schwingen 12.08.2019

Kramer holt auf der Schwägalp den Kranz

Lario Kramer (unten) setzte sich im 1. Gang auf der Schwägalp gegen Dominik Oertig durch.
Zwei Wochen vor dem Eidgenössischen hat Lario Kramer den letzten Formtest bestanden. Auf der Schwägalp holte der Galmizer seinen vierten Bergkranz. Mit Johann Borcard gewann ein zweiter Freiburger Eichenlaub.

Das sechste und letzte Bergkranzfest der Saison gestern Sonntag auf der Schwäg­alp diente den 90 Teilnehmern – davon 13 Eidgenossen – als abschliessende Standortbestimmung vor dem Eidgenössischen am 24./25. August. Der Thurgauer Samuel Giger untermauerte mit dem Festsieg (siehe Kasten), dass er als grosser Favorit nach Zug reisen wird.

Aber auch die Gäste aus der Südwestschweiz konnten auf der Schwägalp Selbstvertrauen für das Eidgenössische tanken, allen voran die beiden Freiburger Lario Kramer und Johann Borcard, die einen der begehrten Kränze holen konnten. Mit dem Waadtländer Steve Duplan hatte zudem ein weiterer Schwinger des Südwestschweizer Teilverbandes vor dem letzten Gang noch Chancen auf das Eichenlaub.

Kranz bereits nach fünf Gängen auf sicher

Der 21-jährige Kramer hatte sich bereits im vorletzten Gang mit einem Sieg und der Maximalnote gegen den Eidgenossen Reto Nötzli den Kranz auf der Schwägalp gesichert. Es ist der vierte Kranz an einem Bergkranzfest, nachdem er im letzten Jahr gleich drei gewinnen konnte (Sieg auf dem Stoos und Eichenlaub in Schwarzsee und auf dem Weissenstein). So liess sich für den im geteilten 4.  Rang klassierten Seeländer auch die Niederlage im 6. Gang gegen den weiteren Eidgenossen Domenic Schneider verschmerzen. Neben vier Siegen war es für den aufstrebenden Freiburger die zweite Niederlage, nachdem er im 2. Gang dem späteren Sieger Giger unterlegen war.

Für den zweiten Freiburger Kranz auf der Schwägalp zeichnete Johann Borcard verantwortlich. Für den 25-Jährigen aus Broc ist es der erste Bergkranz überhaupt (total steht er nun bei 21 Kränzen). In keinem seiner sechs Gänge musste Borcard als Verlierer aus dem Sägemehl. Viermal siegte der im fünften Rang klassierte Borcard, zwei Gänge stellte der konstant schwingende Freiburger, unter anderem gegen den routinierten Eidgenossen Stefan Burkhalter. Mit Steve Duplan hätte gar ein dritter Südwestschweizer einen Kranz holen können, doch der Waadtländer musste sich im 6. Gang dem Eidgenossen Martin Hersche geschlagen geben und ging als letztlich im geteilten 9.  Rang Aufgeführter leer aus.

Dousse und Moser im 13. Rang

Dennoch dürfen die Leistungen auf der Schwägalp die Südwestschweizer für das Eidgenössische in Zug durchaus zuversichtlich stimmen – auch deshalb, weil die beiden langzeitverletzten Sensler Steven Moser und Michel Dousse das physisch anspruchsvolle Fest erfolgreich durchstehen konnten. Ohne ein herausragendes Resultat zu erzielen, klassierten sich beide im geteilten 13.  Rang.

In der zweiten Ranglistenhälfte fanden sich gestern auch der Seeländer Sven Hofer (Kerzers, 14.) sowie die beiden weiteren Sensler Florian Minder (Heitenried, 19.) und Fredy Riedo (Plaffeien, 23.) wieder.

Schwägalp und Berner Kantonales

Giger, Bösch und Aeschbacher jubeln

Der Schlussgang-Teilnehmer Samuel Giger gewinnt zum dritten Mal das Bergkranzfest auf der Schwäg­alp, ex aequo mit Daniel Bösch. Beim Berner Kantonalen siegte Schwarzsee-Sieger Matthias Aeschbacher. Weil im Schlussgang Samuel Giger und Marcel Mathis stellten, gab es beim letzten Bergfest der Saison zwei Sieger. Giger belegte Rang 1a, Daniel Bösch Rang 1b. Für beide war es der dritte Schwäg­alp-Triumph.

Nach fünf vorangegangenen Siegen konnte sich Samuel Giger mit 49,25 Punkten zuletzt im Schlussgang gegen Marcel Mathis einen Gestellten leisten. Entsprechend verhalten endete der Schlussgang ohne Entscheidung. Für Giger war es der 15. Kranzfestsieg, der fünfte an einem Bergfest und der dritte auf der Schwäg­alp nach 2016 und 2018. Profiteur des gestellten Schlussganges war Daniel Bösch, der zu Giger aufschloss. Daniel Bösch siegte ebenfalls zum dritten Mal nach 2015 und 2017. Der Unspunnen-Sieger verlor zum Auftakt gegen Marcel Mathis, ehe er fünf Siege aneinanderreihte. Im letzten Gang bezwang er den aufstrebenden Michael Gwerder.

Obwohl die Innerschweizer nicht mit ihrer ersten Garnitur antraten, wirbelten sie ständig an der Spitze mit. Dies spricht nicht für die Breite des NOS-Verbandes. Aus NOS-Sicht bleibt zu hoffen, dass Armon Orlik in Zug wieder mittun kann. Der Maienfelder fiel nach dem 1. Gang aus. Er erlitt beim Einlaufen einen Zwick im Rücken.

Stucki überzeugte nicht

Matthias Aeschbacher ist bereit für das Eidgenössische in zwei Wochen in Zug. Dank fünf Siegen und einem Gestellten gewann der Emmentaler zum ersten Mal das Berner Kantonalfest. «Das ist der grösste Erfolg meiner Laufbahn», sagte er. Nachdem er zuvor fünf Siege in Serie gefeiert hatte, ging er im Schlussgang gegen den Schwingerkönig Matthias Aeschbacher kein Risiko ein und stellte nach 14 Minuten.

Glarner überraschte trotz dem verpassten Sieg. Der Sieger des Eidgenössischen 2016 in Estavayer zeigte eine Leistung, die ihm kaum mehr zugetraut worden war. Damit brachte er sich auch gleich wieder ins Gespräch für den Saisonhöhepunkt. Christian Stucki hingegen überzeugte nicht. Er verlor gegen Bernhard Kämpf im zweiten Gang und musste sich zudem im fünften Gang gegen Kilian von Weissenfluh mit einem Gestellten zufrieden geben.

sda