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Verbot der Strassenprostitution in der Grand-Fontaine ist eine Möglichkeit

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«Die Strassenprostitution ist untersagt auf Strassen mit überwiegendem Wohncharakter, ausgenommen dort, wo sie bereits traditionellerweise zu finden ist», so lautet ein Abschnitt des Reglements über die Strassenprostitution in der Stadt Freiburg. Und dieser Abschnitt ist den Mitgliedern des Quartiervereins Grand-Fontaine ein Dorn im Auge: In der Alten Brunnengasse gibt es die Strassenprostitution seit dem Mittelalter und ist folglich nicht verboten. Doch der Verein fordert: Die Stadt soll die Strassenprostitution in der Alten Brunnengasse untersagen. «Für uns ist das die einzige Lösung», sagt Denis Boivin, Präsident des Quartiervereins auf Anfrage.

 Die Anwohner der Alten Brunnengasse stören sich an den Frauen, die teilweise auch tagsüber um Freier werben, obwohl das nur von 20 bis 2 Uhr erlaubt ist, und sie stören sich am nächtlichen Lärm.

Treffen am Montag

Am Montag fand erneut ein Treffen der vor knapp zwei Jahren gegründeten Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des Quartiervereins, des Freiburger Gemeinderates, der Orts- und der Kantonspolizei, der Organisation Griselidis und des Oberamtes statt. Es sollte Bilanz gezogen werden, denn im Juli hatte sich der Verein mit einem Brief an den Oberamtmann gewandt, in dem er die Vorkommnisse sowie die Forderungen festhielt. «Es gibt jetzt Verbesserungen, weil die verschiedenen Partner nach Lösungen suchen», sagt Carl-Alex Ridoré, Oberamtmann des Saanebezirks. So würden die letzten Herbst eingesetzten Sicherheitsleute etwas Ruhe bringen (die FN berichteten).

«Die Sicherheitsleute bringen etwas, aber die Frage ist: Reicht das?», sagt Gemeinderat Thierry Steiert. Etliche Probleme blieben bestehen, und deshalb wolle die Stadt bis Anfang 2015 prüfen, ob eineÄnderung des Reglements überdie Strassenprostitution Sinn mache. «Im Moment sind al- le Möglichkeiten offen.» Ein Verbot der Strassenprostitution sei durchaus denkbar.

«Wir haben Verständnis für die Anwohner», sagt Steiert. Oftmals fänden sie am Morgen Erbrochenes, Scherben und sonstigen Dreck vor. Gleichzeitig gelte es, zu relativieren. «Das Quartier liegt mitten in der Stadt, null Lärm gibt es da einfach nicht.»

«Ihre Arbeit ist nicht illegal»

 Die Änderung des Reglements liegt in den Händen der Stadt; der Gemeinderat müsste sie dem Generalrat unterbreiten. Der Entscheid liegt demnach nicht beim Oberamt, dennoch gibt Carl-Alex Ridoré zu bedenken: «Es ist ein heikles Thema. Wird die Strassenprostitution an der Alten Brunnengasse verboten, ist es möglich, dass sie sich verlagert.» Es bestehe die Gefahr, dass die dort arbeitenden Frauen in die Illegalität abtauchten.

Ähnlich sieht es Laurence Charrat Diop vom Programm Griselidis, das sich für die Interessen der Sexarbeiterinnen einsetzt. «Wir sind sehr beunruhigt über das mögliche Verbot.» Werde die Strassenprostitution in der Grand-Fontaine unterbunden, verschiebe sie sich womöglich an den Stadtrand und finde versteckt statt. «In der Brunnengasse ist der Raum klar. Die zentrale Lage bietet den Frauen eine gewisse Sicherheit.» Auch sei es für Griselidis einfacher, Präventionsarbeit zu leisten. «Die Frauen und ihre Arbeit sind nicht illegal. Sie haben eine Bewilligung und arbeiten, um ihre Kinder ernähren zu können.»

 Steiert hingegen hält fest, dass es viele Orte in der Stadt gebe, wo Prostituierte arbeiteten, in Salons, aber nicht auf der Strasse. «Davon merkt niemand etwas, es funktioniert.»

Dies sei nicht dieselbe Art von Arbeit, argumentiert Charrat Diop. «In Salons arbeiten die Frauen über Annoncen, auf der Strasse werben sie direkt um Kunden. Und es sind nicht dieselben Männer, die in Salons gehen oder auf der Strasse Sexarbeiterinnen aufsuchen.»

Café: Entscheid über Patent B+ wird Ende Monat fallen

A n der Bilanzsitzung bezüglich Situation in der Alten Brunnengasse (siehe Haupttext) war auch das Café Grand-Fontaine Thema. Der Oberamtmann Carl-Alex Ridoré entscheidet Ende Monat, ob er dem Café dauerhaft für ein Jahr das Patent B+ erteilen will: Mit diesem kann das Lokal freitags und samstags bis um 3 Uhr morgens geöffnet sein. Bisher erteilte er das Patent provisorisch von Woche zu Woche. Das Café hatte letzten Herbst die Auflage erhalten, dass in der Nacht Sicherheitsleute präsent sind. «Ich werde nun schauen, unter welchen Bedingungen ich das Patent bewilligen könnte.» Eine dauerhafte Bewilligung habe den Vorteil, dass ein Konzept erstellt werden könnte, das auf der Verantwortung der Betreiber beruhe. «Wir könnten so bessere Massnahmen ergreifen, als wenn die Bewilligung provisorisch ist.» Erteilt er das Patent B+ nicht, wird das Café mit dem Patent B laufen, die Betreiber könnten aber jede Woche eine Ausnahmebewilligung für verlängerte Öffnungszeiten beantragen. mir

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