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Über Nacht und für die nächsten 60 Jahre

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: karin aebischer

Chefmonteur Marc Friedrich beginnt seine Schicht auf der Baustelle beim Bahnhof Düdingen um 21 Uhr. Er muss dafür sorgen, dass sämtliche Arbeiten planmässig ablaufen und die 35 Bauarbeiter die Sicherheitsvorschriften einhalten. Der 35-Jährige steht die ganze Nacht hindurch unter Druck: Um fünf Uhr morgens muss er rechtzeitig «fahrbar» geben können – die Meldung, dass das in der Nacht bearbeitete Gleis auf der Jura-Seite zwischen Düdingen und Schmitten wieder befahrbar ist. Läuft etwas nicht nach Plan – wie vorletzte Nacht, als der Portalkran kurzfristig ausfiel – muss er sofort reagieren und abschätzen, welche Arbeiten noch drinliegen, um den Zugbetrieb am Morgen pünktlich wieder aufnehmen zu können.

Zu viel Sandstein

Die Arbeiten des Gleisumbaus zwischen Düdingen und Schmitten werden nachts ausgeführt, damit der Zugverkehr am Tag nicht behindert wird. Bereits im Juli wurde mit den ersten Vorarbeiten begonnen, seit dem 27. September gilt es ernst: In zwei Etappen werden insgesamt drei Kilometer des Jura-Geleises ersetzt. Doch auch der Untergrund muss saniert werden. «Der viele Sandstein hat bei der Durchfahrt der Züge zu einem Pumpeffekt und damit zu Lehmaufstössen geführt», erklärt Ausführungs-Projektleiter Hans Bachmann. 1972 wurden die Geleise zum letzten Mal saniert. Nun sollen sie für die nächsten 60 Jahre halten. Deshalb stehen auf dieser Strecke auch zeit- und kostenintensive Tiefbauarbeiten an. 90 Meter Geleise inklusive Untergrund werden auf der Baustelle pro Nacht erneuert. «Ein solches Grossprojekt muss minutiös und von langer Hand geplant werden», sagt Bachmann.

Riesige Menge Altschotter

Je dunkler und kälter es auf der Baustelle wird, desto lauter rattern die Maschinen. Es wird reichlich Staub aufgewirbelt und riecht nach Abgas. Die Bauarbeiter dürfen keine Zeit verlieren; fünf Gleisjoche (Schienen und Schwellen zusammen) à je 18 Meter Länge sollen in einer Nacht ausgewechselt werden. 30 bis 40 Minuten dauert allein der Aushub auf einer Breite von 4,3 Metern. Die 400 Kubikmeter Altschotter, die pro Nacht entstehen, werden per Förderband auf die Altschotter-Wagen transportiert. Zehn Kompositionen mit leeren Mulden stehen bereit.

«Für mich hat der Aushub auch immer eine historische Komponente. Denn es gab vorher wohl noch niemanden, der an dieser Stelle so tief in der Erde drin war», sagt Hans Bachmann. Er ist sich jedoch auch bewusst, dass der Aushub Überraschungen mit sich bringen kann. «Man weiss nie, was genau zum Vorschein kommt.» Eine weitere Schwierigkeit dieser Sanierung seien die verschiedenen Brücklein auf der Eisenbahnstrecke. «Sie sind schmal und nicht mit allen Maschinen passierbar.»

Sicherheit hat Vorrang

Trotz des Zeitdrucks gilt: Wenn das orange Licht aufblinkt und das Alarmsignal ertönt, ist Vorsicht geboten. Denn bis nach Mitternacht fahren auf dem rechten Gleis regelmässig Züge durch. Für die Regionalzüge Freiburg-Schmitten, die eigentlich das Jura-Gleis passieren würden, ist ein Bahnersatz in Betrieb. Zusätzlich zu den drei automatischen Alarmanlagen steht bei jeder Maschine ein Sicherheitswärter, der den Alarm von Hand betätigt.

Auch bei Regen und Schnee wird gearbeitet

Die erste Etappe der Bauarbeiten dauert noch bis zum 12. November. Vom 15. November bis zum 15. Dezember wird dann der Streckenabschnitt Fillistorf-Schmitten in Angriff genommen. «Wir führen diese Arbeiten so spät im Kalenderjahr durch, weil wir die Baubewilligung erst im Juli erhalten haben», erklärt Hans Bachmann und räumt ein, dass die Temperaturen der Sommernächte angenehmer gewesen wären. «Doch ob Regen oder Schnee, wir müssen uns durchbeissen. Denn die Maschinen sind bis aufs Äusserste ausgebucht», sagt er.

Mit dem ungewohnten Schlaf-Wach-Rhythmus habe so mancher Bauarbeiter seine Probleme, sagt Hans Bachmann. «Doch jeder, der bei der Eisenbahn arbeitet, weiss, dass es teilweise nicht anders möglich ist.» Marc Friedrich stört es nicht, nachts zu arbeiten. «Werde ich nicht vom Pöstler geweckt, kann ich tagsüber gut schlafen.» Jeden Morgen vor «Feierabend» macht er auf den erneuerten Geleisen einen letzten Kontrollgang, gibt pünktlich um 5.10 Uhr «fahrbar» durch und schreibt seinem Chef eine SMS mit der Bilanz der Nacht.

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