Kommentar 29.12.2018

Das Frauen-Darts braucht mehr als nur einen PR-Gag

Der PDC-Boss Barry Hearn sorgte dafür, dass an dieser Darts-WM mit Lisa Ashton und Anastassija Dobromyslova zwei Frauen teilnahmen. Das ist wahrscheinlich erst der Anfang, Experten in der Szene munkeln über eine PDC-Frauen-Tour. Dabei geht es hauptsächlich um Geld. Frauen waren und sind zwar an den PDC-Turnieren zugelassen, hatten bisher aber keine Chance, an die Honigtöpfe zu gelangen. Bei der BDO wiederum gibt es eine Frauen-Liga, die Preisgelder dort sind aber winzig im Vergleich mit der PDC. Die zwei fixen Plätze für Frauen an der Darts-WM sollten aus meiner Sicht nicht mehr als ein einmaliger PR-Gag sein.

In Zukunft braucht es eine andere Lösung. Entweder schaffen es Frauen im Kampf mit beiden Geschlechtern unter die besten 92 der Welt oder es gibt eine PDC-WM nur für Frauen. Um regelmässig Frauen an einer WM zu sehen, führt der Weg über eine rein weibliche WM. Denn obwohl viele in der Szene immer wieder betonen, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen Mann und Frau im Darts gibt, ist der Unterschied trotzdem da. Anders ist nicht zu erklären, wieso es die Frauen in der Vergangenheit nicht regelmässig an die WM geschafft haben. Niemand hat eine Erklärung für den Unterschied, den es eigentlich gar nicht gibt. Die PDC und die damit verbundenen Preisgelder auch für Frauen könnten diese Lücke kleiner werden lassen. Je grösser der Ertrag, desto eher nehmen in Zukunft mehr Frauen den Aufwand einer Darts-Karriere auf sich. Duelle zwischen Frau und Mann haben ihren Reiz, sind momentan aber nicht mehr als ein Showeffekt. Für mich lautet die Devise: Richtig, oder gar nicht.

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