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Vater von 650 Waisenkindern

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Während der Adventszeit wollen die Klassen der zweiten Stufe der OS Düdingen auch an andere denken und mit Spendenaktionen Kinder in Not unterstützen. Deshalb haben sich die Schülerinnen und Schüler am 9. November im Podium versammelt und den Ausführungen von Beat Renz zugehört, der über sein Hilfsprojekt in Tibet erzählte. Die Klasse 2E berichtet über den Anlass.

Zwei Kinderdörfer

«Ich halte einen Schweizer Rekord. Ich habe 650 Kinder», bringt Beat Renz die Jugend­lichen zu Beginn seines Vortrags ins Staunen. Renz meint damit die Kinder in den beiden Tadra-Kinderdörfern: Denn so viele Kinder beherbergen diese beiden Dörfer in Osttibet, die Renz und sein Team unterstützen. Er sei für sie wie ein Vater und kenne jedes Kind beim Namen, erzählt er den anwesenden Schülern. Zu Beginn teilt der Projektleiter Schweiz des Tadra-Hilfsprojekts Eigenheiten zu Tibet mit (siehe Kasten). Der Name des Hilfswerks setzt sich aus Tawo und Drango zusammen – den beiden Regionen, aus denen die Kinder des ersten Kinderdorfes zu Beginn aufgenommen wurden.

Hartes Schicksal

Die Strassen- und Waisenkinder, welche die beiden Tadra-Kinderdörfer beherbergen, stammten hauptsächlich aus Nomadenfamilien und kämen mit einer traumatischen Vergangenheit in die Kinderdörfer, sagt Renz. Die Eltern der Kinder seien verstorben oder hätten diese schon früh verlassen. Viele seien plötzlich auf sich selbst gestellt und müssten ums nackte Überleben kämpfen. Die älteren müssten sich schliesslich um die kleineren Geschwister kümmern. Durch Mönche, Nomaden oder Behörden, welche das Schicksal dieser Kinder den Kinderdörfern melden, können viele in diese Dörfer einziehen und erhalten so eine Chance auf ein besseres Leben.

Die Kinder, die dort leben, unterstützten einander sehr und hätten einen grossen Zusammenhalt, erzählt Renz. «Psychologisch geschulte Personen hat es keine. Jedes Kind hat ein ähnliches Schicksal hinter sich. Sie therapieren einander selber», erklärt der Freiburger. «Viele Kinder haben ihr Lachen verloren. Doch danach blühen sie auf wie wunderschöne Blumen.»

Das Tadra-Projekt wurde 1995 von zwei Tibetern gegründet. Das Ehepaar wuchs am Bodensee in einem Pestalozzi-Kinderdorf auf und baute nach diesem Vorbild die beiden Kinderdörfer Tawo und Golok. Im Vordergrund stand nicht nur, den Kindern das Überleben zu sichern, sondern auch, ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Jedes Jahr können pro Dorf 30 Kinder aufgenommen werden. «Ein Dach über dem Kopf zu haben, drei Mahlzeiten pro Tag und liebevolle ‹Geschwister› an der Seite sind das Wichtigste für die Kinder», sagt Renz. «Die Schule ist ein Geschenk. Sie ist ihre einzige Chance.» Die Kinder seien dankbar dafür. Bereits vor Schulbeginn würden sie den Schulstoff vom Vortag wiederholen. 95 Prozent der Kinder erreichten einen Notendurchschnitt, der es ihnen erlaube, eine weiterführende Schule zu besuchen. Auch Berufslehren würden angeboten. In der Freizeit sind Spiele mit den Händen und Volkstänze beliebt. Gegenstände besitzen die Kinder kaum, wie der Projektleiter erzählt.

Im Winter liegen die Kinder meist zu zweit im Bett, um sich zu wärmen. Nur das auf 4000 Metern über Meer gelegene Kinderdorf, wo im Winter die Temperatur auf bis zu minus 30 Grad Celsius sinkt, hat eine Heizung, die aber erst bei minus 20 Grad eingeschaltet wird. «Jede und jeder von euch hat ja zuhause bestimmt ein ‹Tibetarium›», meint er scherzend. Gemeint ist die Tiefkühltruhe. «Dort könnt ihr bei rund minus 18 Grad gut nachfühlen, wie kalt es in Tibet ist.»

Respekt spiele in Tibet eine zentrale Rolle. So werde jedes neuankommende Kind im Dorf liebevoll aufgenommen. Die Kinder verfügten über eine aussergewöhnliche Sozial­kompetenz: Streit entstehe nie, Teilen sei selbstverständlich. Die Tadra-Stiftung wird von Spenden und Patenschaften aus der Schweiz und Deutschland finanziert, sagt der Projektleiter (siehe auch Interview unten). Alle Helfer arbeiteten ehrenamtlich. Der Einsatz von Beat Renz beeindruckt die Achtklässler und sie wollen zugunsten der Kinder in Tibet eine Spendenak­tion durchführen.

Weitere Infos: www.tadra.ch

Zahlen und Fakten

Rund zehn Millionen Einwohner

• Tibet ist rund 60 Mal grösser als die Schweiz.

• Das tibetische Hochland liegt durchschnittlich auf 4500 Metern über Meer.

• In Tibet leben heute rund 10 Millionen Menschen.

• Die Tibeter rufen sich alle beim Vornamen.

• Bis vor kurzem war es üblich, ein Familienmitglied ins Kloster zu senden.

• Das Grundnahrungsmittel der Nomaden ist Tsampa. Das sind aus Gerstenmehl und Buttertee geknetete Bällchen.

• Da es ab einer Höhe von 4000 Metern über Meer kein Holz mehr gibt, benutzen die Nomaden Yakfladen als Brennstoff.

• Seit dem Einmarsch Chinas in Tibet im Jahr 1950 ist die politische Lage angespannt.

Klasse 2E, OS Düdingen

«Jedes Kind hat ein ähnliches Schicksal hinter sich.»

Beat Renz

Projektleiter Tadra-Hilfsprojekt

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