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Über den Vögeln die Flieger

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Luftwaffe hat über Flugplatz Bellechasse F/A-18-Shows geprobt

Zumeist üben die F/A-18-Piloten die Programme für Flugmeetings im In- und Ausland direkt über dem Militär-Flugplatz Payerne. Doch wenn die Piloten die Leistungsfähigkeit der F/A-18 vor Publikum präsentieren wollen, dann nur selten in Payerne selber. Um die Übungsflüge möglichst realitätsnah durchführen zu können, hat ein Pilot nun gestern den Raum über dem Flugplatz Bellechasse ausgewählt.

Zweimal 15 Minuten dauerte das Programm, und es umfasste alles, was die Fliegerfans so fasziniert: enge Kurven, Drehungen um die eigene Achse, vertikale Steigflüge und atemberaubende Sinkflüge – und dies alles auf einer Distanz, von der aus das Publikum noch den Helm des Piloten sehen konnte.
Dazu kommt der ohrenbetäubende Lärm, der für die «Angefressenen» einfach dazugehört. Andere Zuschauer hielten sich die Ohren zu oder hatten sich mit Ohrenschützern ausgerüstet.

Macht der Lärm oder
die Silhouette Angst?

Doch wie sieht es mit der Tier- und vor allem Vogelwelt aus, die im Gebiet Chablaiswald-Grosses Moos heimisch ist? Beide Male hat der Kampfjet Vogelschwärme aufgescheucht – haben Vogelspezialisten da Bedenken?

Grundsätzlich weiss Matthias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach, dass beispielsweise an der Nordsee-küste Vogelpopulationen wegen Manövern von Nato-Jets in andere Regionen geflohen sind. Allerdings sei es schwer zu sagen, ob Vögel durch den Lärm oder durch das Optische aufgeschreckt werden. Immerhin sehe ein Kampfjet von der Silhouette her aus wie ein Raubvogel.
Matthias Kestenholz weiss auch, dass die Umgebung, vor allem das Südostufer des Neuenburgersees mit den Schilfbeständen und den Auenwäldern, europaweit zu den wichtigsten Vogelreservaten zählt. Man erwog gar, dort einen Nationalpark einzurichten. Nun wird zumindest der schweizerische Vogelschutzbund in La Sauge ein Vogelbeobachtungszentrum einrichten.

Vogelwarte hat mit Luftwaffe
Hinderniskarte erstellt

Vögel wie Zwergdommeln, Purpurreiher, Drosselrohrsänger, Kolbenenten, Tüpfelsumpfhuhn, Turteltauben, Eisvögel, Rohrschwirle oder Bartmeisen kämen in dieser Gegend vor, und viele davon seien bei der Vogelwarte auf der «roten Liste», erklärt Kestenholz.

Trotzdem vermutet der Fachmann von der Vogelwarte Sempach, dass bei den Übungen über dem Flugplatz Bellechasse die Ruhe der Vögel nicht erheblich beeinträchtigt wurde. Ein Professor von der Vogelwarte, der sich hauptsächlich mit der Flugsicherheit beschäftigt, hat zusammen mit der Luftwaffe eine Hinderniskarte erstellt. Dort sind Vogelreservate von internationaler Bedeutung mit einer Pufferzone sowie Reservate von nationaler Bedeutung erfasst. Eine solche Zusammenarbeit zwischen Vogelwarte und Flugsicherheit gibt es beispielsweise auch rund um den Flughafen Kloten.
Die Militärflieger, so Kestenholz, hätten auch alles Interesse, sich im Sinne der Flugsicherheit an diese Hinderniskarte zu halten. Denn wenn es zu einem Zusammenstoss mit einem Vogel oder einem Vogelschwarm käme, dann wäre die Sicherheit des Piloten und des Publikums gefährdet.

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