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Übergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit

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Übergang vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit

Ein mittelsteinzeitlicher Siedlungsplatz von nationaler Bedeutung an der Saane bei Altenryf

In der Nähe des Klosters Altenryf graben die Archäologen eine Siedlung aus, die nationale Bedeutung erhalten könnte. Sie war zu einer Zeit bewohnt, als der Mensch vom Sammler und Jäger langsam zum sesshaften Bauern wurde.

Von ANTON JUNGO (Text)
und ALDO ELLENA (Bilder)

Die urzeitliche Siedlungsstelle in der Saaneschlucht bei Altenryf war 1998 vom Archäologen Serge Menoud entdeckt worden. Es waren Dachse, die ihm den Tipp gegeben hatten. Beim Graben von Höhlen hatten sie mit Sand und Erdreich auch Steinklingen ans Tageslicht befördert. Sein geschultes Auge sagte ihm, dass diese Klingen künstlich bearbeitet waren.

Die Fundstelle war von Erosion bedroht. Da die eingeleiteten Schutzmassnahmen wenig Wirkung zeigten, entschloss sich der kantonale Archäologische Dienst 2003 zu einer Notgrabung.

Die letzten Sammler und Jäger

Wie Michel Mauvilly, Leiter der Grabung, am Mittwoch erklärte, sollte sich der Fundort bald als besonders interessant erweisen. Schon die ersten Funde zeigten, dass der schützende Felsüberhang zwischen 7000 und 5000 v. Chr. regelmässig von Sammlern und Jägern aufgesucht worden war. Es ist die Zeit, in der die Menschen in unserer Gegend vom Halbnomadentum langsam zu Sesshaftigkeit wechselten und Bauern wurden. Michel Mauvilly schliesst nicht aus, dass es zwischen beiden Gruppen sogar Kontakte gab.

Der Archäologe beurteilt den Siedlungsplatz als ideal. Der von der Saane gebildete Felsüberhang bot Schutz und liegt in der Nähe des Wassers. Er bot günstige Bedingungen für den Fischfang und für die Jagd in den umliegenden Wäldern. «Alles war noch im Überfluss vorhanden. Es war in einem gewissen Sinn ein », ist Michel Mauvilly überzeugt.

Jedenfalls schätzt er, dass die Fundstelle in der Nähe von Altenryf von nationaler Bedeutung ist und zu einem Referenzort für die zu Ende gehende Mittelsteinzeit werden könnte. Auch Fachleute aus Frankreich und Deutschland haben sich schon für die Grabung interessiert.

Ein Gemeinschaftswerk

Die Arbeit wird den Archäologen in den nächsten Jahren nicht ausgehen. Umfasst doch die Fundschicht eine fast dreieckige Fläche von rund 20 Quadratmetern und einer Tiefe zwischen zwei und drei Metern. Die Fundschicht besteht zum Teil aus Schwemmgut der Saane, Material aus Felsabbrüchen und Überresten aus der Besiedlung durch Menschen.

Die Grabung, unter der Leitung des kantonalen Archäologischen Dienstes, wird in Zusammenarbeit mit den Universitäten Bern, Neuenburg und Freiburg (Benefri) und Basel als Schulgrabung durchgeführt. Archäologiestudentinnen und -studenten erhalten jeweils während vier Wochen pro Jahr Gelegenheit, ihren Beruf praxisbezogen auszuüben. Es werden aber auch Spezialisten wie Geologen, Zoologen usw. beigezogen.

Der Boden wird Schicht um Schicht abgetragen. Die Funde werden kartiert, fotografiert und beschriftet. Das abgetragene Erdreich wird in der nahe gelegenen Saane ausgewaschen und nach Knochen- und Silexteilen abgesucht. «Wir wollen sicher sein, dass wir keine Objekte verpassen», meint Thomas Doppler, der in Basel eben sein Archäologiestudium abgeschlossen hat.

Bis jetzt konnten 20 000 Knochenteile und 10 000 Silexartefakte sichergestellt werden. Zum Teil handelt es sich um ganze Pfeilspitzen und Schaber. Steinbruchstücke geben einen Hinweis darauf, dass im Schutz des Felsüberhangs auch Werkzeuge hergestellt wurden.

Die Knochen, sehr oft angebrannt, stammen von Hirsch, Wildschwein, Reh, Marder, Eichhörnchen, Bär, Luchs, Biber usw. Gemäss Michel Mauvilly wurden die Tiere einerseits als Nahrungmittel andererseits aber auch zur Pelzherstellung gejagt.

Ein durchbohrter Hirschzahn – erst der zweite derartige Fund im Kanton – und ein Bergkristall weisen darauf hin, dass schon die damaligen Menschen einen Sinn für Kunst- und Schmuckgegenstände hatten.
Tage der
offenen Tür

Am Dienstag, 20., und Mittwoch, 21. September, erhält die Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Grabungsstelle und die Funde zu besichtigen. Zu diesem Anlass wird auch ein urzeitlicher Siedlungsplatz rekonstruiert. Der Dienstag und der Mittwochvormittag sind für die Schulen reserviert. Für Schulklassen ist eine Anmeldung erforderlich (079 435 29 14). Am Mittwochnachmittag ist der Besuch frei. Die Grabungsstelle ist nur zu Fuss erreichbar. Parkplatz oberhalb des Klosters Altenryf. ja

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