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Verbaute Schönheit soll Strom liefern

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascale Hofmeier (Text) und Corinne Aeberhard (Bilder)

Die Warme Sense ist auf der Höhe von Zollhaus bis etwas oberhalb der Geissalpbrücke verbaut: Ein Damm schützt die Strasse vor Überschwemmungen, und im Flussbett liegen 18 Schwellen, die grösste ist an die vier Meter hoch. Auf dem Abschnitt, der trotz der vielen Eingriffe beeindruckend schön ist, plant die BKW-Tochterfirma Sol E Suisse AG ein Kleinwasserkraftwerk (siehe Kasten). Das erste Vorgesuch hat der Kanton vor einem Jahr negativ beurteilt: Das hydroelektrische Potenzial wurde als mittel eingestuft. Damit ein Projekt im Kanton Freiburg bewilligungsfähig wird, muss es den im Bericht «Beurteilung und Bewirtschaftung der Wasserkraft» festgelegten Kriterien entsprechen. Ein Kriterium ist, dass das Energiepotenzial als hoch bewertet wird. «Um dies zu erreichen, planen wir das Turbinenhaus etwa 120 Meter weiter flussaufwärts», sagt Projektleiter Giordano Favaro von der Sol E. Noch wurde das überarbeitete Projekt nicht beim Kanton eingereicht. «Wir hoffen, im Frühjahr so weit zu sein.»

Opposition garantiert

Doch dem geplanten Kleinwasserkraftwerk weht ein rauer Wind entgegen, am heftigsten aus den Reihen des Umweltschutzverbandes WWF. Dieser hat in einer Studie die Sense als natürlichsten Alpenfluss Europas eingestuft und möchte, dass die Warme Sense – so wie die unverbaute Kalte Sense auf Berner Boden – unter Schutz gestellt wird. Das Hauptargument des WWF: Die unterhalb des Kraftwerks liegenden Abschnitte der Sense, die Auenlandschaft von nationaler Bedeutung, würde beeinträchtigt, weil ein wichtiger Lebensraum für Fische oder auch Insekten durch die Stromproduktion tangiert würde. Zwar räumt der WWF ein, dass der Fluss auf dem Abschnitt verbaut ist, auf dem das Kraftwerk geplant ist. Aber: «Der Fluss ist trotz der verbauten Abschnitte natürlich oder naturnah», schreibt der Umweltschutzverband in einer Stellungnahme. Die massiven Schwellen im Unterlauf seien zwar ein Problem. Allerdings könnten diese kostengünstig wieder fischgängig gemacht werden.

Nicht alle Naturschützer haben sich kategorisch gegen das Projekt gestellt, zum Beispiel Pro Natura Freiburg. «Aus unserer Sicht ist es nicht möglich, nur einen Flussabschnitt isoliert zu betrachten», sagt Geschäftsführerin Yolande Peisl. Es sei eine Grundsatzfrage, ob man an der Sense Strom produzieren solle oder nicht – unabhängig vom Abschnitt: «Wir sollten einen weitgehend naturnahen Fluss nicht für ein paar Kilowattstunden opfern.» Allerdings wolle der Verband mit einer Beurteilung des Projektes warten, bis das detaillierte Dossier aufliege.

«Kanton wird entscheiden»

Konfrontiert mit der Opposition der Naturschützer, stellt Giordano Favaro als Erstes klar: «Der Kanton wird entscheiden müssen.» Schon beinahe in Rage bringt ihn die inkonsequente Bezeichnung des Flusses durch die Gegner. Die Sense wird geografisch betrachtet erst ab dem Zusammenfluss von Warmer und Kalter Sense als Sense bezeichnet. Tatsächlich bezieht sich die Studie des WWF lediglich auf die Kalte Sense und die Sense. Die Warme Sense wurde nicht miteinbezogen.

Der Projektleiter betont, es sei nicht die Absicht, ein naturunverträgliches Projekt durchzuboxen. «Es gibt keinen Stausee, und wir greifen nur an zwei Orten in den Fluss ein.» Als mögliche Kompensationsmassnahme schlage die Sol E vor, einige der Schwellen umzugestalten, damit die Fische nach oben wandern könnten.

Auf der Restwasserstrecke, dem Abschnitt zwischen Entnahme des Wassers und der Rückleitung nach der Turbine, sei vorgesehen, das gesetzliche Minimum von 270 Litern pro Sekunde im Frühling, Sommer und Winter zu überschreiten und zwischen 350 und 550 Litern festzulegen. Um die Auenlandschaft unterhalb des Kleinkraftwerks zu schützen, sei eine Studie erstellt worden. Diese habe ergeben, dass die Geschiebedynamik erst bei einer Abflussmenge von 5,5 Kubikmetern pro Sekunde beginne. «Wenn also so viel Wasser den Fluss runterläuft, stoppen wir die Stromproduktion», sagt Giordano Favaro. Das Gleiche gelte, wenn die minimale Restwassermenge unterschritten werde. «Wir respektieren die ökologischen Kriterien, die für die Produktion von Ökostrom aus Wasserkraft vorgeschrieben sind.» Es sei davon auszugehen, dass Strom vor allem im Frühling bei der Schneeschmelze oder bei Sommergewittern produziert werden könne.

Am Projekt festhalten

«Wir rechnen bei unseren Projekten mit Opposition», sagt Giordano Favaro. Es sei kein Thema, das Kleinwasserkraftwerk an der Sense nicht weiterzuverfolgen. Nach Vorstudien sei die Sol E vom Potenzial der Anlage überzeugt. «Wir hoffen aber, dass wir mit wissenschaftlichen und nicht mit emotionalen Argumenten diskutieren können.» Auch die Strategie des Bundesrates, aus der Atomenergie auszusteigen, mache es notwendig, Werke für erneuerbare Energien zu bauen. «Man kann nicht immer nur davon reden, erneuerbare Energien zu fördern, sich aber gegen die nötigen Anlagen aussprechen.» Er sei sich bewusst, dass es bis zum Bau länger dauern könne.

Weniger Geduld hat in dieser Hinsicht der Besitzer des Bodens, auf dem das Turbinenhaus zu stehen kommt: Werner Wyss von der Holz Zollhaus AG. Er will, dass in Zollhaus ein Zentrum für erneuerbare Energien entsteht. Wyss plant ein Blockheizkraftwerk, in dem die Reste der Holzverarbeitung zu Strom werden. Auf dem Dach einer neuen Halle soll eine Fotovoltaikanlage montiert werden. In die Projekte steckt er knapp rund 1,1 Millionen Franken. «Kommt das Wasserkraftwerk, dann können wir Strom für rund 2000 Haushalte produzieren.»

Wasserkraftwerk

Strom für 550 Haushalte

Das Kleinwasserkraftwerk der Sol E soll künftig jährlich etwa 2,5 bis 3 Gigawattstunden Strom produzieren. Das entspricht dem Verbrauch von 550 bis 700 Haushalten. Bei der zweiten Schwelle oberhalb der Geissalp-Brücke soll das Wasser gefasst werden. Geplant ist, dieses in einer Druckleitung ausserhalb des Flusses bis zum Gelände der Holz Zollhaus AG zu leiten. Dort wird das Wasser turbiniert und rund 400 Meter vor dem Zusammenfluss von Kalter und Warmer Sense wieder in den Fluss geleitet. Die Druckleitung wird etwa einen Kilometer lang und weist rund 55 Meter Gefälle auf. In der Warmen Sense entsteht durch die Wasserentnahme eine Restwasserstrecke. Die Sol E investiert zwischen 5,2 und 5,4 Millionen Franken in das Projekt. Es ist das einzige Kleinwasserkraftprojekt, das die Firma im Kanton Freiburg verfolgt. hpa

Serie

Wem gehört die Sense?

Die Sense hat dem Sensebezirk nicht nur seinen Namen gegeben, sondern ist auch Grenzfluss zwischen den Kantonen Bern und Freiburg. Sie schlängelt sich von Zollhaus bis nach Laupen, mal im breiten Kiesbett, mal zwischen steilen Felswänden durch. In einer Serie beleuchten die FN die teilweise unvereinbaren Ansprüche, die in Bezug auf den Fluss vorhanden sind: Während die Sense für die einen Naherholungsgebiet ist, möchten Umweltschützer die Auenlandschaft so stark wie möglich unter Schutz stellen – und aus Sicht der Energieproduzenten ist der Fluss durch sein starkes Gefälle ein idealer Standort für ein Kleinwasserkraftwerk. im

Giordano Favaro, Projektleiter.

Viele Schwellen und ein Damm prägen die Warme Sense oberhalb von Zollhaus.

«Wir rechnen bei unseren Projekten mit Opposition.»

Autor: Giordano Favaro,

Autor: Projektleiter, Sol E

Zwischen den Schwellen ist die Warme Sense naturnah.

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