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US-Reise mit bösen Überraschungen

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Akbar Nouri nach vier Monaten Gefängnis und drei Monaten Hausarrest wieder in der Schweiz zurück

Autor: Von ARTHUR ZURKINDEN

Mit zitternden Händen erzählt der 64-jährige Akbar Nouri, ehemaliger Besitzer des Hotels «Primerose au Lac» in Schwarzsee, seine unglaublich klingende Geschichte, neben ihm eine Beige von Dokumenten, die sein erlittenes Ungemach belegen. Von seiner früheren Begeisterung für das freiheitliche Amerika, das für ihn Freiheit verkörperte, ist nicht mehr viel zu spüren. Der gebürtige Iraner, der seit 1962 in der Schweiz lebt, seit 1983 auch Schweizer ist und das Bürgerrecht von Remaufens besitzt, hat den amerikanischen Traum ausgeträumt. «Ich werde nie mehr in die USA reisen, nicht im jetzigen Leben, aber auch nicht in meinem nächsten», sagt er.

Verhaftung in Las Vegas

Gleich nach ihrer Ankunft in Kalifornien wurde die Familie Nouri von ihren Freunden in Malibu nach Las Vegas eingeladen. Als Akbar Nouri nach zwei Tagen das Hotelzimmer verliess, wurde er verhaftet und in Handschellen abgeführt. «Keine Angst, ich habe nichts getan», konnte er seiner Frau und seinen Freunden noch zurufen. «Ich habe gedacht, dass man mir wohl eine Frage stellen wollte und mich dann wieder freilässt», hält er gegenüber den FN fest.Erst nach acht Stunden erfuhr er auf dem Polizeiposten den Grund seiner Verhaftung. Dem Import-Export-Geschäftsmann wurde erklärt, dass er vor fünf bis sechs Jahren Impfstoff für Hühner aus den USA gekauft und diesen nach Iran wei-terverkauft habe, einem Land, das unter dem US-Wirtschaftsembargo steht.Nouri erinnerte sich daran, dass er einmal zufällig einen Geschäfts-mann aus den USA in einer Bar in Dubai getroffen hat. «Ich hatte kein Interesse, mit ihm ins Geschäft zu kommen. Ich wusste, dass man eine Lizenz besitzen, Endverbraucher-Bestätigungen einholen musste und sonst viele Probleme kriegen wür- de, wenn man mit den USA ins Geschäft kommen wollte», erklärt Nouri.Da aber sein Freund, der ebenfalls in dieser Bar war, Interesse bekundete, kam der Handel mit den USA via Schweiz schliesslich doch zustande. Nach seinen Worten wurde nur eine Sendung Impfstoff im Werte von 60 000 Dollars in den Iran geliefert. Laut Nouri war dieser US-Geschäftsmann in Tat und Wahrheit ein amerikanischer Federal-Geheimagent, der ihn reinlegen wollte. «In Dubai wirken Hunderte von US-Agenten, die Informationen über die Geschäftstätigkeit von Dubai nach Iran sammeln», meint er und verweist auf einen Artikel in der Tageszeitung «Le Temps», in welchem behauptet wird, dass die USA von Dubai aus den Iran kontrollieren.Ihm wurde bei der Verhaftung nicht nur dieses Geschäft, sondern auch Geldwäscherei und Verschwörung gegen die USA vorgeworfen. «Ich habe nie etwas Illegales getan», beteuert Nouri, der im Nahen Osten vor allem Handel mit Protein betreibt. «Der Geheimagent hat den Impfstoff von den USA importiert, nicht ich. Ich habe die Ware mit einem Kredit einer Schweizer Bank bezahlt.»

Ein teurer Anwalt

38 Tage verbrachte Nouri nach eigenen Angaben in kalifornischen Gefängnissen in Haft, bevor er in Hand- und Fussschellen gefesselt nach Philadelphia geflogen wurde, um vor dem Commonwealth-Gericht zu erscheinen. Er nahm sich einen bekannten Anwalt, der – so Nouri – eine Anzahlung von 100 000 Dollar verlangte. «Kürzlich musste ich noch 42 000 Dollar nachzahlen», ergänzt er.«Sie können doch nicht Leute wegen Hühner-Impfstoff vor Gericht bringen», habe der Richter während der Verhandlung zum Staatsanwalt gesagt. Laut Nouri hat aber der Richter nichts entschieden, stellte aber Nouri unter Hausarrest, weil er eine weitere Gefängnisstrafe nicht verantworten konnte. Damit dies möglich war, mussten seine Freunde in Malibu ihre Häuser als Kaution zur Verfügung stellen. So verbrachte Nouri ab Februar an der kalifornischen Küste im Haus seiner Freunde einen drei-monatigen Hausarrest und genoss dabei viele Freiheiten und wurde auch mehrmals von seinen Familienmitgliedern besucht.

Verschwörung zugegeben

Seine Aussichten auf eine baldige Heimkehr in die Schweiz als freier Mann waren aber nicht sehr rosig. Der Staatsanwalt wollte ihn vor ein Geschworenengericht bringen. Bis dieses hätte tagen können, wären viele Monate, ja Jahre verstrichen. Deshalb konnte der Anwalt erreichen, dass es zu einem Treffen zwischen ihm sowie FBI-, CIA-Agenten, Homeland-Security-Leute und der Staatsanwaltschaft kam. Der Anwalt riet Nouri, die Verschwörung zuzugeben (die Anklage wegen Geldwäscherei wurde inzwischen zurückgezogen), um in die Freiheit entlassen zu werden.Trotz des «Geständnisses» verknurrte ihn eine Richterin dennoch zu 22 Tagen Gefängnis. «Ich glaube, die Richterin war erbost, weil der Staatsanwalt zu spät zur Gerichtsverhandlung kam und sie eine Viertelstunde warten liess», sagt Nouri, wird er nach einem Grund für die Verurteilung befragt. Normalerweise erfolge nach einem solchen Deal keine Verurteilung mit unbedingter Gefängnisstrafe.

Freude von kurzer Dauer

Nach diesen drei Wochen freute er sich auf seine Entlassung. Die Freude währte aber nicht sehr lange. Beim Gefängnis-Ausgang wartete die nächste böse Überraschung auf ihn in Form von Polizisten, die ihn gleich wieder verhafteten. Und diesmal wurde ihm vorgeworfen, die Einreise-Bestimmungen verletzt zu haben. Er hatte eine Aufenthaltsbewilligung von drei Monaten, die aber mittlerweile abgelaufen war.Die Tatsache, dass er gerne in die Schweiz zurückgekehrt wäre, aber dies wegen des Gefängnis-Aufenthalts und des Hausarrests nicht konnte, liessen die Einwanderungsbehörden nicht gelten. Noch zwei Monate und zwölf Tage musste er im Gefängnis verbringen, unter furchtbaren Bedingungen, wie er sagt, bevor er am 6. August in Handschellen an den Flugplatz gebracht wurde, um endlich den Rückflug in die Schweiz antreten zu können. Ohne Intervention der Schweizer Botschaft in Washington und des Konsulats in New York hätte seine Inhaftierung noch länger gedauert.

Haftdossier bestätigt

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte gegenüber den FN das Vorhandensein eines Haftdossiers Akbar Nouri. Die US-Botschaft in Bern wollte den Vorfall nicht kommentieren, liess aber den FN offizielle Dokumente zukommen, welche eine Verurteilung Nouris wegen Handels mit dem Iran belegen. Auch alt Bundesrat Joseph Deiss erklärte, dass er auf Wunsch seiner ehemaligen Studentin der Familie Nouri Ratschläge für das Vorgehen erteilt habe.

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