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Unsittliche Berührungen

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Unsittliche Berührungen

Strafgericht Tafers verurteilt Sensler zu einem Monat Gefängnis

Das Strafgericht Sense in Tafers hat am Donnerstag einen 32-jährigen Mann zu einem Monat Gefängnis bedingt auf zwei Jahre verurteilt. Ihm wurde zur Last gelegt, zwei Nachbarsmädchen unsittlich berührt zu haben.

Von IMELDA RUFFIEUX

Die Vorfälle ereigneten sich vor rund anderthalb Jahren in einem Mehrfamilienhaus im unteren Sensebezirk. Der Angeklagte und die Familie des einen Opfers waren Nachbarn. Der Mann war angeschuldigt, das damals knapp 14-jährige Mädchen bei mehreren Gelegenheiten belästigt zu haben.

Bei einem Vorfall im Keller habe er das Licht gelöscht und sie zu küssen versucht und bei einem Besuch in seiner Wohnung habe er sie auf das Bett gedrängt und versucht, ihr den Pullover hochzuschieben. Bei anderen Treffen habe er ihr an die Brüste gefasst. Ähnliches soll er auch bei einem zweiten Mädchen gemacht haben, dieses Mal aber draussen, im Beisein von anderen Jugendlichen.

Auch Vorwürfe wegen
Nötigung und Drohung

Das erste Mädchen hatte sich seiner Tanzlehrerin anvertraut, die es daraufhin gedrängt hatte, mit den Eltern zu sprechen. Die Anklage vor dem Strafgericht Sense betraf aber nicht nur sexuelle Handlungen mit Kindern, sondern auch Nötigung und Drohung.

Die beiden letzten Punkte gehen zum einen auf Aussagen des Mädchens zurück, der Mann habe ihr im Treppenhaus gedroht, im Sinne von «Warte nur, was passiert …». Zum anderen wurde im Treppenhaus der Spruch «Wir sehen uns auf dem Schulweg» entdeckt, der ebenfalls dem Angeklagten zugeschrieben worden ist.

Der Fall wurde gestern nach einer Verfahrenspause seit Mitte April unter der Leitung von Gerichtspräsident Peter Rentsch weiterverhandelt. Auf dem Programm stand unter anderem die Zeugenaussage eines Jugendlichen. Der 16-Jährige soll beim Vorfall mit dem zweiten Mädchen dabei gewesen sein. Er konnte sich aber nur sehr vage daran erinnern.

Widersprüchliche Aussagen

Der Pflichtverteidiger des Angeklagten wies in seinem Plädoyer auf die vielen Widersprüche in den Aussagen der Mädchen und der Mutter hin. Die Unstimmigkeiten betreffen die Vorfälle an sich, aber auch die zeitliche Abfolge. «Es sind zwar nur Details, aber sie zeigen doch, dass hier etwas nicht stimmt», erklärte der Anwalt.

«Es sind sehr massive Anschuldigungen, die hier gegen diesen Mann erhoben werden, und es ist sehr schwer das Gegenteil zu beweisen», unterstrich der Verteidiger. Sein Mandant passe vielleicht ins Schema eines Kinderschänders: arbeitslos, unsicheres Auftreten, Mühe, sich auszudrücken, doch sei dies kein Beweis für die Schuld. Er wies zum Schluss auf die Tragweite einer Verurteilung hin, die seinen Mandanten ein Leben lang belasten würde. Der Angeschuldigte selbst erklärte in seinem Schlusswort, er sei sich keiner Schuld bewusst.

300 Franken Genugtuung

Das Bezirksgericht in Tafers verurteilte den Mann schliesslich wegen sexuellen Handlungen mit Kindern zu einem Monat Gefängnis bedingt, mit einer Probezeit von zwei Jahren. Der Familie des einen Opfers wurde eine Genugtuung von 300 Franken zugesprochen. Vom Vorwurf der Nötigung und Bedrohung wurde er freigesprochen.

Sachumstände zum Teil unklar

«Das Gericht hat sich das Urteil nicht leicht gemacht», erklärte Peter Rentsch in der kurzen Urteilsbegründung. Bei abweichenden Versionen und fehlenden Beweisen komme jeweils die Frage der Glaubwürdigkeit auf. Beim einen oder anderen Vorfall kam das Gericht zum Schluss, den Angeklagten von den Vorwürfen freizusprechen, weil die Sachumstände zu unklar seien.

Kaum zufällige
Berührungen

Hingegen beurteilte das Gericht die Aussagen der beiden Mädchen als glaubwürdig, dass der Mann sie mehrfach angefasst habe. Es sei unwahrscheinlich, dass es sich dabei
jedes Mal um zufällige, unbeabsichtigte Berührungen ohne sexuelle Absichten gehandelt habe, führte Peter Rentsch aus. Ausserdem habe der Angeklagte in der ersten Einvernahme gegenüber der Polizei
zugegeben, Fehler gemacht zu ha-
ben.

«Ohne die Vorfälle verniedlichen zu wollen, sind sie doch eher im Bagatell-Bereich der sexuellen Handlungen anzusiedeln», hielt Gerichtspräsident Rentsch fest. Deshalb sei das Gericht zu der einmonatigen bedingten Gefängnisstrafe gekommen. Sie solle eine Warnwirkung auf den Verurteilten haben.

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