Unihockey 05.03.2018

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Grenzenloser Jubel bei Floorball Freiburg: Der Aufsteiger qualifizierte sich gleich in seiner ersten NLB-Saison für die Halbfinals.
Floorball Freiburg gewann am Samstag gegen Langenthal mit 8:3 und damit die NLB-Playoff-Viertelfinalserie (best of 5) mit 3:1.

Spätestens, als sich beim Stand von 7:3 ein Grossteil der 792 Zuschauer von den Sitzen erheben und die Freiburger mit stehenden Ovationen durch die Schlussminuten begleiten, sind jegliche Zweifel über den Spielausgang ausgeräumt. Als dann Michele Weibel quasi mit dem Schlusspfiff ins verlassene Langenthaler Gehäuse trifft, brechen in der Heilig-Kreuz-Halle alle Dämme: Die Sensation ist perfekt, der Jubel grenzenlos. Floorball Freiburg zieht in die Playoff-Halbfinals der NLB ein. Auch bei Trainer Richard Kaeser ist die Freude über das Erreichen der nächsten Runde riesig: «Im Moment sind wir wunschlos glücklich. Jetzt lassen wird das Wochenende sein und feiern den Moment. Es ist wichtig, diese Momente aufzusaugen. Solche Siege vor so vielen Leuten muss man feiern und geniessen.»

Starker Stern

Anders ist die Stimmungslage verständlicherweise bei den Gästen aus dem Oberaargau, die gut begonnen, dann aber stark abgebaut haben. Im ersten Drittel hätten die Langenthaler durchaus das Skore eröffnen können, scheiterten aber am überragenden Freiburger Schlussmann Matthias Stern, der später zu Recht zum besten Akteur des Spiels gewählt wurde. Auch beim vielversprechenden Shorthanderversuch von Samuel Nussbächer lenkte Stern das Spiel mit einem starken Reflex in die richtigen Bahnen. Denn kurz darauf bediente Daniel Kaeser im Powerplay mustergültig Olivier Müller, der für die Führung nur noch den Stock hinzuhalten brauchte. Und es kam in der gleichen Spielminute noch besser für das Heimteam: Marc Hayoz machte den späten Doppelschlag (20.) nach einem Konter über Adrian Jungo perfekt.

Schnelle Tore

Den Schwung aus der Schlussminute des ersten Drittels konnten die Saanestädter gleich in den zweiten Abschnitt mitnehmen. Denn kaum war die Begegnung wieder im Gang, lag der Lochball erneut im Kasten der Gäste. Tomi Travanti nützte die Startschläfrigkeit des Gegners gnadenlos aus und stellte auf 3:0. Es dauerte bis zur Spielhälfte, bis sich das Team von Tomas Chrapek von diesem dreifachen Schlag erholte. Der bislang auffälligste Protagonist dieser Serie brachte die Hoffnung der Berner wieder zurück: Topskorer Martin Kisugite schloss einen sehenswerten Vorstoss unhaltbar in die rechte obere Ecke zum Anschlusstreffer ab. Fünf Minuten später stellte Jonathan Stirnimann aus dem Gewühl heraus den Drei-Tore-Vorsprung wieder her, ehe Gäste-Captain Marc Mühlethaler auf 4:2 verkürzen konnte. Langenthal hatte im Mitteldrittel zwei Mal die Gelegenheit, in Überzahl zu weiteren Toren zu kommen, doch das gut organisierte Freiburger Boxplay liess nur selten optimale Schussgelegenheiten zu. Und falls doch mal ein Ball den Weg aufs Tor fand, war ja da immer noch der tadellose Stern.

Ausgeglichene Linien

Wie schon zuvor präsentierten sich die Freiburger auch im finalen Umgang von Anfang an hellwach. Matthias Zürcher bezwang Goalie Noel Gast bereits früh aus ultraspitzem Winkel (41.) und sorgte bei den zahlreich mitgereisten Langenthal-Supportern im Gästeblock für ein unangenehmes Déjà-vu-Erlebnis. Ein abermaliger Rückschritt zur Unzeit, auf den die Gäste keine Antwort mehr fanden. Im Verlauf des letzten Drittels konnten sich mit Basil Aerschmann, Jean Philippe Brodard und Michele Weibel noch drei weitere Schützen ins Protokoll eintragen lassen, die an diesem Abend noch nicht getroffen hatten. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass beim NLB-Neuling alle Linien für Torgefahr sorgen können. Einer der Hauptgründe für den 3:1-Seriensieg gegen Langenthal sieht Richard Kaeser denn auch in der Tiefe des Kaders: «Über die ganze Serie gesehen waren wir breiter aufgestellt. Wir konnten auch heute bis zum Schluss mit 15 Leuten durchpowern.»

Jetzt gegen Basel

Bereits am nächsten Samstag startet Floorball Freiburg ins nächste Playoff-Abenteuer. Im Halbfinal heisst der Gegner dann Basel Regio. Der Qualifikationssieger hatte sich in seiner Viertelfinalserie gegen Davos-Klosters glatt in drei Partien durchgesetzt.

Telegramm

Freiburg - Langenthal 8:3 (2:0, 2:2, 4:1)

Heilig-Kreuz-Halle. 792 Zuschauer. Tore: 20. Müller (Kaeser) 1:0, 20. Hayoz (A. Jungo) 2:0, 21. Travanti (Müller) 3:0, 30. M. Kisugite 3:1, 35. Stirnimann (Müller) 4:1, 37. Mühlethaler (Moser) 4:2, 41. Zürcher (Weibel) 5:2, 49. B. Aerschmann (Weibel) 6:2, 54. Eggerschwiler (Kisugite) 6:3, 56. Brodard 7:3, 60. Weibel 8:3. Strafen: 4-mal 2 Min. gegen Freiburg, 3-mal 2 Min. gegen Langenthal.

Floorball Freiburg: Stern; Weibel, B. Aerschmann, Meyer, Jungo, Köstinger, Staub, Barbey, Roulin, Travanti, Müller, Zufferey, Stirnimann, Hayoz, Vonlanthen, E. Aerschmann, Zürcher, Kaeser, Frischknecht, Brodard, Streit.

NLB. Playoff-Viertelfinals (best of 5). Endstand Serien: Basel - Davos-Klosters 3:0. Sarnen - Gordola 3:0. Freiburg - Langenthal 3:1. Thurgau - Sarganserland 3:2. Halbfinals: Basel - Freiburg. Thurgau - Sarnen.

«Es ist wichtig, diese Momente aufzusaugen. Solche Siege vor so vielen Leuten muss man feiern und geniessen.»

Richard Kaeser

Trainer Floorball Freiburg