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Und am Ende wurde es plötzlich noch bitter

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Dass Gottéron am Wochenende zwei Spiele absolvierte, war schon allein für sich betrachtet eine überraschende Erfolgsmeldung. Die Hälfte der zwölf Teams der National League befindet sich in Quarantäne. Sechs Spiele waren für gestern Nachmittag angesetzt, durchgeführt werden konnte bloss die Partie zwischen Lausanne und Freiburg.

Resultätmässig fiel die Doppelrunde für Gottéron indes durchwachsen aus. Auf den hart umkämpften 2:1-Sieg am Samstagabend in Bern folgte gestern Nachmittag beim Spitzenkampf in Lausanne eine 1:6-Klatsche.

20 Minuten zu viel

Mindestens 20 Minuten zu viel betrug die Arbeitszeit der Freiburger am Wochenende. «Am Ende waren wir k.o. Der Match in Bern hatte physisch und mental viel Kraft gekostet. Und wenn du dann allmählich merkst, dass es nichts mehr zu holen gibt, werden die Beine schwerer und schwerer», sagte Trainer Christian Dubé nach der gestrigen Niederlage. Diesen Moment erlebte sein Team nach 53 Sekunden des Schlussdrittels, als der überragende Lausanne-Stürmer Denis Malgin das 3:1 erzielte. Davor war die Partie halbwegs ausgeglichen gewesen. Lausanne war zwar stets das bessere Team, Gottéron wehrte sich jedoch leidenschaftlich. Nach dem dritten Gegentor brachen bei den Gästen dann aber alle Dämme. Die spielfreudigen Lausanner spielten mit Gottéron Katz und Maus, 16:3 lautete das Schussverhältnis im Schlussdrittel. Der klare 6:1-Erfolg war für die Waadtländer eine Genugtuung, letzte Saison hatten sie sämtliche sechs Derbys gegen Gottéron verloren.

Lausanne wie aus einem Guss

Trotz bitterem Ende waren die Minen der Verlierer bei den Interviews nicht allzu finster. Dubé war weit von Tobsuchtsanfällen entfernt, wie er sie bei früheren Kanterniederlagen auch schon erlitten hatte, und Center David Desharnais traf sich lächelnd zum Schwatz mit Lausannes Frankokanadier Charles Hudon. «Natürlich ist es ärgerlich, einen Spitzenkampf auf diese Weise zu verlieren», sagte Desharnais im Interview. «Aber zwei Auswärtsspiele innert 20 Stunden gegen zwei gute Gegner sind auch wirklich eine schwierige Aufgabe.» Der Match habe die Freiburger auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. «Es war ein guter Test. Lausanne hat wirklich ausgezeichnet gespielt und uns aufgezeigt, dass wir halt eben doch noch ein gutes Stück von den Spitzenteams entfernt sind», so Desharnais.

Tatsächlich spielte der Leader über weite Strecken wie aus einem Guss. 55 Schüsse feuerte der LHC auf den bedauernswerten Reto Berra ab. Gottérons Torhüter blieb zwar für einmal selbst nicht fehlerfrei und war mit zwei missglückten Ausflügen für das erste und das sechste Gegentor mitverantwortlich, er war aber auch wirklich Minute für Minute gefordert.

Mit NHL-Leihspieler Malgin sowie dem langjährigen NHL-Spieler Hudon rüstete Lausanne sein ohnehin schon starkes Kader in den letzten Wochen noch einmal kräftig auf – was bei der nach A-fonds-perdu-Beiträgen bettelnden Konkurrenz für Kopfschütteln sorgte. Ironischerweise setzt sich Lausanne nun aus finanziellen Gründen als einer der wenigen Clubs der Liga für einen Unterbruch der Meisterschaft ein. Blendet man diese Problematik aus, sind die technisch versierten Malgin und Hudon eine spektakuläre Bereicherung für die Liga. Gemeinsam mit Brian Gibbons war das Duo gestern für vier der sechs Tore des Heimteams zuständig.

Späte Wende in Bern

Dass die Ausbeute des Wochenendes mit drei Punkten trotzdem okay ist, verdanken die Freiburger einer späten Wende beim Zähringer-Derby am Samstag in Bern. In einem intensiven und ausgeglichenen Match lag der SCB, der mit nur einem Ausländer antrat, lange 1:0 in Führung, ehe der nominell vierte Sturm mit zwei späten Toren für den vierten Gottéron-Sieg in Folge sorgte. Mauro Jörg, Matthias Rossi und Samuel Walser bildeten das Trio des Abends. Sie schossen nicht nur beide Tore – und das gegen eine der Berner Toplinien mit Tristan Scherwey und Dustin Jeffrey – sondern fielen auch durch unbändigen Einsatz auf. Neuzugang Jörg blockte bereits im Startdrittel drei Schüsse. «So beisst man sich in den Match, hilft dem Team und holt sich den Respekt der Mitspieler – das hilft dann oft, um auch für Offensivaktionen mehr Selbstvertrauen zu bekommen», sagte Jörg nach dem Sieg strahlend. Zu den Matchwinnern gehörte auch Reto Berra, der 44 von 45 Schüssen abwehrte.

Sprunger und die Doppelnull

«Es ist schön, im Sturm vier Linien zu haben, die Tore schiessen können. Denn gerade gegen die Topteams neutralisieren sich die besten Linien oft gegenseitig», sagte Trainer Dubé richtig. Am Wochenende war der vierte Sturm – er gehörte auch in Lausanne zu den Aktivposten – allerdings der einzige, der auf Betriebstemperatur kam. «Unser Saisonstart ist insgesamt gut, aber einige bringen nicht die gewünschte Leistung.» Bestes Beispiel ist Captain Julien Sprunger, der nach sieben Spielen als einziger Stürmer im Team noch keinen Skorerpunkt hat. «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir das keine Sorgen bereitet», sagt Dubé. Aber auch David Desharnais ist weit von seiner Form des letzten Jahres entfernt. In Lausanne verliess der Kanadier das Eis mit einer Minus-4-Bilanz.

Bis am Mittwoch haben Sprunger, Desharnais und Co. Zeit, den Kopf zu lüften und sich zu erholen, ehe Gottéron wieder mit dem Eistraining beginnt. Der nächste Ernstkampf steht am Samstag beim Cupspiel in Visp an. In der Meisterschaft geht es am 10. November mit dem Heimspiel gegen Ambri weiter. Von den Verletzten kehrt gemäss Dubé dann Marc Abplanalp womöglich ins Team zurück, Philippe Furrer hingegen wahrscheinlich nicht und Gaétan Jobin ganz sicher nicht.

Telegramme

Lausanne – Gottéron 6:1 (1:0, 1:1, 4:0)

50 Zuschauer. –SR Hebeisen/Piechaczek (GER), Schlegel/Cattaneo. Tore: 10. Malgin (Gibbons) 1:0. 36. Hudon (Gibbons, Malgin) 2:0. 40. (39:59) Gunderson (Desharnais, DiDomenico/Powerplaytor) 2:1. 41. (40:53) Malgin (Gibbons, Genazzi) 3:1. 47. Bertschy (Kenins) 4:1. 54. (53:40) Hudon (Malgin) 5:1. 55. (54:08) Douay (Maillard) 6:1. Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Lausanne, 4-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron.

Lausanne: Boltshauser; Genazzi, Barberio; Heldner, Frick; Grossmann, Marti; Krueger, Antonietti; Gibbons, Malgin, Hudon; Bertschy, Emmerton, Kenins; Bozon, Jooris, Almond; Jäger, Maillard, Douay.

Freiburg-Gottéron: Berra; Sutter, Kamerzin; Gunderson, Chavaillaz; Aebischer, Jecker; Brodin, Desharnais, Mottet; DiDomenico, Schmid, Herren; Sprunger, Bykow, Marchon; Rossi, Walser, Jörg; Bougro.

Bemerkungen: Lausanne ohne Conacher (überzähliger Ausländer), Gottéron ohne Abplanalp, Furrer, Jobin (alle verletzt) und Stalberg (überzähliger Ausländer). – Schussstatistik: 55:26.

Die FN-Besten: Malgin, Jörg.

Bern – Gottéron 1:2 (0:0, 1:0, 0:2)

Keine Zuschauer. – SR Tscherrig/Fluri, Altmann/Progin. Tore: 34. Jeremi Gerber (Thiry, Berger) 1:0. 54. Rossi (Jörg) 1:1. 59. Walser (Rossi, Jörg) 1:2. Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Bern, 3-mal 2 Minuten gegen Gottéron.

Bern: Wüthrich; Untersander, Henauer; Andersson, Blum; Zryd, Beat Gerber; Thiry, Colin Gerber; Scherwey, Jeffrey, Pestoni; Praplan, Haas, Moser; Sciaroni, Neuenschwander, Ruefenacht; Berger, Heim, Jeremi Gerber.

Freiburg-Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Sutter, Kamerzin; Aebischer, Jecker; Bykow, Desharnais, Stalberg; DiDomenico, Schmid, Herren; Rossi, Walser, Jörg; Sprunger, Marchon, Mottet; Bougro.

Bemerkungen: Bern ohne Bader, Brithén und Burren (alle krank), Gottéron ohne Abplanalp, Furrer, Jobin (alle verletzt) und Brodin (überzähliger Ausländer). Bern ab 58:37 ohne Torhüter. – Schussstatistik: 45:29.

Die FN-Besten: Haas, Berra.

Rangliste: 1. Lausanne 10/22. 2. ZSC Lions 11/18. 3. Zug 7/17. 4. Gottéron 7/14. 5. Genf-Servette 6/12. 6. Rapperswil-Jona Lakers 8/11. 7. Lugano 6/9. 8. Bern 8/9. 9. Ambri-Piotta 9/9. 10. Biel 6/5. 11. SCL Tigers 7/5. 12. Davos 5/4.

Team 2021/22

Schwieriger Balanceakt auf dem Transfermarkt

Die erste Nationalmannschaftspause im November dient den Mannschaften der National League im Normalfall dazu, allmählich die Weichen für die nächste Saison zu stellen. Aber was ist derzeit schon normal? Die Nationalmannschaft spielt gar nicht – und auch Transfertätigkeiten und Vertragsverhandlungen sind schwierig. «Es ist kompliziert, wenn man nicht genau weiss, wie es finanziell weitergeht. Was kann man in so einer Situation für Saläre anbieten?», sagt Gottérons Trainer und Sportchef Christian Dubé.

Trotzdem hat sich Dubé bereits seine Gedanken gemacht – intensiv sogar: «Ich habe mein Team im Kopf.» Wie es mit der Umsetzung aussehe, sei dann allerdings eine andere Sache. Für ein Minimum an Verhandlungen habe er vom Club aber immerhin bereits grünes Licht erhalten. «Ich spreche regelmässig mit Agenten und Spielern. Allerdings ist niemand in Eile.» Zwar sorge die aktuelle Krise durchaus für Ängste und Sorgen bei den Spielern, trotzdem sei es nicht so, dass diese nun aus lauter Verzweiflung für die Hälfte des üblichen Salärs unterschreiben würden. «Im Zweifelsfall warten sie lieber ab.»

Wer bleibt?

Nur abwarten und zuschauen könne er als Sportchef jedoch nicht, wenn Gottéron den Anschluss an die starken Teams der Liga halten wolle. Die eine Frage, die sich stellt: Mit welchen Spielern aus dem aktuellen Kader wird der Sportchef verlängern? Ende Saison laufen die Verträge von Marc Abplanalp, Philippe Furrer, Andrei Bykow, David Desharnais, Gaétan Jobin, Nathan Marchon und Viktor Stalberg aus. Ein Spezialfall ist Ryan Gunderson, dessen Vertrag grundsätzlich ebenfalls ausläuft, sich aber automatisch verlängert, wenn der amerikanische Verteidiger diese Saison eine bestimmte Mindestanzahl Spiele absolviert.

Klammert man die ausländischen Spieler aus, die grundsätzlich einfacher zu ersetzen sind, sind die Namen Bykow und Furrer klar die prominentesten. Als Verteidiger Furrer auf die Saison 2018/19 hin mit einem hoch dotierten Vertrag zu Gottéron wechselte, waren Freude und Erwartungen gross in Freiburg. Welche Zwischenbilanz zieht Dubé nach gut zwei Jahren? «Er ist ein Typ mit Charakter. Sein Einfluss auf das Team ist deshalb nicht zu unterschätzen. Das gilt auch auf dem Eis. Wenn er gespielt hat, hatte er einen grossen Impact.» Das Wort «wenn» in diesem Satz zeigt gleichzeitig das Problem auf. Furrer erweist sich auch in Freiburg als sehr verletzungsanfällig. In seiner ersten Saison absolvierte er 25 Spiele, letzte Saison 38.

Aktuell ist er bereits wieder verletzt. «Er war öfter verletzt, als wir uns erhofft hatten», sagt auch Dubé über den 35-Jährigen. Und Bykow? Freiburger Eigengewächs mit 611 Einsätzen für Gottéron, dessen Vater Slawa im Verwaltungsrat des Clubs sitzt. «Ich hatte schon ein sehr offenes Gespräch mit ihm. Der Ball liegt bei ihm, wenn er Leistung bringt, gibt es keinen Grund, warum er den Club verlassen sollte. Bisher liefert er meistens, egal ob als Flügel oder als Center», so Dubé.

Wer kommt?

Wie jede Saison, wird für die kommende Spielzeit zudem die eine oder andere Neuverpflichtung hinzukommen. «Wir sind nur einige wenige Spieler davon entfernt um die Plätze ganz oben im Klassement zu spielen», sagt Dubé grundsätzlich zur Ausgangslage. Im Sturm sei die Mannschaft ganz gut aufgestellt. Gerne würde der Sportchef aber einen bis zwei Verteidiger «mit einem grossen Impact auf das Spiel» verpflichten. «Klar ist aber auch, dass das im Schweizer Eishockey traditionell sehr schwierig ist.» Pro Jahr kämen nur wenige richtig gute Verteidiger auf den Markt. «Um die beginnt dann ein Tauziehen zwischen den Clubs, was schnell zu einem gegenseitigen Überbieten führt. Und so etwas können und wollen wir in der aktuellen Situation natürlich nicht mitmachen.»

Die Bekanntgabe einer Neuverpflichtung sei diese Woche nicht zu erwarten, sagt Christian Dubé. Vertragsverlängerungen hingegen sind nicht ausgeschlossen.

fm

 

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