Motocross 24.07.2019

Starke Freiburger in Broc

Valentin Guillod siegte beim 65. Motocross des Marches in Broc und übernimmt damit die Führung im Gesamtklassement. Auch Alain Schafer überzeugte und verpasste das Podest als Vierter nur knapp.

Hohe Temperaturen und staubige Streckenverhältnisse begleiteten die Motocross-Piloten am vergangenen Wochenende an der 65. Ausgabe des Motocross des Marches in Broc im Greyerzbezirk.

Der Freiburger Motocrossprofi Valentin Guillod (Môtier-Vully) war zuletzt immer besser in Fahrt gekommen und hatte sich trotz Nichtteilnahme am Auftaktrennen in Wohlen bereits vor seinem Heimrennen auf den dritten Rang im Zwischenklassement der Swiss-MX-Open-Kategorie vorgearbeitet, hinter Cyrill Scheiwiller (Obfelden) und Andy Baumgartner (Romanshorn). Selbstredend galt Guillod vor Heimpublikum als Favorit, auch wenn mit dem Elsässer Xavier Boog ein schneller Gaststarter in Broc mit am Start stand. Tatsächlich wurde Guillod bereits im Zeittraining vom Franzosen gefordert, nur drei Zehntelsekunden entschieden schlussendlich zugunsten des Freiburgers über die Poleposition.

Baumgartner schwer gestürzt

Den Start zum ersten Rennlauf entschied aber William Kehrli (Aubonne) für sich, der sich zuletzt ebenfalls in guter Form präsentierte. Das Spitzentrio aus dem Zeittraining bestehend aus Guillod, Boog und Baumgartner erwischte keinen optimalen Start und musste das Rennen ausserhalb der Top Five in Angriff nehmen. Bereits in der zweiten Runde riss Alain Schafer (Freiburg) das Zepter an sich und verdrängte Kehrli von der Spitze, während Guillod Runde für Runde den Führenden näher kam. Nach rund 10 Minuten war es dann so weit: Guillod stellte die Innerfreiburger Hierarchie wieder her und ging in Führung. Schafer vermochte sich auf dem zweiten Rang zu behaupten, und der mittlerweile auf den dritten Rang vorgerückte Boog biss sich am Stadtfreiburger die Zähne aus. Weniger gut verlief die Aufholjagd für Baumgartner, der sich bisher nur auf den 8. Zwischenrang verbessern konnte. In der 8. Rennrunde nahm der Ostschweizer dann wohl zu viel Risiko, flog von seiner KTM und blieb auf der Strecke liegen. Der Sturz hatte einen sofortigen Rennabbruch zur Folge, damit der verletzte Fahrer sicher geborgen werden konnte. Das Rennen wurde regulär gewertet mit dem Honda-Trio Guillod, Schafer und Boog auf dem Podest.

Im zweiten Rennlauf hatte wiederum Kehrli die beste Reaktion und führte das Rennen zu Beginn an. Der Waadtländer hielt sich wacker in der Spitzenposition, erst der heranstürmende Guillod vermochte dem Yamaha-Piloten nach einer knappen Viertelstunde die Führung zu entreissen. Auch Boog musste lange kämpfen, bis er drei Runden vor Schluss an Kehrli vorbeiziehen konnte. Schafer büsste diesmal für einen mässigen Start und landete trotz einer starken Leistung nur auf dem 5. Platz – zu wenig, um auf dem Tagespodest zu landen. Das Ergebnis im zweiten Lauf war somit identisch mit der Reihenfolge im Tagesklassement: Sieg für Guillod vor Boog und Kehrli. Mit der maximalen Punkteausbeute übernahm Guillod bei noch zwei ausstehenden Rennen die Führung im Gesamtklassement, auch Schafer konnte sich verbessern und liegt jetzt an dritter Stelle.

Pech für Freidig

In der Swiss-MX2-Kategorie gab es ebenfalls einen Wechsel an der Spitze der Meisterschaftstabelle. Der bis dato führende Loris Freidig (Sumiswald) hatte mit Pech und technischen Problemen zu kämpfen, die ein womöglich besseres Endergebnis verhinderten. «Im ersten Lauf war ich bereits auf dem Vormarsch, als plötzlich meine Maschine ausging. Nach weiteren Aussetzern konnte ich immerhin einen 6.  Rang ins Ziel retten», so Freidig. Mit einem frischen Motor nahm der Emmentaler den zweiten Lauf in Angriff, doch bereits die Startphase verlief alles andere als optimal. Nachdem sich der Staub in der Startkurve gesetzt hatte, kamen einige Opfer einer Massenkarambolage zum Vorschein, dazu gehörte auch Freidig. Mit einem grossen Rückstand und mit dem Messer zwischen den Zähnen nahm er die Verfolgung auf. Mehr als der 8. Rang war aber auch in diesem Rennen nicht zu holen. Nutzniesser dieser Pechsträhne war der Belgier Bryan Boulard, der sich mit dem Tagessieg die Meisterschaftsführung von Freidig zurückholte. Aus Freiburger Sicht vermochte sich Cédric Yerly (Treyvaux) mit dem 8. Tagesrang gut in Szene zu setzen.