Badminton 26.11.2019

Als klarer Leader in die Winterpause

Tabellenleader Tafers-Freiburg ist in der Badminton-NLA seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat Schlusslicht Lausanne mit 5:3 bezwungen. Den Sieg musste sich die Union allerdings erzittern.

Mit dem siebten Sieg in Serie hat Tafers-Freiburg seine Dominanz in der NLA-Meisterschaft unterstrichen. Obwohl nur mit Sam Parsons als einziger ausländischer Verstärkung angetreten, zwang die Union auch Aufsteiger Lausanne in die Knie. Bevor der 5:3-Sieg feststand, musste der Favorit aber einige bange Momente überstehen.

Für Nervenflattern sorgte zum einen Julian Lehmann, der im dritten Einzel auf David Orteu traf. Das Spiel zwischen dem aktuellen und dem ehemaligen Union-Spieler war ein typisches 50:50-Duell, bei dem sich beide Seiten Siegeschancen ausrechnen durften. Dass der Lausanner schliesslich in drei Sätzen die Oberhand behielt, war aus Freiburger Sicht eine Enttäuschung. Mit einem Sieg hatte die Union auch im zweiten Männerdoppel gerechnet, wo Benedikt Schaller und Roger Schmid gegen Kai Waldenberger/David Orteu antraten. Die Saison der beiden Freiburger war bisher von vielen Hochs und Tiefs geprägt, am Sonntag war wieder eine Baisse an der Reihe. Nach drei Sätzen war das Spiel verloren. «Bei diesen beiden Spielen hatten wir eigentlich mit einem Sieg gerechnet», bilanzierte Headcoach Oliver Schaller. «Durch die unerwarteten Niederlagen sind wir plötzlich ins Zittern geraten.»

Auch Andrin Wäfler konnte bei seiner 4-Satz-Niederlage gegen Kai Waldenberger nicht für eine Nervenberuhigung sorgen. Der Deutsche ist zwar beim NLB-Verein Brig als Vollzeit-Spielertrainer engagiert und bestreitet dank einer Lizenz Plus auch einige NLA-Partien für Lausanne. «Spielerisch ist Waldenberger okay, aber nicht überragend. Insofern waren wir doch etwas überrascht, dass Andrin nicht mehr Chancen gehabt hat», sagte Schaller.

Nicole Schallers spezielles Spiel

Dass es Tafers-Freiburg am Ende doch zum Sieg reichte, dafür sorgten jene Spielerinnen und Spieler, die seit längerem die grossen Trümpfe der Union sind. Das Frauendoppel mit Nicole Schaller und Celine Burkart setzte sich ebenso in drei Sätzen durch wie Oliver Schaller und Sam Parsons im ersten Männerdoppel und das gemischte Doppel mit Burkart/Schaller. Und auch Nicole Schaller sorgte in einem nicht ganz einfachen Einzel für einen Freiburger Sieg. Die ehemalige Internationale musste gegen die Tochter ihres langjährigen Privattrainers Pierre Pelupessy antreten. «Nicole hat mit Pierre eine sehr intensive Zeit erlebt, da hat sich eine tiefe Beziehung entwickelt, auch mit Tochter Dounia», erklärte Oliver Schaller. «Man hat zu Beginn des Spiels gesehen, dass beide sehr nervös waren.»

Den ersten Satz konnte Dounia Pelupessy mit 11:8 gewinnen, danach streifte Nicole Schaller ihren Respekt ab. Mit 11:5, 11:7, 11:6 setzte sich die bessere, weil erfahrenere und smartere Spielerin durch. Auch wenn es Pelupessy am Ende (noch) nicht zum Sieg gereicht hat, so ist die 17-Jährige doch Sinnbild für Lausannes vielversprechende Zukunft. Neben ihr kamen gegen Tafers-Freiburger mit Caroline Racloz, Yann Orteu und Minh Quang Pham noch drei weitere Schweizer U19-Internationale zum Einsatz. Bei Tafers-Freiburg sucht mal solche Talente derzeit vergeblich.

Klarer Leader

Nach dem Sieg gegen Lausanne geht die Union als Leader und mit einem Vorsprung von sechs Punkten auf das Team Argovia und den BC La Chaux-de-Fonds in die Winterpause. Hinter Tafers-Freiburg bleibt die Liga extrem ausgeglichen: Nur zwei Punkte trennen die die Plätze 2 und 7. Die NLA-Rückrunde beginnt am Wochenende vom 11./12. Januar 2020 mit einer Doppelrunde.

Telegramm

Tafers-Freiburg - Lausanne 5:3 (16:11)

Männer. Einzel: Sam Parsons - Mateusz Swierszynski 11:6, 7:11, 11:6, 11:1. Andrin Wäfler - Kai Waldenberger 11:9, 10:12, 6:11, 4:11. Julian Lehmann - David Orteu 7:11, 10:12, 9:11. Doppel: Oliver Schaller/Parsons Swierszynski/Minh Quang Pham 11:2, 11:8, 11:6. Benedikt Schaller/Roger Schmid - Waldenberger/Orteu 7:11, 8:11, 10:12. Frauen. Einzel: Nicole Schaller - Dounia Pelupessy 8:11, 11:5, 11:7, 11:6. Doppel: N. Nicole/Céline Burkart - Pelupessy/Caroline Racloz 11:3, 11:7, 11:4. Mixed: Burkart/O. Schaller - Racloz/Pham 11:5, 11:3, 11:7.

NLA. 7. Runde: Zürich - Uzwil 3:5. Argovia - Yverdon 6:2. St. Gallen-Appenzell - La  Chaux-de-Fonds 3:5. Rangliste (je 7  Spiele): 1. Tafers-Freiburg 21. 2. Argovia 15 (+4). 3. La Chaux-de-Fonds 15 (–2). 4. St. Gallen-Appenzell 13. 5. Uzwil 13. 5. Yverdon 13. 5. Zürich 13. 8. Lausanne 9.