Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Unser Spiel war zu kalkuliert»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Timo Helbling, viel besser als beim 7:1-Sieg am Dienstag hätte es für Gottéron nicht laufen können. Wie fällt Ihre Analyse im Nachhinein aus?

Ja, es war wirklich ein sehr guter Match von unserer Seite. Wir hatten bereits die Partien zuvor nicht so schlecht gespielt, aber wir haben einen Weg gefunden, unser Level noch einmal zu erhöhen. Das war auch nötig. In den Playoffs zählt schliesslich einzig der Sieg. Wir waren in der Serie mit 0:2 hinten und mussten ganz einfach reagieren. Dies gelang uns gut.

 

 Waren die Emotionen, die vorher vielleicht ein wenig im Spiel von Gottéron gefehlt hatten, der eigentliche Schlüssel zum Erfolg?

Wir mussten unser ganzes Spiel verbessern. Das Emotionale war nur einer von vielen Faktoren. Es war sicherlich gut, dass wir über die Emotionen ins Spiel kamen. Wichtig war aber auch, dass wir das erste Tor erzielen konnten. Auch vorher hatten wir gute Starts. Hätten wir schon damals das Skore eröffnen können, hätten am Ende alle gesagt, Freiburg habe von Beginn weg dominiert.

 

 Die Klotener schreiben die Niederlage ihren Undiszipliniertheiten zu und betonen, dass es egal sei, ob man in den Playoffs mit 1:7 oder 0:1 verliere. Hinterlässt eine solche klare Niederlage tatsächlich keine Spuren?

Bei uns war es letztlich ebenfalls egal, wie wir verloren hatten. Wir waren auch zweimal knapp dran und hätten danach alles hinterfragen können. Es ist wichtig, dass man nicht abhebt, wenn man gewinnt, und nicht alles hinterfragt und zu negativ ist, wenn man als Verlierer vom Eis muss. Ich kann nicht sagen, wie sich die Klotener jetzt fühlen, aber ich weiss, dass wir immer noch sehr fokussiert sind. Noch immer liegen wir in der Serie mit 1:2 hinten, es ist noch nichts gerettet. Wir haben einfach einen ersten Schritt zurück in die Serie getan. Es sind Playoffs, da zählt Match für Match. Das nächste Mal beginnen wir wieder bei null und es kann wieder ein ganz anderes Spiel geben.

 

 Am Donnerstag steht Spiel vier in Kloten an. Kann Gottéron auswärts genau gleich agieren wie im St. Leonhard, oder ist das Spiel mit den Emotionen in fremder Halle gefährlich?

Natürlich ist jede Partie anders; der Grundgedanke muss aber der gleiche bleiben, egal ob auswärts oder zu Hause. Am Ende ist und bleibt es ein Eishockeymatch. Deshalb ist es wichtig, dass wir so weitermachen wie am Dienstag, sei es jetzt ein Heim- oder ein Auswärtsspiel. Wir haben in dieser Saison auswärts viele gute Spiele gezeigt und wissen, dass wir in anderen Eishallen gewinnen können. Auch das erste Spiel in Kloten haben wir mehrheitlich dominiert–wir waren die bessere Mannschaft. Wir gehen sicher mit einem guten Gefühl nach Kloten.

 

 Hans Kossmann sagte, dass er erst nach dem zweiten Halbfinalspiel das Gefühl gehabt habe, dass die Mannschaft in den Playoffs angekommen sei. Fehlte nach der einseitigen Viertelfinalserie gegen Ambri tatsächlich die nötige Playoff-Intensität?

Im Nachhinein kann man natürlich immer alles analysieren und sogar überanalysieren. Wenn wir die zwei ersten Spiele gegen Kloten gewonnen hätten und vielleicht effizienter gewesen wären, hätten alle gesagt, Freiburg spiele clever und super-effizient und blablabla. Jetzt heisst es, Kloten habe sehr intelligent gespielt. Wie immer gilt es auch hier die Balance zu finden. Natürlich, wenn man 0:2 hinten liegt, muss man etwas machen. Es war so etwas wie die letzte Chance für uns. Wir wussten, dass eine dritte Niederlage eine kleine Vorentscheidung gewesen wäre.

 

 Am Dienstag hatten Sie eine Privatfehde mit Klotens Finne Tommi Santala. Sie spielten einst in dessen Heimat (in der Saison 10/11 für Kärpät Oulu). Haben Sie ihm das eine oder andere nette Wort auf Finnisch gesagt?

Nein, ich kann kein Finnisch. Aber er spricht gut genug Englisch. (lacht)

 

 Ist für Sie diese Episode mit dem Spiel vom Dienstag abgehakt?

Sicher, ja. Santala ist natürlich schon einer ihrer besten Spieler. Wenn ich eine Chance sehe, probiere ich natürlich, meine Checks fertig zu machen und mein physisches Spiel einzubringen. Ich konnte diesbezüglich mein Level noch einmal erhöhen. Genau gleich wie alle meine Mitspieler ihres auch steigern konnten. Dies im Wissen, dass es ein sehr wichtiger Match für uns war. Meine Rolle ist definiert durch meine Grösse und durch meine physische Seite. Es ist klar, dass ich ein Zeichen setzen wollte. Ich denke aber, dass die ganze Mannschaft ein Zeichen setzen konnte. Die Stürmer standen konsequent vor dem gegnerischen Tor und übten noch mehr Druck aus. Stark war auch die vierte Linie, die gleich einen guten ersten Einsatz hatte und so alles ins Rollen brachte.

 

 Ist der Sieg von Dienstag der Wendepunkt in dieser Halbfinalserie?

Wichtig ist, dass wir die guten Sachen mitnehmen, dass wir mit diesem guten Gefühl in den nächsten Match gehen. Wir haben gesehen, dass wir eine Top-Mannschaft sind, wenn wir unser Potenzial ausschöpfen. Vielleicht hat vorher gefehlt, dass wir nie ganz an unser Limit gekommen sind und zu kalkuliert gespielt haben. Wir wollten es zu gut machen, anstatt einfach rauszugehen und Eishockey zu spielen. Das war am Dienstag der Unterschied zu den anderen Spielen.

«Meine Rolle ist definiert durch meine Grösse und meine physische Seite. Es ist klar, dass ich ein Zeichen setzen wollte.»

 Timo Helbling

Gottéron-Verteidiger

 

Vorschau: «Wir wollen wieder so intelligent und mit dieser Leidenschaft spielen»

H eute Abend (20.15 Uhr, live auf SF2) bestreitet Gottéron im Playoff-Halbfinal die zweite Auswärtspartie in Kloten. Die Freiburger liegen in der Best-of-7-Serie mit 1:2 in Rückstand und benötigen ein Rebreak, um in den Final einziehen zu können. «Am Dienstag haben wir unseren Einstand in diesen Halbfinal gegeben», sagt Hans Kossmann. «Wenn wir zur Sache gehen, sind wir eine gute Mannschaft. Aber es war nur ein Sieg. Damit dürfen wir uns natürlich nicht zufriedengeben.» Beim diskussionslosen und deutlichen 7:1-Erfolg vom vergangenen Dienstag sah der Gottéron-Trainer eine Menge Gutes von seinem Team. «Wir müssen deshalb möglichst viel von diesem Match mitnehmen. In Kloten wollen wir wieder so intelligent und mit dieser Leidenschaft spielen.» Tempo, Tore und Cleverness, alles habe an diesem Abend zusammengepasst. «Das ist schön so. Und wenn es läuft, ist es umso besser, dass am übernächsten Tag gleich wieder ein Spiel ansteht», so Kossmann, der sich sicher ist, dass die gute Leistung seine Spieler zusätzlich beflügeln wird.

Auf Seiten der Klotener redete am Dienstag keiner die herbe Niederlage schön. Sie hätten einfach schlecht gespielt, sagte etwa Cyrill Bühler, der viel lieber bereits vorausblickte. «Wir werden uns daran erinnern, wie sich die Niederlage anfühlt. Daraus werden wir die Energie für das Spiel vom Donnerstag schöpfen.» fs

Freiwilliges Training: Kleine Wehwehchen als gutes Zeichen

M it Andrei Bykow, Julien Sprunger, Benjamin Plüss, Niklas Hagman, Christian Dubé, John Fritsche, Michael Ngoy sowie Jérémie Kamerzin blieben gestern gleich acht Spieler dem Training fern. Dies sei aber kein Grund zur Beunruhigung, gab Trainer Hans Kossmann Entwarnung. «Es war ein freiwilliges Training. In der aktuellen Phase der Meisterschaft muss jeder selber wissen, wann er trainiert.» Für das heutige Spiel seien alle fit – also auch Fritsche, der am Dienstag im letzten Drittel krankheitshalber geschont wurde, und Kamerzin, der zwei Zähne verloren hat. «Dass die Spieler das eine oder andere Wehwehchen haben, ist ein gutes Zeichen», befand Kossmann. Wechsel in der Aufstellung sind nicht zu erwarten.

Bei den Flyers dürfte heute Marcel Jenni, der vorgestern krank war, ins Line-up zurückkehren. Dafür wird aller Voraussicht nach Verteidiger Lukas Stoop fehlen, der sich das Knie verdreht hat. fs

Mehr zum Thema