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Umgang mit Gewalt in Sozialdiensten

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Könizer Sozialdienst-Leiter hat in Gurmels vor dem Verband der Sozialtätigen Deutschfreiburgs gesprochen

Kurt Dreher hat jahrelange Erfahrung als Sozialarbeiter; und seit sieben Jahren ist er Abteilungsleiter des Sozialdienstes Köniz. Mit seinen Sozialarbeitern hat er eine interne Fortbildung zum Thema Gewalt besucht. In Gurmels sprach er an der Generalversammlung des Verbandes der Sozialtätigen Deutschfreiburgs (siehe Kasten) über seine Erfahrungen.

An dem Kurs zur Gewalt in Sozialdiensten seien die Teilnehmer zuerst theoretisch ins Thema eingeführt worden. Dann habe man die eigenen Erfahrungen mit Gewalt – sei es als Kind, als Jugendlicher oder als Erwachsener – aufgearbeitet. In einem dritten Teil sei es um Vorkehrungen gegangen, die man treffen kann, um Gewalt möglichst zu vermeiden. Abgeschlossen habe die Ausbildung ein Schnupperkurs in Selbstverteidigung.

Das Konzept

Die Erkenntnisse aus diesem Kurs führten dazu, dass die Sozialarbeiter für ihren Sozialdienst ein Sicherheitskonzept erarbeiteten. Dieses Konzept hat Kurt Dreher in seinem Referat etwas näher erläutert: Als erstes hätten sie das Gebäude, in dem sie arbeiteten, unter die Lupe genommen und einige Dinge verändert. Es werde jetzt darauf geachtet, dass alles sauber und hell ist. «Denn in einer düsteren Atmosphäre ist die Gewaltbereitschaft viel höher.»

Es würde nun wieder der Vordereingang benützt. So gebe es eine – wenn auch minime – Kontrolle über die Passanten auf der Strasse. In der Eingangshalle sei neu eine Empfangsstelle mit einem Schalter installiert, damit Neuankömmlinge nicht einfach im ganzen Haus herumirren können.
Die verschiedenen Sekretariate verfügten über Theken, welche die Leute daran hindern, direkt und ohne Anmeldung in ein Büro zu gelangen. Schliesslich sei es verboten, Hunde mitzunehmen, da man nie wisse, wie die Tiere bei einer eventuellen Auseinandersetzung reagierten.

«Gegen Bunkermentalität»

Dies sind die Massnahmen, die das Haus betreffend umgesetzt wurden. Kurt Dreher ist absolut gegen eine Bunkermentalität: «Der Sozialdienst soll nicht einem Gefängnis gleichen, wo jeder genau kontrolliert wird. Eine gute, saubere und helle Atmosphäre trägt schon zu einer besseren Stimmung bei.»

Im Bereich des Personals mussten ebenfalls Massnahmen getroffen werden. So sei es wichtig, dass alle eine klare Haltung gegenüber Gewalt und Gewaltandrohung an den Tag legen. Das heisst, dass alle bei kleinsten Anzeichen von Drohungen die betreffenden Personen darauf ansprechen. Das Niveau, ab wann eingegriffen wird, müsse für alle gleich angesetzt sein, damit die Leute auch wüssten, woran sie sind. Es müsse immer klar sein, wer für welchen Bereich verantwortlich ist, damit man auch schnell eingreifen kann. Was die «Klienten» betrifft, werden verbindliche Absprachen getroffen.

Umgang mit «Klienten»

So würden schwierige Rendezvous immer nur während den Schalteröffnungszeiten festgesetzt. Die Leute sollten keine Wartezeiten haben. «Wenn man einen Termin abmacht, muss man ihn auch einhalten.» Die Leute müssten auch erfahren, wie bei Gewalt eingegriffen wird. Im Sozialdienst Köniz wird es so gehalten, dass nach einem solchen Fall die betreffende Person schriftlich davon in Kenntnis gesetzt werde, dass beim nächsten Termin der Vorgesetzte des Sozialarbeiters dabei sein wird und der Vorfall zur Sprache kommen wird.

Bei diesen Gesprächen sei es wichtig, dass man der Person deutlich mache, dass ein solches Verhalten nicht geduldet wird. «Danach muss man aber auch zeigen, dass man bereit ist zu helfen und zuzuhören, warum und weshalb es zu diesem Verhalten gekommen ist», sagte Kurt Dreher.

Umgang mit Geld

Um der Gewalt richtig begegnen zu können, müssten die Ressourcen der Hilfestellung optimal genutzt werden. «Jeder Sozialarbeiter muss wissen, wen er wann um Hilfe fragen kann.» In Frage kämen da als erstes die Büronachbarn und das ganze Team, aber auch der Vorgesetzte und nicht zuletzt die Polizei.

Zur Eskalation von Gewalt komme es meist, wenn zu wenig Ressourcen vorhanden seien. So lange noch genügend Geld da ist, werden die Probleme meistens auf eine friedliche Art und Weise zu lösen versucht. Deshalb sei es sehr wichtig, dass in einem Sozialdienst kein Bargeld zu finden sei. Geld solle mittels Check oder Banküberweisung übertragen werden und nicht als Versuchung in den Schubladen liegen.

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