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«Unsere Esel sind keine normalen Esel»

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Der Krach um die Esel der Salvatorianer konnte beigelegt werden

«Alle Leute lieben Rafikel und Siginella, und wir wären sehr traurig, wenn sie nicht mehr an ihrem angestammten Platz weiden dürften», meinte Frau Zellweger, die Initiantin der Petition für die beiden Esel. Vor allem die Kinder hätten grosse Freude an ihnen. «Ja gut, hie und da schreien sie, aber das ist doch normal!»

Der Streit um die Esel dauert nun schon einige Jahre. Immer wieder haben sich Nachbarn bei Bruder Sigfried, der sich um die Esel kümmert, beschwert: «Dieser ewige Lärm ist ja nicht mehr auszuhalten!» Daraufhin wurden die Esel hinter das Anwesen des Salvatorianerordens versetzt, wo sie bis zum Jahreswechsel blieben. «Aber dort ging es ihnen nicht gut. Die Kinder kamen sie nicht mehr besuchen, das machte die beiden ganz traurig», sagte Frau Zimmermann dazu.

Am 3. Januar wurde Siginella, die übrigens ihren Namen Bruder Sigfried verdankt, schwer krank und musste im Stall vor dem Haus gepflegt werden. Dies sei auf Anweisung des Tierarztes geschehen, wie Monika Huber, die sich ebenfalls um die Esel sorgt, mitteilte. Durch diese Begebenheit wurde der Konflikt aufs Neue entfacht und endete schliesslich in einer Strafanklage.

«Bei einer Strafanklage kann der Richter jedoch nur eine Busse oder Haft gegen den Besitzer aussprechen, eine Versetzung der Esel kann nicht auf diese Weise erreicht werden», gab Markus Meuwly, der Verteidiger der Eselhalter, namentlich Monika Huber, Marie Aebischer und Bruder Sigfried, zur Auskunft. Doch dies sei ja nicht das Ziel der Kläger und ausserdem Sache des Zivilrichters.

Kläger waren falsch informiert

Hansruedi Schor, einer der Kläger, meinte dazu: «Ich wollte etwas unternehmen und wusste nicht, wie vorzugehen. Die Polizei hat mir dann geraten, eine Strafanzeige einzureichen.» Er habe jedoch nicht gewusst, dass er stattdessen ein Zivilverfahren hätte einleiten können. Zudem fühlte er sich durch den in den FN erschienenen Artikel angegriffen: «Es ist nicht fair, wenn sich die Presse in unseren Streit einmischt und erst noch Partei ergreift.»

Schon Probleme mit Schafen

Früher haben Schafe vor dem Haus geweidet, genau dort, wo jetzt die Esel sind. Zeitweise teilten sich Esel und Schafe sogar die Wiese. Auch da gab es Probleme mit den Nachbarn: Ein Schaf trug ein Glöckchen, das andauernd bimmelte. Bruder Siegfried hat daraufhin das störende Glöckchen entfernt und die Schafe hinters Haus verlegt.

Dazu kam auch noch die Geschichte mit dem bellenden Appenzeller-Hund, der auch Leuten im Haus der Salvatorianer gehörte. Damals haben sich die Kläger ebenfalls vom Lärm belästigt gefühlt. Kurz: Es sind nicht die Esel, welche die unzufriedenen Nachbaren stören, sondern der Lärm, den sie verursachen.

Lösung in Sicht

Der Streit zwischen den beiden Parteien schien schon ziemlich festgefahren. Es brauchte die Vermittlung von einer Drittperson. Eine nicht ganz leichte Aufgabe für Untersuchungsrichter Markus Julmy, der die Untersuchung leitete: «Der Fall ist nur bedingt strafrechtlich relevant, ist es doch ein Nachbarschaftskrieg, der vor allem auf Missverständnissen beruht.» Nach halbstündiger Verhandlung konnte schliesslich eine Lösung ausgearbeitet werden: Die Esel dürfen weiterhin im gewohnten Turnus auf den Feldern vor dem Anwesen weiden. Die Nachtruhezeiten von 21 Uhr bis 7 Uhr müssen jedoch bei der Fütterung berücksichtigt werden. Denn merke: Esel schreien nur, wenn sie sich freuen. Und freuen tun sie sich immer, wenn sie von Bruder Sigfried oder Monika Huber gefüttert werden.

Zwischen Juli und September müssen die Esel aber während acht Wochen hinter dem Haus gehalten werden. Im Sommer nämlich wollen die Nachbarn auf dem Balkon ihre Ruhe haben.

Alle zufrieden

Am Schluss sah man bei allen Anwesenden nur freundliche Gesichter. Bruder Sigfried strahlte: «Endlich kann das Kriegsbeil begraben werden!» Und auch Hansruedi Schor war zufrieden: «Wir haben erreicht, was wir wollten.» Die Klage wurde somit fallen gelassen und der Konflikt gelöst.

Man kann nur hoffen, dass das Versprechen um der Esel willen eingehalten wird. Denn «unsere Esel sind keine normalen Esel», wie Monika Huber sagt. Sie jedenfalls wird alles tun, damit Rafikel und Siginella zufrieden sind.

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