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Turbulente Zeiten bei Gottéron

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Sechsmal hatten die Drachen in dieser Saison in der Verlängerung Spiele jeweils für sich entschieden, im siebten Anlauf mussten die Jungs von Trainer Christian Dubé am Samstag gegen Bern erstmals ohne den Zusatzpunkt vom Eis. Weil damit für die Freiburger aus den beiden Wochenendspielen nur ein Zähler herausschaute, während die Konkurrenz am Strich munter punktete, hat sich die Lage für die Freiburger im Playoff-Kampf bös verschlechtert.

Will man etwas Positives aus der ärgerlichen 2:3-Overtime-Niederlage ziehen, so darf man der erneut stark ersatzgeschwächten Truppe zugestehen, eine positive Reaktion auf die schwache Vorstellung beim 2:7 am Vorabend in Davos gezeigt zu haben. Nur schade aus Freiburger Sicht, dass es in diesem spannenden, aber spielerisch äusserst bescheidenen Match nicht zum Sieg reichte, denn einen so schwachen SCB hat man in den letzten Jahren im St. Leonhard kaum einmal gesehen. Abgesehen vom Topduo Arcobello/Moser und dem finnischen Keeper Karhunen deutet nun wirklich nichts mehr darauf hin, dass dieses Team vor einem Jahr noch die Liga dominiert hatte und am Ende Meister wurde. Aber in der momentanen Verfassung haben die Freiburger offensiv ganz einfach nicht die Mittel, genügend Tore zu erzielen, um zu gewinnen.

Sprungers Sorgen

Gottérons Captain Julien Sprunger, der nach einer langen Anlaufzeit sich wieder langsam an seine Bestform herantastet und im letzten Drittel verantwortlich für das zwischenzeitliche 2:2 war, machte sich nach dem Spiel ernsthafte Sorgen bezüglich der nächsten Spiele seiner Mannschaft. «Wir haben heute alles gegeben und standen am Schluss dem Sieg nah. Aber die Personalsituation im Team macht mir grosse Sorgen, denn ständig können wir nicht mit nur drei Linien konkurrenzfähig spielen», sagte Sprunger. Und da wusste er noch gar nicht, dass die Liga am Sonntag gegen ihn ein Verfahren eröffnen würde, weil er kurz vor seinem Tor Berns Yanik Burren mutmasslich gegen den Kopf gecheckt hatte.

Die drohende Sperre für den Captain ist umso bitterer, weil sich bei Gottéron auch die Verletzten-Situation düster präsentiert. Gegen Bern fehlte neu auch Andrei Bykow, weil er nach einem Schlag gegen den Kopf im Davos-Spiel am Morgen danach plötzlich Kopfschmerzen verspürt hatte. Zwar kehrte Viktor Stalberg nach abgesessener Sperre zurück, trotzdem hatten die drei Chefs an der Bande gegen den SCB Mühe, drei einigermassen NLA-taugliche Sturmlinien auf das Eis zu bringen. Dem noch nicht genug, verletzte sich im letzten Drittel auch noch Zach Boychuk, was dazu führte, dass Flavio Schmutz plötzlich der einzige gelernte Center im Team war. «So kann es nicht weitergehen, in jedem Match verlieren wir einen wichtigen Spieler mit einer Verletzung, ohne von irgendeinem Farmclub Ersatz zu bekommen», äusserte sich Julien Sprunger kritisch zur ungemütlichen Personallage. Gottéron hat in dieser Saison mit nur 14 Angreifern mit das kleinste Stürmerkader in der Liga.

Nach dem Spiel nahm Präsident Hubert Waeber Stellung zur momentanen Lage seines Klubs, trotz der schwierigen Lage bleibt der Sensler zuversichtlich: «Ich bin zufrieden, dass die Mannschaft auf die Niederlage in Davos so gut reagiert hat. Eigentlich hätten wir aufgrund des Spiels sogar mehr als nur einen Punkt verdient. Noch bleiben uns 14  Spiele, um uns für die Playoffs zu qualifizieren, was nach wie vor unser erstes Saisonziel ist. Wenn wir alle hart arbeiten, sollte uns dies auch gelingen.»

Erfreut zeigte sich Waeber über die Arbeit des Coaching­staffs, der auch der dritten und vierten Linie Einsatzzeit gegeben habe, die vierte Linie habe dann sogar ein Tor geschossen. Dem war allerdings nicht ganz so, das Powerplaytor zum 1:1 in der 19. Minute schoss mit Nathan Marchon ein Spieler aus dem dritten Block, und der vierte Angriff um Center Jorden Gähler, sonst eigentlich Verteidiger, sah das Eis wie am Vorabend in Davos kaum einmal von nah.

Dubé mit Wutanfall

Coach Christian Dubé, schon nach dem Davos-Match ausser sich über die Leistung seiner Mannschaft, verlor nach der neuerlichen Niederlage in dieser Stresssituation offensichtlich die Nerven. Auf die Frage eines NZZ-Journalisten, wie er das schwache Weekend seiner Truppe beurteile, explodierte der Chef der Drachen. Mit den Worten «Fucking journalist» verliess er den Interviewraum wutentbrannt in Richtung Nacht, den anwesenden Journalisten blieb nur ein ­müdes Kopfschütteln übrig. Bleibt zu hoffen, dass Dubé in seiner schwierigen Doppelfunktion als Trainer und Sportchef schnell den Rank wiederfindet, denn am kommenden Freitag steht gegen Ambri schon das nächste Sechspunkte-Spiel auf dem Programm.

Berra einmal mehr sehr stark

An und für sich ist ein Punkt gegen den amtierenden Schweizer Meister kein Weltuntergang, aber um im Strichkampf wirklich weiterzukommen, braucht Gottéron momentan unbedingt Siege. Einen solchen einzufahren, dazu gab Torhüter Reto Berra, der nach seiner Auszeit am Vorabend wiederum auf höchsten Niveau spielte, übrigens wie seine Antipode Tomi Karhunen auf der Gegenseite auch, seinen Vorderleuten 64 Minuten lang die Chance. In der Verlängerung sorgte dann jedoch die grosse Klasse des besten Skorers der Liga, SCB-Stürmer Mark Arcobello, doch noch für den Unterschied.

Präsident Hubert Waeber nahm seinen Coachingstaff bezüglich der umstrittenen Goaliewahl in Davos derweil in Schutz: Wenn man einen so guten Ersatzkeeper wie Ludovic Waeber habe, müsse man dem auch mal eine Chance geben. Das Hauptproblem bei den Drachen liegt im Moment jedoch nicht beim Torhüterposten oder bei der meist sicheren Abwehr, sondern vielmehr im Angriffsspiel. Und wenn dann im Sturm auch noch gleich mehrere Stammspieler fehlen, ist guter Rat eben teuer.

Telegramm

Gottéron – Bern 2:3 n.V. (1:1, 0:0, 1:1, 0:1)

6500 Zuschauer (ausverkauft). – SR Hebeisen/Hungerbühler, Bürgi/Fuchs. – Tore: 2. Scherwey (Sciaroni) 0:1. 19. Marchon (Lauper, Sprunger/Ausschluss Berger) 1:1. 45. Arcobello (Praplan, Moser) 1:2. 51. Sprunger (Schmid) 2:2. 65. (64:26) Moser (Arcobello, Andersson) 2:3. Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Gottéron, 2-mal 2 plus 10 Minuten (Berger) gegen Bern.

Freiburg-Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Kamerzin, Stalder; Abplanalp, Marti; Sprunger, Boychuk, Mottet; Brodin, Schmutz, Stalberg; Lauper, Marchon, Schmid; Lhotak, Gähler, Hasler.

Bern: Karhunen; Andersson, Beat Gerber; Burren, Untersander; Krueger, Blum; Colin Gerber; Praplan, Arcobello, Moser; Rüfenacht, Heim, Scherwey; Sciaroni, Mursak, Ebbett; Berger, Bieber, Kämpf; Pestoni.

Bemerkungen: Gottéron ohne Bykow, Desharnais, Forrer, Furrer, Rossi, Walser (alle verletzt) und Vauclair (Familie), Bern ohne Grassi (verletzt) und MacDonald (überzähliger Ausländer). 18. Pfostenschuss Vauclair. – Timeout Gottéron (59.).– Schussstatistik: 31:31.

Die FN-Besten: Berra, Arcobello.

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