Schwingen 10.07.2018

Von der Theke in den Schlussgang

Nachdem Benjamin Gapany am Abend zuvor noch bei einem Jugendfest an der Bar servierte hatte, stiess er tags darauf beim Südwestschweizerischen Schwingfest in Couvet bis in den Schlussgang vor. Dort unterlag er Remo Käser.

Die Vorbereitung auf ein Schwingfest könnte optimaler sein als jene, die Benjamin Gapany vor dem Südwestschweizerischen in Couvet NE hatte. «Ich habe dabei mitgeholfen, die Installationen für das Jugendfest in meinem Heimatdorf Marsens aufzubauen, und habe deshalb die vergangenen zwei Wochen etwas weniger trainiert», sagt der Greyerzer. Noch am Samstagabend servierte Gapany bis 22 Uhr an der Bar, ehe er am frühen Sonntagmorgen ins Sägemehl musste. Anzumerken war ihm dabei von den Strapazen der Vortage allerdings nichts.

Der 23-Jährige stieg gleich mit einem glatten Sieg gegen den Eidgenossen Marcel Kuster ins Fest ein. Es folgten drei weitere Erfolge mit der Maximalnote und eine Niederlage gegen den weiteren Eidgenossen Christian Schuler. Obwohl er nach fünf Gängen mit Sven Schurtenberger punktemässig gleichauf lag, wurde Gapany für den Schlussgang vorgezogen – wohl auch deshalb, weil der Luzerner für einen seiner vier Siege «nur» die Note 9,75 erhalten hatte.

«Ein guter Tag»

Gegner in der Endausmarchung für das Südwestschweizerische war der Berner Remo Käser (21), der ungeschlagen in den Schlussgang einzog. Unter anderem hatte Käser den Freiburger Augustin Brodard auf den Rücken gelegt. Gapany brachte Käser, der zuletzt verletzungshalber auf das Bergkranzfest Schwarzsee hatte verzichten müssen, an den Rande einer Niederlage, musste sich dann aber nach drei Minuten mit einem Kurz geschlagen geben. «Es hat nicht viel gefehlt», bilanziert Gapany ein wenig.

«Vielleicht hätte ich Käser enger packen müssen.» Es war das erst zweite Duell zwischen diesen beiden aufstrebenden Schwingern. Auch beim ersten Aufeinandertreffen 2015 beim Freiburger Kantonalen hatte der Berner die Oberhand behalten. Seither hätten sich beide aber weiterentwickelt, insbesondere physisch, erklärt Gapany. «Deshalb sind die beiden Kämpfe nicht zu vergleichen.»

Obwohl Gapany seinen fünften Kranzfestsieg nur knapp verpasste (Waadtländer Kantonalfest 2015 und 2018, Genfer Kantonalfest 2016 und Freiburger Kantonalfest 2016) und in der Schlussrangliste auf den fünften Platz zurückfiel, will er nicht hadern. «Es war ein guter Tag. Obwohl ich nur selten in einem Schlussgang verloren habe, gibt es diesmal nichts zu bedauern.» Das sei in Schwarzsee noch anders gewesen, als er den Kranz im letzten Gang aus den Händen gegeben hatte.

Kramer und Moser mit Kranz

Während in Couvet sechs Auszeichnungen an die Gästeschwinger gingen, war Gapany einer von sieben Freiburgern, dem der Kranzgewinn gelang. Bereits seinen sechsten Kranz der Saison sicherte sich Lario Kramer, der gestern seinen 20. Geburtstag feierte. Im dritten Rang klassiert startete der Galmizer mit einer Niederlage gegen Schuler, die folgenden fünf Kämpfe konnte er dann allesamt für sich entscheiden, notabene auch den gegen den Appenzeller Eidgenossen Martin Hersche.

Wir erinnern uns: Der grosse Empfang für Kramer nach seinem Sieg auf dem Stoos.

Eichenlaub gewannen auch der viertplatzierte Vincent Roch (Constantine) – auch er hatte in Schwarzsee den Kranz im letzten Kampf vergeben –, Augustin Brodard (6., La ­Roche), Marc Guisolan (7., Estavayer-le-Lac), Steven Moser (7., Brünisried) sowie Antoine Duc­ry (8., Marly). Derweil es für diesen erst der zweite Kranzgewinn war, holte Moser seinen 21. Kranz. Der Brünisrieder ging zwar nie als Verlierer vom Platz, musste aber drei gestellte Gänge hinnehmen, unter anderem gegen den Eidgenossen Christoph Bieri im fünften Gang. Den Kranz sicherte sich der Sensler schliesslich mit einem Sieg gegen die Seeländer Nachwuchshoffnung Sven Tschachtli (Jahrgang 2002).

Südwestschweizerisches

Freiburger holen sieben Kränze

Couvet NE. Südwestschweizer Fest (125 Schwinger). Schlussgang: Remo Käser (Aeschi SO) bezwingt Benjamin Gapany (Marsens) nach 2:50 Minuten mit Kurz und Nachdrücken. Rangliste: 1. Käser 59,50. 2. Sven Schurtenberger (Buttisholz) 58,50. 3. Lario Kramer (Galmiz) und Christian Schuler (Rothenthurm) je 58,00. 4. Vincent Roch (Constantine) 57,50. 5. Gapany und Victor Cardinaux (Villars-le-Terroir), je 57,25. 6. Pascal Piemontesi (Eclépens), Augustin Brodard (La Roche), Martin Hersche (Appenzell), Christian Gerber (Röthenbach), Stéphane Haenni (Mézières), je 57,00. 7. Marc Gottofrey (Echallens), Marc Guisolan (St-Aubin), Mickaël Matthey (Gingins), Steven Moser (Brünisried), je 56,75. 8. Tobias Widmer (Oberentfelden), Kilian Colo (St-Sulpice), Antoine Ducry (Marly), je 56,50 – alle mit Kranz. – Ferner: 10. Sandro Balimann (Finsterhennen), Michael Ledermann (Mamishaus), Adrian Lötscher (Schwarzsee), Florian Minder (Heitenried), Olivier Mauron (Posieux), je 56,00. 11. Carlo Buchs (Im Fang), Michel Dousse (Oberschrot), Silas Kyburz (Kerzers), Mario Zimmermann (Golaten), je 55,75.

Die Gänge der Besten

 

1. Remo Käser 59,50

+ Mickaël Matthey 10,00

+ Augustin Brodard 9,75

+ Tobias Widmer 9,75

+ Christian Schuler 10,00

+ Stéphane Haenni 10,00

+ Benjamin Gapany 10,00

2. Sven Schurtenberger 58,50

– Pascal Piemontesi 8,75

+ Stéphane Haenni 10,00

+ Cédric Derron 9,75

+ Fredy Riedo 10,00

+ Christian Gerber 10,00

+ Kilian Colo 10,00

3a. Lario Kramer 58,00

o Christian Schuler 8,50

+ Carlo Buchs 10,00

+ Elmar Kolly 10,00

+ Martin Hersche 9,75

+ Michael Ledermann 9,75

+ Ivan Mollet 10,00

3b. Christian Schuler 58,00

+ Lario Kramer 9,75

+ Christian Gersche 10,00

+ Benjamin Gapany 9,75

o Remo Käser 8,50

+ Marc Guisolan 10,00

+ Michel Dousse 10,00

4. Vincent Roch 57,50

o Tobias Widmer 8,50

+ Matthias Kohler 9,75

+ Alain Kilchoer 9,75

+ Richard Bapst 10,00

+ Carlo Buchs 9,75

+ Marcel Kuster 9,75

5a. Benjamin Gapany 57,25

+ Marcel Kuster 10,00

+ Fredy Riedo 10,00

o Christian Schuler 8,50

+ Anthony Chofflon 10,00

+ Samuel Dind 10,00

0 Remo Käser 8,75