Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Unterwegs zu 20 Pilger- und Kraftorten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Unterwegs zu 20 Pilger- und Kraftorten

Autor: Anton Jungo

Anton Scherer und Bernhard Zurbriggen sind in den vergangenen zwei Jahren zu 20 Pilgerorten in der Schweiz gewandert. Aus dem gemeinsamen Unterwegssein ist der Wanderführer «Wandern und wallfahren» entstanden, der eben im Paulusverlag in Freiburg erschienen ist. Die beiden Autoren messen dabei dem Weg und den ihn begleitenden Naturschönheiten ebenso viel Bedeutung zu wie dem besuchten Wallfahrtsort und seiner Geschichte selbst. «Der Weg zu Fuss wird heute von vielen pilgernden Menschen zunehmend wieder bevorzugt, weil es ihnen guttut an Leib und Seele und weil sie so mehr Zeit haben, den Sinn ihres Besuches der Gnadenstätte zu verinnerlichen», schreiben sie im Begleittext zum Buch.

Gute Ergänzung

Beim Verfassen des Wanderführers kamen die Fähigkeiten der beiden Autoren voll zum Tragen. Bernhard Zurbriggen, Naturwissenschafter und pensionierter Lehrer am kantonalen Lehrerseminar, hat die Wanderrouten beschrieben und die Höhenprofile erstellt. Er kommentiert auch die kulturgeographischen Phänomene, auf die der Wanderer/Pilger auf dem Weg trifft. Anton Scherer, Theologe und pensionierter Leiter des Paulusverlages, beschreibt die Pilgerstätten und gibt kurze kunsthistorische Hinweise auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die beiden Autoren betonen aber in einem Gespräch, dass sie die Texte jeweils gegenseitig gelesen haben und der Wanderführer ein echtes Gemeinschaftswerk sei.

«Wandern und wallfahren» lautet der Titel Ihres eben veröffentlichten geistlichen Wanderführers. Wo setzen Sie die Unterschiede bei den beiden Formen des Unterwegsseins?

Bernhard Zurbriggen: Das Besondere am Buch ist, dass es die beiden Formen des Unterwegsseins eben gerade in Verbindung bringt. Der meditative Wert des Wanderns wird durch den Zielort betont. Andererseits trifft das Wandern gewiss auch die Symbolik des Lebenswegs mit seinem Auf und Ab und der Notwendigkeit, hin und wieder an einem Kraftort zur Ruhe zu kommen.

Anton Scherer: Wer wandert, ist zu Fuss unterwegs zu einem Ziel, will die Landschaft und die Stille geniessen, auf dem Weg Entdeckungen in der Natur erleben, abschalten vom Alltag, sich fit halten und vielleicht mit anderen Menschen ins Gespräch kommen. All diese Motive bewegen auch Menschen, die sich auf eine Wander-Wallfahrt begeben. Das Ziel ist dann jedoch ein Ort mit einer Kirche oder Kapelle, wo Menschen seit Jahrhunderten immer wieder in Besinnung und Gebet Kraft oder Hilfe in besonderen Anliegen erfahren haben. Diese Wanderer sind vielleicht auch von speziellen Anliegen getrieben, wollen Klarheit auf ihrem Lebensweg finden und hoffen, unterwegs und am Ziel eine neue Tiefe in ihrem Leben zu erfahren.

Die Wanderungen führen zu 20 Pilgerorten. Nach welchen Kriterien haben Sie die 20 Orte ausgewählt?

Bernhard Zurbriggen: Es gab zwei wesentliche Vorgaben: Zum einen sollte die ganze Schweiz mit ihren verschiedenen Landschaftstypen repräsentiert sein. Dann aber war es wichtig, günstige Routen für drei- bis fünfstündige Wanderungen zu finden mit lohnenden Ausblicken und fussfreundlichen Wegen.

Haben Sie alle Pilgerstätten persönlich besucht und wie haben Sie sich die Arbeit bei der Beschreibung des Weges und der Pilgerstätten aufgeteilt?

Anton Scherer: Bernhard Zurbriggen und ich haben im Lauf der letzten zwei Jahre alle zwanzig vorgestellten Routen gemeinsam erwandert. Bernhard als Geograf hat sich vor allem um die Beschreibung des Weges und die Darstellung der Kartenseiten gekümmert. Ich war für die Vorstellung des jeweiligen Pilgerortes (Geschichte, Sehenswürdigkeiten) sowie für die Auswahl der besinnlichen Texte verantwortlich. Wir haben aber die Texte gegenseitig gelesen und besprochen, so dass das Buch ein Gemeinschaftswerk ist. Ich selber habe nachträglich die meisten Orte noch ein- oder zweimal per Auto oder Zug besucht, um das Geschriebene zu verifizieren. Wo das nicht möglich war, habe ich den betreffenden Text Ortskundigen zur Kontrolle geschickt.

Für welchen Personenkreis ist Ihr geistlicher Wanderführer gedacht?

Bernhard Zurbriggen: Es gibt keine Einschränkung des Personenkreises. Klar ist nur, dass der Wanderführer gedacht ist für Menschen, die gerne ein paar Stunden unterwegs sind. Es kann sein, dass jemand ein Anliegen oder einen Dank mit sich trägt, wie das für Pilger üblich ist, oder dass er sich einfach neugierig der spirituellen Welt des Pilgerns und seiner Traditionen einmal zuwenden will.

Anton Scherer: Aber auch Menschen, denen Wandern Mühe bereitet, können im Buch wertvolle Informationen über die dargestellten Pilgerorte erfahren und aus den geistlichen Texten Gewinn für ihr Leben schöpfen.

Welchen Ort würden Sie einem Anfänger in Sachen «Wandern» beziehungsweise in Sachen «Wallfahren» empfehlen?

Anton Scherer: Wenn wir in der näheren Umgebung von Freiburg beginnen wollen, würde ich die Route nach Berlens bei Romont empfehlen. Der Weg ist nicht allzu lang, weist nur geringe Steigungen auf. Das Ziel ist ein bescheidenes, aber sehr eindrückliches Kirchlein, wo kein grosser Wallfahrtsrummel herrscht – ideal, um zur Ruhe zu kommen.

Bernhard Zurbriggen: Wir haben alle Orte sorgfältig ausgewählt. Mein Lieblingsweg – wen wunderts – führt seit der Kindheit zur Hohen Stiege bei Saas Fee, ein wunderbares Beispiel, wie Wanderung und Meditation auf dem Weg zusammenfinden und wie die Bergwelt Sinnbild für eine «höhere Welt» sein kann.

Haben Sie einen der Pilger- orte als besonderen Kraftort erfahren?

Anton Scherer: Es sind mehrere Orte, die mich von der Landschaft oder vom betreffenden Heiligtum beeindruckt haben. Ein besonderes Erlebnis war für mich aber die Wanderung zur Kapelle zur Hohen Stiege in Saas Fee: Der Aufstieg durch den sogenannten Kapellenweg zwischen Felsen und Lärchen, am Ziel der Anblick der idyllischen Kapelle, im Hintergrund die Viertausender der Mischabel-Gruppe. Da fühlte ich mich «dem Himmel so nah».

Bernhard Zurbriggen: Für mich war Santa Maria in Calanca ein eindrücklicher Wallfahrtsort, wo man gespürt hat, welche tief wurzelnde Bedeutung dieser Flecken Erde in früheren Zeiten hatte.

Gibt es besondere Zeiten, in welchen einzelne Orte mit Vorteil aufgesucht werden?

Bernhard Zurbriggen: Zur Blütezeit im Frühling sind z.B. Mariastein oder Klingenzell besonders reizvoll, weil dann die Fruchtbäume in voller Pracht stehen. Die Wallfahrtsorte in den Alpen sind eher im Sommer und im frühen Herbst attraktiv.

Anton Scherer: Zu den höher gelegenen Orten (z.B. Müstair, Ziteil, Ahorn, Maria Rickenbach) empfiehlt sich eine Wanderung eher im Sommer oder Frühherbst. Die Wallfahrtskapelle im bündnerischen Ziteil ist nur im Sommer und dann nur am Wochenende offen.

Totentanztafel, entstanden um 1700, in der Heiligkreuzkapelle in Seelisberg.Bilder zvg

Loretto-Kapelle beim Bürglentor in Freiburg.

Karolingische Malerei im Kloster Müstair: Christus im Zentrum eines Gemmenkreuzes.

Muttergottesstatue in Flüeli-Ranft, vor der schon Bruder Klaus gebetet haben dürfte.

Die beiden Buchautoren Bernhard Zurbriggen (l.) und Anton Scherer zusammen unterwegs.

Zum Buch

Die 20 Pilgerorte

Im Buch «Wandern und wallfahren» werden die folgenden Pilgerorte vorgestellt: Ahorn AI; Berlens FR; Broc (Notre Dame de Marches) FR; Bürglen FR; Einsiedeln SZ; Fischingen TG/St. Iddaburg SG; Flüeli-Ranft OW; Gormund LU; Heilig Kreuz LU; Klingenzell TG; Kühmatt VS; Maria Bildstein SG; Maria Rickenbach NW; Mariastein SO; Meltingen SO; Müstair GR; Saas Fee (Hohe Stiege) VS; Sta Maria in Calanca GR; Seelisberg UR und Ziteil GR. ja

Zurbriggen, B. / Scherer, A.N., Wandern und wallfahren. Unterwegs zu 20 Pilgerorten in der Schweiz. Vorwort von Abt Martin Werlen OSB, Paulusverlag Freiburg Schweiz, 224 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen, Karten und Höhenprofilen, Fr. 38.–

Der meditative Wert des Wanderns wird durch den Zielort betont.

Autor: Bernhard Zurbriggen

Autor: Autor

Da fühlte ich mich «dem Himmel so nah».

Autor: Anton Scherer

Autor: Autor

Mehr zum Thema