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«Und dann macht es bumm»

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Pascal Mancini, Sie haben bereits an diversen Grossanlässen teilgenommen. Welchen Stellenwert hat die EM in Zürich in Ihrer Karriere?

Tatsächlich bin ich mit der Staffel unter anderem bereits an zwei Weltmeisterschaften gestartet, aber diese EM ist natürlich der wichtigste Wettkampf in meiner Karriere. Weil ich 2005 das erste Mal an einer Junioren-WM an den Start gegangen bin, verfüge ich über einiges an Erfahrung. In Zürich werde ich jedoch erstmals in der Elite-Kategorie über die 100 Meter antreten, das ist eine Premiere.

 

 Welche Rolle wird der Heimvorteil in Zürich spielen?

Es ist natürlich sehr speziell, vor dem heimischen Publikum zu laufen. Es ist eine zusätzliche Motivation.

 

 Was ist mit dieser Unterstützung für Sie möglich?

Das ist schwierig zu sagen. Ich kann nicht kontrollieren, welche Zeit beispielsweise für den Finallauf gefragt sein wird. Es kann sein, dass eine Zeit von 10,18 Sekunden gefordert ist. Deshalb habe ich kein konkretes Ziel vor Augen. Ich hoffe einfach, dass ich meine besten Saisonleistungen bestätigen kann. Wenn ich also um die 10,30 laufe, wäre das bereits gut. Eine Herausforderung für mich wird ebenfalls sein, dass ich sofort schnell laufen muss bei den Vorläufen vom Dienstag. In diesem Jahr habe ich im ersten Lauf an Meisterschaften noch nie eine Zeit von unter 10,40 erreicht. Diesbezüglich muss ich mich steigern.

 

 Und was liegt mit der 4-mal-100-m-Staffel drin?

Wir waren in dieser Saison schnell unterwegs. Dies, obwohl bei den Stabwechseln noch nicht immer alles optimal funktioniert hat. Ich glaube dennoch daran, dass eine Medaille für uns möglich ist. Über die 100 Meter wäre dies für mich auch mit einer persönlichen Bestleistung nicht möglich, deswegen ist die Staffel für mich wirklich wichtig. Das war schon so, als ich vor einem Jahr begonnen habe, auf diese EM hinzuarbeiten.

 

 Damals waren Sie aufgrund eines Dopingvergehens noch gesperrt (siehe Kasten). Nun sind Sie zurück. Spüren Sie Ablehnung oder Skepsis in der Leichtathletik-Szene?

Ich hatte gedacht, dass ich dies spüren würde. Aber es ist nicht der Fall. Ganz zu Beginn, während der Hallensaison, gab es sicher noch kritische Beobachter. Jetzt fühle ich mich voll akzeptiert. Ich bin demütig geworden und gehe respektvoll mit allen um. Das spüren die Leute auch.

 

 Was haben Sie rückblickend aus dieser Doping-Affäre gelernt?

Ich hatte früher Mühe, auf Menschen zuzugehen, mit ihnen zu diskutieren und sie zu informieren. Hätte ich das gekonnt, wäre ich wohl nicht bestraft worden. Das war mein Fehler. So aber musste ich mich zwei Jahre alleine durchschlagen. Ich habe mein ganzes Leben neu organisiert. Ich bin erwachsener und verantwortungsvoller geworden. Ich kann deshalb nicht einmal sagen, dass ich die Geschehnisse bereue. Ich habe unheimlich viel lernen können. Nicht nur im sportlichen Bereich, sondern fürs ganze Leben.

 

 Auf der Bahn sind Sie nach der Sperre schneller denn je. Was haben Sie geändert?

Ich übernehme nun Verantwortung für mein Tun und habe verstanden, dass ich nur schnell laufen kann, wenn ich Spass daran habe. Dann ist die Motivation am grössten. Ausserdem habe ich festgestellt, dass ich gerne alleine trainiere–dies obwohl ich nicht alles über das Training und die Technik weiss. Wichtig ist mir die Freude am Sport. Diese will ich mir erhalten. Ich will keine Zeit mehr für unnütze Diskussionen verlieren und mache mir keine grossen Gedanken mehr. Stress ist mir völlig fremd geworden.

 

 Sie werden also auch in Zukunft auf die Unterstützung eines Trainers verzichten?

Ja. Aber es ist nicht so, dass ich ganz alleine auf mich gestellt bin. Ich frage bei vielen Leuten von Zeit zu Zeit um Rat, etwa bei meinem ehemaligen Trainer Laurent Meuwly oder bei Adrian Rothenbühler (Anm. der Red.: Ex-Trainer von Ellen Sprunger).

 

 Ihre persönliche Bestleistung liegt bei 10,28 Sekunden. Was ist für Sie noch möglich?

Ich bin ein Perfektionist und wenn ich mich laufen sehe, halte ich das für eine Katastrophe. Ich habe sicherlich grosse Stärken, gleichzeitig aber auch grosse Schwächen. Es ist viel Verbesserungspotenzial vorhanden. Technik, Kraft, die Souplesse–es macht mir Spass, Lösungen zu finden, um das alles zu optimieren. Welche Zeit für mich drinliegt, kann ich nicht sagen. Daran will ich auch nicht denken. Sicher ist einzig, dass ich noch schneller rennen kann.

 

 Wie sehen Ihre letzten Vorbereitungen aus, damit Sie am Dienstag im Vorlauf ihre beste Leistung auf die Bahn bringen können?

Viele Athleten machen in den letzten Tagen vor einem Wettkampf aus Angst zu viel. Ich denke, dass eine Pause die beste Vorbereitung ist. Ich trainiere seit einem Jahr auf diesen Event hin, da werden ein oder zwei Trainings nichts ändern. Wenn ich mich die letzten Tage stillhalte, bin ich frustriert und verspüre so viel Lust, am Tag x zu laufen. Und dann macht es bumm.

 

Zahlen und Fakten

Schweizer Meister über 100 Meter

Bereits mit 13 Jahren liess Pascal Mancini sein Talent erkennen, als er beim Athletic-Cup im Dreikampf die beste Leistung seines Jahrganges zeigte. 2008 verbesserte Mancini denJuniorenrekord über 60 mauf 6,78 Sekunden und wurde Schweizer Hallen-Meister. Bei der U20-WM 2008 lief er auf Rang 14. Ein Jahr später wurde der Freiburger an derHallen-EM Zwölfter, bei der U23-EM wurde er über die 100 m Zehnter. Seit 2009 war Mancini Mitglied der 4-mal-100-m-Staffel und stellte mit dieser in 38,78 Sekunden einen neuen Schweizer Rekord auf. 2010 holte sich Mancini denSchweizer-Meister-Titel in der Halleüber 60 m(PB 6,61).Bei der Hallen-WM in Doka kam er auf Rang 17. Im selben Jahr wurde die Staffel mit Mancini bei der EM mit neuem Schweizer Rekord Vierte (38,69). 2011 folgte wiederum SM-Gold in der Halle. Ein neuer Schweizer Rekord mit der Staffel beim Meeting in Zürich wurde nachträglich aberkannt, weil Mancini gegen die Antidopingbestimmungen verstossen hatte. Nach einerzweijährigen Sperrekehrte er 2014 zurück, lief in 10,28 eine neue persönliche Bestzeit und wurde erstmalsSchweizer Meister über 100 m.fs

Rückblick: Eine zweijährige Sperre wegen einer Nandrolon-Injektion

A m 11. Juli 2012 wurde Pascal Mancini des Dopings mit Nandrolon für schuldig erklärt. Die Sperre galt rückwirkend ab dem 30. Januar 2012. Dem damals 23-jährigen Freiburger wurde am 30. September 2011 von Dr. Gontran Blanc Nandrolon – ein anaboles Steroid – injiziert. Diesen Fehler meldete der Arzt umgehend Antidoping Schweiz. Dr. Blanc und Mancini erklärten vor der Disziplinarkammer von Swiss Olympic für Dopingfälle, dass es sich bei der Injektion um einen Irrtum des Arztes gehandelt habe. An Trainingskontrollen durch Antidoping Schweiz wurde Mancini, der zu jener Zeit für Stade Genève startete, schliesslich am 20. November 2011 und am 8. Dezember 2011 positiv auf Nandrolon getestet. Auch wenn Pascal Mancini vor zwei Jahren Mühe damit hatte, das Urteil zu akzeptieren, legte er keinen Einspruch gegen das Urteil ein. «Ich war damals naiv, zu glauben, dass das sofortige Geständnis von Dr. Blanc, mir Nandrolon anstatt Cortison injiziert zu haben, für mich sprechen würde. Ich hätte sofort meinen Trainer, den Verband und die Medien über den Medizinfehler informieren sollen. Stattdessen glaubte ich, dass die Erklärung des Arztes alles regeln würde.» Er habe nur diese eine Nandrolon-Injektion erhalten, beteuert der Freiburger.

Trotz der langen Sperre ist für Mancini, der an der Universität Freiburg Psychologie studiert, immer klar gewesen, dass er seine Karriere nicht beenden würde. Dies, obwohl Swiss Athletics ihn als Folge seines Vergehens per sofort aus dem Förderprogramm «World Class Potentials», dem er seit 2009 angehört hatte, ausgeschlossen hat. Si

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