orientierungslauf 24.03.2018

Aebischer will in der Elite Fuss fassen

Die Sensler OL-Läuferin Valérie Aebischer steht vor ihrer ersten Saison in der Elitekategorie. Am Samstag startet sie an der Schweizer Nacht-OL-Meisterschaft. In dieser Saison ist vieles neu für sie.

Es wird dunkle Nacht herrschen, wenn die Schmittnerin Valérie Aebischer am Samstag um 20.23  Uhr in den Wald bei Gelterkinden BL stechen wird. Mit allzu grossen Ambitionen geht die 21-Jährige nicht an den Start. «Da ich absolut kein Fan von Nacht-OL bin, habe ich auch nicht viele Trainings in der Nacht gemacht. Entsprechend bin ich im Dunkeln unsicher», sagt sie. Eine rangmässige Zielsetzung will sie nicht nennen. «Ich möchte einfach ohne grosse Fehler durchkommen.»

Für die Senslerin ist in dieser Saison einiges neu. Sie gehört neu dem U23-Elitekader an. In diese Gruppe werden Läuferinnen aufgenommen, die ganz nah am A-Nationalkader dran sind. Diese Selektion zeigt, welch grosse Hoffnungen die Trainer in sie setzen. Die ersten Trainingslager mit dem Elitekader hat Aebischer bereits hinter sich. So bereitete sie sich kürzlich in Südspanien mit dem Kader auf die neue Saison vor. «Obwohl ich noch nicht lange dem Team angehöre, fühlte ich mich sehr willkommen und gut aufgehoben», erzählt sie. An einem Thema will sie stark mit den Trainern arbeiten: «Ich muss noch lernen, wie ich mit dem Druck und meinen eigenen Erwartungen an mich umgehen kann. Denn im Moment stehe ich mir da selbst ein wenig im Weg», erzählt sie.

Eine weitere Neuerung war, dass sich Aebischer im vergangenen Herbst entschieden hat, sich einem zweiten Klub anzuschliessen. Neben ihrem Stammklub, dem OLC Om­ström Sense, gehört sie neu auch der Elitegruppe der OL Norska an, dem Klub, der im Raum Konolfingen-Münsingen beheimatet ist. Diese Elitegruppe zählt etwa ein Dutzend Eliteläuferinnen und -läufer, die gemeinsame Trainings absolvieren und an nationalen und internationalen Staffelwettkämpfen teilnehmen.

Studenten-WM das Ziel

Auch beruflich hat sich für Aebischer eine Änderung ergeben. Seit dem Herbst absolviert sie in Winterthur die Ausbildung zur Physiotherapeutin. Bislang habe sie genügend Zeit fürs Training gehabt, sagt sie. Das gehe vor allem dank einer guten Organisation. Und bei Abwesenheiten könne sie auf gute Kolleginnen und Kollegen zählen, die ihr die Kursunterlagen zuschicken oder den Stoff erklären.

Für die besten Schweizer OL-Läufer stellen in diesem Jahr die Europameisterschaften im Tessin vom Mai den Saisonhöhepunkt dar. Aebischer hat sich indes die Teilnahme an diesen Titelkämpfen nicht zum Ziel gesetzt. Sie will sich für die Studenten-WM qualifizieren. An den Selektionsläufen für die Europameisterschaft wird sie dennoch teilnehmen. Dort werden die Schweizer Spitzenläuferinnen ihre Karten aufdecken müssen. Bewusst dosiert zu laufen wie in der bevorstehenden Samstagnacht, wird dann nicht mehr drinliegen.