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«Ufzgi» auch für Eltern?

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«Ufzgi» auch für Eltern?

Vortrag der Schulen von Kerzers

Wozu Hausaufgaben? Wie wirken sie? Hausaufgaben für die Kinder und die Eltern? Der Vortrag vom letzten Donnerstag in der Aula der Orientierungsschule Kerzers versuchte Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu geben.

Von UELI GUTKNECHT

Der von der Gemeinde mit ihren Schulen und der Sektion Kerzers von «Schule und Elternhaus» eingeladene Referent Alois Niggli schöpfte aus dem Vollen. Niggli leitet die Forschungsstelle an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Gemeinderätin und Jugendkommissionspräsidentin Susanne Schwander leitete den Abend und Daniela Barilli (Präsidentin von «Schule und Elternhaus») erwähnte, dass die vom Verein in Kerzers angebotene Aufgabenhilfe regelmässig von 35 Kindern genutzt werde.

Weniger wäre oft mehr

Vereinfacht ausgedrückt empfahl der Pädagoge Niggli an die Eltern, aber auch ans Lehrpersonal gerichtet, Folgendes: Hausaufgaben sind regelmässig, aber massvoll anzuordnen. Das richtige Mass und den richtigen Mix zwischen Mathematik, Sprachen, Realien usw. zu finden, ist nicht einfach, aber von grosser Bedeutung. Niggli erläuterte das am frappanten (ausserkantonalen) Beispiel eines Hausaufgaben-Wochenplans zweier Kinder der gleichen Familie und Schule, aber mit zwei verschiedenen Lehrpersonen.

Zu viel Stress und Eintönigkeit sind kontraproduktiv. Eltern sollten ihre Kontrollen mit Fingerspitzengefühl ausüben. Anregen bringt mehr als imperative Formen. Hausaufgaben dürfen nie als Strafe wahrgenommen werden. Der Arbeitsplatz für Hausaufgaben sollte nicht aufwändig, aber komfortabel sein. Musik und Hausaufga-
ben vertragen sich schlecht.

Zuerst die Arbeit . . .

. . . und dann das Vergnügen: Nach diesem Prinzip handelten ganze Elterngenerationen in der Frage der Aufgabenerledigung und lagen damit offenbar falsch. Niggli begründete das mit wissenschaftlichen Studien. Sie belegen (immer statistisch betrachtet und individuelle Unterschiede ausser Acht lassend), dass die Leistungskurve der meisten Menschen eher gegen 16 Uhr erneut ansteigt. Er empfahl, dem Aufmerksamkeit zu schenken. Zwei Mal 15 Minuten seien unter Umständen besser als 30 Minuten am Stück. «Man kann ja mal fragen . . .» stand auf einer von Nigglis Folien. Damit regt er das Gespräch zwischen Schule und Elternhaus an.

«Wir wollen nur das Beste . . .»

«Wir wollen nur das Beste für unsere Kinder. Und da gehören Hausaufgaben auch dazu», meinten die meisten Eltern und liegen damit gar nicht falsch.

Statistisch betrachtet wenden Schüler der ersten drei Schuljahre zwischen 10 und 20 Minuten pro Tag, diejenigen der nächsten drei Schuljahre 20 bis 40 Minuten pro Tag für ihre Hausaufgaben auf. Ältere Schüler ziehen mehr Nutzen aus Hausaufgaben als jüngere. 29 Prozent der Schüler sind der Meinung, sie hätten zu viele Hausaufgaben.

«Schwächere» Kinder wendeten überdurchschnittlich viel Zeit für ihre Hausaufgaben auf. Damit verbundene Belastungen und Beschwerden könnten den Nutzen ins Gegenteil verkehren.

Die anschliessende Diskussion rankte sich rege ums Thema «Lesen und Schreiben». Tröstlich für den Berichterstatter (Jahrgang 1941): Der Freiburger Pädagoge hob die durch Studien belegte Bedeutung der Vorbildfunktion der Eltern auch zu diesem Punkt hervor.

Argumente dafür und dagegen

Hausaufgaben hätten oft viel mit Tradition und Gefühl und weniger mit rationalen Überlegungen zu tun, erklärte der Referent einleitend.

Befürworter bringen gesellschaftspolitische Elemente wie Leistungsbereitschaft und -erhaltung ins Spiel. Eltern erhielten damit vertiefte Einblicke und Verständnis ins Lernen ihrer Kinder. Gegner werten Hausauf-
gaben als Belastung für die ganze Familie, als «Freizeitkiller».

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