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Unpassender Hysterie-Vorwurf

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In seinem Leserbrief wünscht sich Herr Megert, dass die Task Force für das Spital Tafers nicht mit einer «Realitätsallergie ausgestattet bleibt» – um in der Folge die «hysterischen Reaktionen» zu kritisieren, die auf den Grundsatzentscheid des Verwaltungsrates des HFR gefolgt seien. «Hysterie» ist eine veraltete Bezeichnung für eine «dissoziative Störung», bei der – vereinfacht gesagt – die verschiedenen bewussten Prozesse nicht mehr in Einklang gebracht werden. So beispielsweise die Erinnerung an Vergangenes, die nicht mehr in die Entscheidung und Handlung des Betroffenen integriert werden kann. Und genau das ist, was in der derzeitigen Diskussion um das Spital Tafers massiv stört. Denn das Spital Tafers ist eben nicht ein «gewichtiger Unkostenfaktor» in der Spitallandschaft, sondern wurde bis zu dessen Integration in die undurchsichtige HFR-Struktur kostendeckend betrieben! Wenn schon, dann ist der Vorwurf der Hysterie also nicht an die Adresse derjenigen zu formulieren, die sich daran erinnern.

Der Verwaltungsrat des Freiburger Spitals (HFR) hat einen Bericht in Auftrag gegeben, der die Situation des HFR analysieren und konkrete Massnahmen vorschlagen soll. Dass nun vor dessen Vorliegen und ohne transparente Grundlagen bereits dessen Erscheinen vorweggenommen wird, das ist der Stein des Anstosses. Zumindest die SP Sense stellt sich nicht grundsätzlich gegen eine Optimierung der Strukturen des HFR. Dass aber die Bevölkerung des Sensebezirkes vor vollendete Tatsachen gestellt wird, Entscheide ohne Einbezug der vor Ort tätigen Ärzte und Fachpersonen gefällt werden, diesen anschliessend auch noch der Mund verboten wird und das Ganze eben nicht mit transparenten Fakten begründet wird, ist inakzeptabel. Es geht bei der Sprachenfrage auch nicht darum, ob alle Patienten alle Behandlungsschritte im Sensler Dialekt erklärt erhalten. Dass aber ein Patient und sein Umfeld die Instruktionen des Pflegepersonals für eine korrekte Einnahme der Medikamente und seine weitere Betreuung in einer Sprache erhalten, die sie verstehen, ist nicht nur das Anliegen eines ewiggestrigen Sensler Politikers, sondern wirkt sich direkt auf die Behandlungsaussichten aus – und muss darum auch als ein Kriterium in die Debatte einbezogen werden.

Olivier Flechtner, Schmitten

«Zumindest die SP Sense stellt sich nicht grundsätzlich gegen eine Optimierung der Strukturen des HFR.»

 

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