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Unerschütterliches Selbstvertrauen

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5 und 4, 14 und 10, 7 und 6, 13 und 5 – das sind die Verhältnisse zwischen Treffern und Assists von Lukas Lhotak in den vier letzten Saisons mit Ambri-Piotta. Und auch jetzt, nach elf Spielen in der National League mit Freiburg-Gottéron, verbuchte der Stürmer bisher zwei Tore, aber noch kein entscheidendes Zuspiel. «Schon bei den Junioren habe ich immer mehr Tore geschossen als Assists erzielt. Ich mag es eben lieber, den Abschluss zu suchen als einen Pass zu spielen», sagt Lhotak ehrlich. Es ist die Sinnesart eines Skorers, die auch schon mal anecken kann. Mit seinen 13 Toren war er letzte Saison bei Ambri der viertbeste Schütze, dennoch schickte in Trainer Luca Cereda für drei Partien zum Partnerteam Biasca Ticino Rockets in die Swiss League – für die er selbstredend vier Tore bei nur einem Assist erzielen konnte… «Mit Cereda war es etwas schwierig, oft war ich nur der 13. Stürmer oder ich musste zu Biasca», erklärt Lhotak eine Saison mit «Hochs und Tiefs». Cereda hatte vornehmlich das Defensivverhalten des 25-Jährigen kritisiert und damit etwas, womit sich Goalgetter mit ihrer zuweilen egoistischen Spielweise nicht selten konfrontiert sehen.

Ein Déjà-vu

Wenig überraschend deshalb, dass der Start von Lhotak in Freiburg ebenfalls ein wenig holprig verläuft und er noch nicht skort wie erhofft. «Während den Testspielen hatte ich einen Platz in der ersten oder zweiten Sturmformation, in den ersten Meisterschaftsspielen hat der Trainer dann aber anders entschieden.» Lhotak fand sich für ihn unerwartet wiederum in der Rolle des 13. Stürmers wieder. «Wie alle neuen Spieler braucht auch Lukas etwas Zeit, um unser Spielsystem kennenzulernen. Es ist ein anderes, als es etwa in Amb­ri praktiziert wird», sagt Gottéron-Trainer Mark French, der extremen Wert auf die Disziplin legt und mit der Systemtreue Lhotaks nicht immer zufrieden war.

Die Qualitäten des Linksschützen zweifelte der Kanadier indes nie an. «Lukas ist der Typus Spieler, der immer einen Weg findet, um sich seine Tormöglichkeiten zu erarbeiten. Sogar als er in der vierten Linie spielte und wenig Eiszeit hatte, war das der Fall gewesen», hält French fest. Es sei für ihn klar gewesen, dass Lhotak mit der Zeit eine andere Rolle einnehmen werde. So war er im Powerplay für die Position im Slot von Beginn an gesetzt, und zuletzt formte Lhotak ein Trio mit Matthias Rossi und Andrei Bykow. «Ich habe mir diesen Platz erkämpft.»

Mit 17 von Prag nach Ambri

Lhotak ist keiner, der Widrigkeiten aus dem Weg geht. Sein Werdegang als Eishockeyspieler ist besonders: In Prag geboren, suchte er im jungen Alter von 17 Jahren die Herausforderung und wechselte von den Junioren Mlada Boleslavs – einer kleinen Stadt nordöstlich der tschechischen Hauptstadt – in Schweiz zu Ambri-Piotta. «Ich wollte etwas Neues ausprobieren», blickt er zurück. «Ambris Novizen hatten einen tschechischen Trainer, der mich angefragt hatte, ob ich nicht ins Tessin kommen möchte. Ohne die Eltern und Freunde war es zwar manchmal schwierig, aber ich habe es einfach gemacht – und jetzt bin ich schon seit acht Jahren hier.»

Von der Millionenstadt Prag in das kleine Tessiner Dorf Amb­ri – der Kontrast könnte nicht grösser sein. «Natürlich war ich ziemlich verdutzt, als ich zum ersten Mal nach Ambri gekommen bin. Aber das hat sich relativ rasch gelegt. Die Leute waren alle herzlich zu mir und haben mich unterstützt, auch wenn ich zunächst nur Englisch gesprochen habe.» Weil der körperlich robuste Stürmer während mehreren Jahren eine gewisse Anzahl von Partien in Juniorenligen absolviert hatte, bekam Lhotak dann schliesslich die Schweizer Spiellizenz zugesprochen. «So machte es für mich keinen Sinn mehr, in meine Heimat zurückzukehren. Ich wollte hierbleiben, auch weil mir das Leben in der Schweiz gefallen hat.»

Eine Luftveränderung strebte Lhotak nach sieben Jahren in Ambri aber doch an. «Das lag allerdings nicht an der schwierigen letzten Saison mit Cereda.» Er sei keiner, der vor Prob­lemen davonlaufe. «Ich dachte eher, dass ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt meiner Karriere das Beste für mich ist.» Er habe einige Angebote auf dem Tisch gehabt, die Gespräche mit Freiburgs Sportdirektor Christian Dubé und seinem Landsmann Michal Birner hätten ihn dann dazu veranlasst, Gottéron seinen Zuschlag zu geben.

Kein Tiefstapler

Nach Jahren des Kampfes gegen den Abstieg hat Lhotak mit seinem neuen Verein Grosses vor. «Zuerst wollen wir in die Playoffs kommen. Im Kreis der Mannschaft haben wir vor dem Saisonstart auch vom Titel gesprochen. Ich bin überzeugt, dass wir dieses Ziel erreichen können», stapelt er nicht tief. Ein Selbstverständnis, das im letzten Jahr mit einem Aufgebot für das tschechische Nationalteam zusätzlich aufgebaut wurde. Im Rahmen der Euro Hockey Tour bestritt Lhotak in Moskau drei Partien mit Tschechien. «Das war eine grosse Freude. Ich hatte davor einige gute Spiele gezeigt und unter anderem zweimal gegen Gottéron getroffen», erinnert sich Lhotak. Für sein Land aufzulaufen bleibe eines seiner Ziele, unterstreicht er. Angesichts der grossen Konkurrenz dürften die Aussichten dafür allerdings gering sein. Ob für die persönlichen oder die kollektiven Vorsätze, die Herangehensweise von Lhotak bleibt die gleiche. «Ich will jeden Tag besser werden und dem Trainer zeigen, dass ich in eine offensive Linie gehöre.»

Vorschau

Gottéron wohl wieder mit Julien Sprunger

Gottérons Cheftrainer Mark French kann heute im Heimspiel gegen Ambri-Piotta (fast) aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den verletzten tschechischen Stürmer Michal Birner standen gestern alle Spieler beim Training auf dem Eis. Auch Julien Sprunger, der am Sonntag beim Cup-Spiel gegen den SC Bern (1:6)kurzfristig hatte Forfait geben müssen, war dabei. Die Verletzung, die er sich in der letzten Woche zugezogen hatte, hat sich als nicht gravierend herausgestellt. Mark French zeigte sich jedenfalls zuversichtlich, was den Einsatz seines Topskorers angeht: «Ich bin optimistisch. Es gibt eine gute Chance, dass er gegen Ambri wieder auf dem Eis sein wird.»

Im Tor wird heute wieder Reto Berra stehen, nachdem im Cupspiel Ludovic Waeber zwischen den Pfosten gestanden hat. Und der kanadische Stürmer Jacob Micflikier dürfte seine Premiere in der National League geben.ms

Heute spielen

Gottéron – Ambri-Piotta 19.45

Rapperswil – Servette 19.45

Lugano – EV Zug 19.45

SCL Tigers – Lausanne 19.45

ZSC Lions – Biel 19.45

«Schon bei den Junioren habe ich immer mehr Tore geschossen als Assists erzielt. Ich mag es eben lieber, den Abschluss zu suchen als einen Pass zu spielen.»

Lukas Lhotak

Gottéron-Stürmer

Der heutige Gegner

Die Fakten zum HC Ambri-Piotta

• Auch nach dem Zuzug des Freiburgers Daniel Manzato (von Lugano) hat sich Benjamin Conz zwischen den Pfosten Ambris behauptet. Mit einer Fangquote von knapp 92 Prozent spielt der Ex-Gottéron-Keeper sehr solid.

• Ambri hat mit einer Erfolgsquote von 24,4 Prozent das beste Überzahlspiel der National League.

• Verbesserungswürdig ist die Bully-Statistik. Mit 44,77 Prozent gewonnenen Anspielen weist nur Biel eine noch schwächere Bilanz auf.

• Mit im Schnitt 4,82 Schüssen pro Match sucht kein anderer Spieler so viel den Abschluss wie Dominik Kubalik. Der Tscheche tut das mit Erfolg. Mit sieben Toren und sechs Assists ist Kubalik der Topskorer der Liga.

• Verletzt bei Ambri sind der Amerikaner Bryan Lerg und Elias Bianchi.

«Ich will jeden Tag besser werden und dem Trainer zeigen, dass ich in eine offensive Linie gehöre.»

Lukas Lhotak

Gottéron-Stürmer

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