Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Unvermittelt drang die Welt in den Schlosshof

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es war der Moment kurz vor der Zugabe, der am Donnerstag die Stimmung am Eröffnungskonzert der diesjährigen Murten Classics schlagartig veränderte. Gerade hatte das Publikum die Pianistin Judith Jáuregui für ihren gefühlvollen Auftritt gefeiert. «Ich bin glücklich, in Murten zu spielen», wandte sich Jáuregui ans Publikum. Gleichzeitig spüre sie Trauer. Denn in Barcelona habe ein Terroranschlag 13 Todesopfer gefordert. Ein betroffenes Raunen ging durch das Publikum. Viele Zuhörer hatten noch nichts vom Anschlag erfahren. Jáuregui widmete ihre Zugabe, ein Stück des spanischen Impressionisten Frederic Mompou, den Opfern von Barcelona. «Hoffentlich kann Musik Frieden bringen», so Jáuregui. Lange hielt sie am Ende des Stückes die Stille, bevor die Zuschauer zögerlich applaudierten und in gedämpfter Stimmung den Murtner Schlosshof verliessen.

Orchester entwickelt Sog

Während des Konzertes hatte wenig auf den dramatischen Ausgang hingedeutet. Auf dem Programm standen die Ouvertüre zur Oper «Don Giovanni» von Wolfgang Amadeus Mozart, Mozarts Sinfonie in D-Dur mit dem Beinamen «Prager Sinfonie» sowie das Klavierkonzert in a-Moll von Robert Schuhmann. Den Prager Philharmonikern unter der Leitung von Kaspar Zehnder gelang es, die Gegensätze in der Ouvertüre zu Don Giovanni herauszuarbeiten. Paukenschläge und dunkle Akkorde kündeten zu Beginn das tragische Ende der Hauptfigur an. Durch die gedehnten Phrasen entwickelte der erste Teil einen intensiven Sog, dem man sich als Zuhörer schwer entziehen konnte. Im Kontrast dazu steht der zweite Teil mit seiner Energie und Lebensfreude. Das Orchester ging diesen Teil nicht übermässig eilig, aber lebendig an. Während andere Orchester in der trockenen Akustik des Murtner Schlosshofes zuweilen fast untergehen, verstärkte die Akustik in diesem Fall die Wirkung der einzelnen Klanggruppen. Als einziges Manko erklangen die ersten Violinen zu Beginn des Konzertes wenig einheitlich, was sich im Verlaufe des Konzerts besserte.

Unruhiges Publikum

Dem Orchester scheint die Musik von Mozart zu behagen. Das zeigte sich in der Prager Sinfonie, in der zwischen der fröhlichen und verspielten Stimmung immer wieder Tragik und Melancholie durchscheinen. Legte das Orchester viel Ausdruck in das melancholische Adagio, spielte es im Allegro leicht, um plötzlich mit Kraft in überschäumende Freude auszubrechen. So entwickelte sich die Sinfonie überaus kurzweilig. Schade nur, dass das Publikum nach dem ersten Satz applaudierte und sich lautstark unterhielt. Überhaupt störten die Zuhörer gerade in den ruhigen, melancholischen Sätzen die musikalische Atmosphäre wiederholt mit ihrer Unruhe. Das Orchester liess sich davon allerdings kaum irritieren. Stattdessen stellte es die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart in all ihren Farben und Schattierungen dar. Das Publikum applaudierte vor der Pause denn auch unüblich lange und intensiv.

Zurückhaltende Pianistin

Nach der Pause folgte der erste Auftritt von Judith Jáuregui, die dieses Jahr Artist in Residence der Murten Classics ist. Die baskische Pianistin bestreitet während des dreiwöchigen Festivals sechs Konzerte. Am Eröffnungsabend interpretierte sie das Klavierkonzert in a-Moll von Robert Schuhmann. Jáuregui und Kaspar Zehnder erzählten im Vorfeld des Festivals, wie sie bei ihrem ersten gemeinsamen Konzert in Spanien schnell eine musikalische Verbindung aufbauen konnten. Diese Verbindung zeigte sich im gestrigen Konzert. Das Orchester und die Solistin reagierten gut aufeinander. Das zeigte sich etwa darin, dass sich das Orchester in den Solopassagen zurücknahm und so der Pianistin genug Raum liess. Jáuregui ihrerseits ging in den Orchesterpartien sichtbar mit. Obwohl sie virtuos spielt, wirkte ihre Technik unspektakulär und lässt damit der musikalischen Gestaltung umso mehr Raum. Die Gestaltung ist die eigentliche Stärke der Pianistin. So interpretierte sie den Rhythmus relativ frei, wodurch ihre Solopassagen besonders eindringlich wirkten. Das Publikum war begeistert, worauf Judith Jáuregui für ihre Zugabe auf die Bühne zurückkehrte. Dieses letzte Stück von Frederic Mompou wird vielen Besuchern durch die besonderen Umstände wohl lange in Erinnerung bleiben.

Programm am Wochenende

Ein weiteres Konzert der Prager Philharmoniker

Heute werden Werke von Fanny Hensel-Mendelssohn, Max Bruch und Felix Mendelssohn Bartholdy im Schlosshof ertönen – auch diesmal mit der PKF-Prague Philharmonia sowie Laurent Gendre (Leitung) und Patrick Rafter (Violine). Am Sonntag gegen Mittag lädt Murten Classics zu Kammermusik in die Französische Kirche ein. Es werden Werke von Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms gespielt, mit dabei sind Lisa Rieder und Kirill Zvegintsov. Am Sonntagabend findet ein Liederabend mit Stücken von Richard Wagner, Alma Mahler, Gustav Mahler, Clara und Robert Schumann in der Französischen Kirche statt.

jmw

 

Mehr zum Thema