findet, das Einholen von Offerten hätte sich auch negativ auswirken können. Damit stützt er die Ansicht des Gemeinderats. Dieser schreibt in seiner Botschaft an den Generalrat, die Offerte der Kantonalbank sei «gut, sogar sehr gut». Darum habe die Stadt darauf verzichtet, bei der Konkurrenz eine weitere Offerte einzuholen: «Wäre diese tiefer gewesen als die 30 Millionen Franken, hätte die Kantonalbank ihr Angebot vielleicht auch nach unten korrigiert.»

In der Botschaft werden auch die finanziellen Folgen des Verkaufs auf das Budget 2009 erklärt. Bisher konnte die Stadt auf jährliche Einnahmen von der Sparkasse in der Höhe von 450 000 Franken zählen. Hingegen erlaubt die Liquiditätsspritze von 28,5 Millionen Franken – 1,5 Millionen des Verkaufspreises gehen an die Pensionskasse -, Schulden zurückzuzahlen und Investitionen selber zu finanzieren. Damit könne die Stadt künftig 855 000 Franken an Schuldzinsen im Jahr einsparen, schreibt der Gemeinderat: Unter dem Strich kommt er so auf jährliche Einsparungen von 405 000 Franken.

Sparkasse neu bewertet

Laut der Botschaft an den Generalrat sah der Gemeinderat für das Budget 2009 ursprünglich ein Defizit von 7,8 Millionen Franken vor. Der Verkauf der Sparkasse verbessert das Resultat nur um 4,5 Millionen Franken: Trotz der 30 Millionen Einnahmen bleibt ein Defizit von 3,3 Millionen Franken. Offenbar hatte der Gemeinderat ab 2005 die Sparkasse neu bewertet, so dass nun nicht mehr die ganze Verkaufssumme als Gewinn verbucht werden kann.

«Jetzt bezahlen wirs»

Dies stört de Weck, die sich gegen den Bau des Gastspielhauses auf dem Jean-Tinguely-Platz gestellt hatte: «Diese Budgetverschönerung fand genau damals statt, als der Gemeinderat uns das Gastspielhaus schmackhaft machen wollte.» Nun treffe ein, was sie befürchtet habe: «Jetzt bezahlen wirs.»

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