Reiten 11.06.2019

Für Liechti war der Regen keine Hürde

Mit zwei zweiten Plätzen in den Hauptkategorien war Stefanie Liechti eine der grossen Siegerinnen bei den Pferdesporttagen in Plaffeien. Damit trotzte die Rechthaltnerin den teils garstigen Wetterbedingungen.

Ich bin überglücklich mit den zwei zweiten Plätzen. Ein Sieg zu Hause in Plaffeien ist zwar immer speziell, aber ich will sicher nicht meckern», zog Stefanie Liechti gestern ein überaus positives Fazit der Pferdesporttage in Plaffeien. In den beiden Hauptprüfungen R130 und R135 des vier Tage dauernden Concours im Sense-Oberland musste sich die Recht­haltnerin einzig Soraya Caffaro (Fey) und dem Freiburger Samuel Joye (Lossy) geschlagen geben.
Das Mitglied des organisierenden Reitklubs Buecha konnte vor heimischem Publikum brillieren. Spielte dabei der Heimvorteil eine Rolle? «Jein. Natürlich kennen die Pferde den Platz, aber im Wettkampf ist sowieso alles ganz anders mit den Zelten und den vielen Leuten», sagt Liechti. Zudem sei der Druck grösser, weil man vor den Bekannten und Freunden Leistung zeigen wolle.
Zusätzlich erschwert wurde die Aufgabe gestern von den teils starken Niederschlägen. «Es war herausfordernd. Die Regenschirme der Zuschauer können irritierend wirken für die Pferde, die Sicht war eingeschränkt und der Boden litt ein wenig. Recht lange war der Untergrund in einem sehr guten Zustand, dann bildeten sich Pfützen, die spiegelten.» Allzu sehr beschweren über die widrigen Bedingungen mochte sich die 32-jährige Liechti aber nicht. «Als Reiterin bist du wetterfest.»
Und auch ihr Pferd Freddy V bewies, dass es bei jeder Witterung starke Leistungen zeigen kann – auch auf Stufe Schweizer Meisterschaft. Vor zwei Jahren erreichte Liechti im nationalen Championat den 9. Rang, letztes Jahr stand ebenfalls eine Finalqualifikation zu Buche. Später holte die Freiburgerin in Sion den Westschweizer Meistertitel. Diesen will Liechti Anfang Oktober in Marsens verteidigen. Und auch die Schweizer Meisterschaft hat sie wieder im Visier: «Mit den Klassierungen aus Plaffeien sollte es für die Qualifikation reichen.»

Pferdesporttage Plaffeien: Kategoriensiege für Sascha Klaus
Trotz wechselhaftem Wetter hat der traditionelle Springconcours des Reitklubs Buecha über das Pfingstwochenende zahlreiche Reiterinnen und Reiter aus dem ganzen Kanton und der Umgebung angezogen. Auf dem Programm stand alles von Anfängerspringen bis zur höchsten regionalen Kategorie R135. In der Hauptprüfung am Pfingstmontag konnte sich Samuel Joye aus Lossy im Sattel von Cuba Libre durchsetzen.
Die Pferdesporttage begannen am Freitagnachmittag mit zwei Prüfungen R110/115. Beide Prüfungen wurden von Sascha Däppen (Wasen i. E). auf Diderot de Lassus gewonnen. Danach fand ein Equipenspringen statt. Am schnellsten unterwegs waren Louis Zahno auf ­Sucre Blue Sauvage und OK-Präsidentin Nicole Helfer auf Cerlinnus CH.
Mit zwei Stilprüfungen, die zum Erwerb der regionalen Springlizenz zählten, war der Samstagmorgen dem Nachwuchs gewidmet. Hier konnte Jana Zemp aus Entlebuch mit ihren Pferden Vitesse M CH und San Cullinan CH einen Doppelsieg feiern. Im anschliessenden R100/105 hiessen die Sieger Simona Huber auf Taloubelle CH und Olivier Marti auf Lady Lara. Am Samstagabend stand mit dem sogenannten Ride and Bike noch eine Spezialprüfung auf dem Programm, in der jeweils ein Reiter und ein Velofahrer nacheinander einen Spring- bzw. Bike-Parcours auf dem Sandplatz absolvierten. Am schnellsten kamen Celina Marti auf Vemita vom Gwick und Kollege Adrian Lingeri auf dem Bike durch den Parcours.
Der Sonntagvormittag war für Anfängerprüfungen reserviert. In den Kategorien B60/70 und B65/75 wurden alle Paare, die den Parcours ohne Fehler absolvierten, klassiert und bekamen somit eine blaue Schleife. Im anschliessenden R115 konnte sich Sascha Klaus (Düdingen) mit Carneval V CH durchsetzen, das darauffolgende R120 ging an Jacques Bruneau auf Bahia des Rondets. Danach gab es noch zwei Prüfungen über 120 und 125 cm, in denen Jacqueline Dedelley auf Diva XXX CH und Sascha Klaus auf For Loxley die Siegerschleifen mit nach Hause nahmen.
Der Pfingstmontag begann mit einer Prüfung B80/85. Das B80 wurde von Kerstin Scherwey auf Quantic gewonnen, das B85 von Julie Chapatte auf Happyness. Am Nachmittag siegte im R125 Johanne Herrmann auf Zignia PC Z. Die Pferdesporttage schlossen mit der Hauptprüfung R130/135, die zum Tour Romand zählte. Soraya Caffaro auf Cocaine Blue war über 130  cm die Schnellste, und im R135 hatte nach einem rasanten Stechen Samuel Joye die Nase vorn und konnte so auf seinem Pferd Cuba Libre die letzte Ehrenrunde der Pferdesporttage Plaffeien 2019 anführen.

Komplette Ranglisten unter www.reitklubbuecha.ch