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Unbekannte französische Firma soll Romont viele Arbeitsplätze bescheren

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Regula Saner

Die Zeitung «Le Matin» wartete am Montag mit einer fantastisch anmutenden Neuigkeit auf. Danach soll eine französische Firma namens «AGE International» in Romont (Glanebezirk) sage und schreibe 750 neue Arbeitsplätze schaffen. Geplant seien in der Industriezone von Romont ein Forschungszentrum und zwei Fabriken, in welchen die neuste Generation von Flugzeugschleppern hergestellt werden soll.

Noch müssen aber einige Fragezeichen hinter das Vorhaben gestellt werden.

Romont hat noch keine Garantien

Der Gemeindepräsident von Romont, Roger Brodard, bestätigte auf Anfrage, dass die Gemeinde mit Vertretern der AGE International in Verhandlung sei. «Noch ist aber nichts unterschrieben.» Die Gemeinde warte auf finanzielle Garantien und Angaben zur Machbarkeit. «Ich bin aber optimistisch, die Verhandlungen sind weit fortgeschritten», sagte Brodard weiter. Bis Ende Juni soll ein Entscheid fallen. Ist er positiv, soll 2009 mit den Bauarbeiten begonnen werden. 350 Millionen Franken wolle das Unternehmen investieren. Und warum soll eine Firma für Flughafen-Technologie gerade nach Romont ziehen? Roger Brodard hat eine Erklärung: «Der Standort in der Industriezone von Romont liegt unweit der Zuglinie und die Arbeitsbedingungen sind in der Schweiz für die Firma offenbar vorteilhafter als in Frankreich, wie man uns sagte.»

Wer steckt hinter AGE?

Die Freiburger Wirtschafts-förderung ist seit Dezember 2007 mit der AGE Inter national in Kontakt respek- tive mit einer Person, welche sich als Mitglied der Geschäftsleitung präsentierte, und dem Rechtsanwalt der AGE, Gonzague Villoz aus Bulle, wie der Direktor der kantonalen Wirtschaftsförderung, Thierry Mauron, gegenüber den FN bestätigte. «Ich habe aber weder eine Visitenkarte noch einen Prospekt dieser Firma bekommen.»

Die Wirtschaftsförderung hat laut Mauron den Interessenten die Bedingungen für mögliche staatliche Fördermittel dargelegt. Dazu gehören unter anderem ein Businessplan, präzise Angaben zur Firma, wie Firmensitz oder Firmenname. «Bis heute haben wir keine Angaben bekommen», sagte Mauron weiter. Er wolle jedoch dem Projekt und ihren Promotoren gegenüber offen bleiben.

Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen mag seinerseits nicht gross über die Unbekannten nachdenken. «Wenn sich das Vorhaben realisieren sollte, dann wäre ich sehr froh.»

Fragezeichen bei Branchenkennern

Der Kanton ist bei Leibe nicht der Einzige, welcher keine Ahnung hat, mit wem er es zu tun hat. In der Branche scheint die ominöse AGE ebenso unbekannt zu sein. Einer der weltweit grössten Hersteller von Flugzeugschleppern, die Firma Goldhofer AG in Deutschland, kennt kein Unternehmen mit dem Namen AGE. Dazu Verkaufsleiter Carsten Schimkat: «Das ist, als ob sie mich als Verkaufsleiter von Mercedes fragen würden, ob ich BMW kenne. Wenn diese AGE wirklich im Bereich Flugzeugschlepper tätig ist, dann müsste ich sie kennen.»

Aviatikjournalist Sepp Moser konnte die Firma auf Anfrage nicht ausfindig machen.

Recherchen der FN im Internet ergaben zudem keinen Treffer. Aber warum sollten Geschäftsleute ohne echte Absichten mit der Gemeinde Romont und dem Kanton in Kontakt treten? Thierry Mauron: «Diese Frage habe ich mir auch gestellt und keine Antwort gefunden. Auf jeden Fall ist das Vorgehen unüblich.» Die AGE-Vertreter hätten versprochen, mehr zu kommunizieren, sobald sie die nötigen Gesellschaften gegründet hätten.

Der Einzige, der sich sicher ist, dass es sich bei der AGE nicht um ein Phantom handelt, ist Gonzague Villoz aus Bulle, der Rechtsanwalt der AGE. Er bestätigte den Bericht von Le Matin vollumfänglich.

Antworten des Firmenvertreters

Das Unternehmen zähle zu den drei grössten Herstellern der Welt für diesen besonderen Typus Flugzeugschlepper der neusten Generation. Zudem sei die Firma spezialisiert auf Passerellen bei Flughäfen. «AGE ist mit den Flughäfen Zürich, Genf und Wien im Geschäft.» Genaues darüber konnte Villoz nicht sagen. Die Firma soll zudem in China aktiv sein. Die FN konnten all diese Angaben bisher nicht verifizieren.

Auf andere Fragen hat Villoz keine Antwort. Zum Beispiel auf die Frage: Wo hat AGE ihren Sitz? «Das weiss ich nicht.» Die AGE hätte Geschäftsstellen in Bilbao (Spanien) und Rennes (Frankreich). Und warum hat sie keinen Internetauftritt? «Die AGE arbeitet für Regierungen, darum muss sie nicht im Internet für sich werben. Man kann die Herstellung ihrer Fahrzeuge aber auf YouTube sehen.»

So viel zur Informationslage. Spätestens Ende Juni wird klar sein, ob Romont effektiv mit dem angekündigten Arbeitsplatzsegen rechnen kann.

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