unihockey 11.02.2019

Weibel schiesst Freiburg ins Glück

Dank dem 6:5-Sieg in der Overtime bei March-Höfe Altendorf hat Floorball Freiburg gestern die NLB-Playoffs in extremis geschafft.

Nachdem sich am Samstag Sarganserland mit der Niederlage gegen das vorletzte Pfannenstil Egg aus dem Rennen um den achten und letzten Playoff-Platz verabschiedet hatte, kam es gestern Abend in Altendorf zwischen March-Höfe und Floorball Freiburg zu einem veritablen Final um den Einzug in die K.-o.-Runde. Weil auch die Freiburger gegen Davos-Klosters und die Schwyzer gegen NLB-Qualifikationssieger Ad Astra Sarnen am Samstag verloren hatten, starteten sie punktgleich in diese Endausmarchung um Platz acht – die Ausgangslage hätte nicht spannender sein können.

Gerechtigkeit hat gesiegt

March-Höfe Altendorf und Freiburg lieferten sich denn auch das erwartete erbitterte Duell – mit dem besseren Ende für die Gäste. Mit einem 5:5 ging es in die Overtime, in der Michele Weibel die Freiburger in der 65. Minute mit seinem Siegestreffer ins Glück schoss. «Ich kann nicht sagen, um wie viel ich heute gealtert bin», sagte Trainer Richard Kaeser nach der Hitchcock-Partie am Telefon. Auch wie das Tor entstanden sei, vermochte er nicht zu rekonstruieren. «Plötzlich hat der Ball im Netz gezappelt – und der Jubel war grenzenlos.» Beide Teams seien in der Verlängerung am Anschlag gewesen. «Aber wir hatten eine extrem positive Energie auf der Bank. Die konnten wir auf dem Feld umsetzen.» Obwohl die Freiburger nach dem korrigierten Fehlstart (0:2 nach 12 Minuten) ihrerseits eine Führung immer wieder abgeben mussten. «In der Overtime wussten wir, dass ein Schuss die Saison zerstören oder retten kann. Es ist brutal für Altendorf, sie waren in der gleichen Situation wie wir. Doch über die gesamte Qualifikation gesehen hat am Ende die Gerechtigkeit gesiegt», hält Kaeser fest.

Dass es am Sonntag um alles oder nichts ging, hatten sich die Freiburger tags zuvor mit der 5:7-Heimniederlage gegen Davos-Klosters eingebrockt. «Dabei sind wir fantastisch gestartet», sagt Kaeser mit Blick auf die 3:0-Führung. «Doch dann verloren wir die Körperspannung. Das war typisch für unsere Saison, in der wir immer wieder den Fokus verloren haben.» Weil auch das Powerplay schwach gewesen ist, setzte es eine Niederlage ab – obwohl die Freiburger im Spiel bei numerischer Gleichzahl die besseren Möglichkeiten hatten.

Diesen Rückschlag steckten die Freiburger jedoch weg. «Wir haben uns aufgerafft. Das Team war heute einfach unglaublich, es wollte auf keinen Fall verlieren. Wir wollten auch in dieser Saison die Emotionen der Playoffs erleben.»

«Können nur noch gewinnen»

Wer der Gegner der Freiburger im Playoff-Viertelfinal sein wird, war gestern Abend noch nicht bekannt. Nicht wie etwa im Eishockey – wo der Erste gegen den Achten spielt usw. – darf zunächst der Qualifikationssieger, in diesem Fall Ad Astra Sarnen, seinen Viertelfinal-Gegner wählen. «Bis Montagabend interessiert es mich nicht, auf wen wir treffen werden», erklärte Richard Kaeser. «Aber ich gehe nicht davon aus, dass uns jetzt eine Mannschaft als Gegner haben will. Praktisch vom ersten Spieltag hatten wir das Messer am Hals. Nun ist der Druck von uns abgefallen. Eine solche Mannschaft ist zu vielem fähig. Ab jetzt müssen wir nicht mehr gewinnen, sondern wir können nur noch gewinnen.»

Telegramme

Freiburg - Davos-Klosters 5:7 (3:2, 1:2, 1:3)

Heilig-Kreuz-Halle. 521 Zuschauer. SR Schuler/Sprecher. Tore: 3. J. Stirnimann 1:0. 6. B. Aerschmann (O. Müller) 2:0. 10. M. Hayoz (I. Schneeberger) 3:0. 17. L. Rizzi (C. Hänggi) 3:1. 18. C. Wiedmer (K. Kos­kimies) 3:2. 33. L. Rizzi (K. Koskimies) 3:3. 34. L. Roulin (M. Hayoz) 4:3. 38. C. Wiedmer 4:4. 44. K. Koskimies (F. Laely) 4:5. 45. I. Schneeberger (L. Roulin) 5:5. 58. M. Jäger 5:6. 59. L. Rizzi (K. Koskimies) 5:7.

Strafen: 4-mal 2 Minuten, 1-mal 10 Minuten (J. Brodard) gegen Freiburg. 5-mal 2 Minuten, 1-mal 10 Minuten (C. Hänggi) gegen Davos-Klosters.

March-Höfe - Freiburg 5:6 n.V. (2:1, 1:3, 2:1, 0:1)

Altendorf. 200 Zuschauer. SR Preisig/Schädler. Tore: 9. J. Rüger (T. Suter) 1:0. 12. P. Bamert (R. Schnyder) 2:0. 19. J. Brodard (S. Krattinger) 2:1. 28. D. Zufferey (J. Staub) 2:2. 32. J. Köstinger (B. Aerschmann) 2:3. 34. M. Vapaniemi (T. Suter) 3:3. 37. D. Zufferey (M. Weibel) 3:4. 42. D. van Welie (P. Bamert) 4:4. 43. L. Roulin (B. Aerschmann) 4:5. 47. M. Vapaniemi (P. Bamert) 5:5. 66. M. Weibel (J. Brodard) 5:6. Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Freiburg.

Männer. Nationalliga B. Schlussrangliste Qualifikation (22 Spiele): 1. Ad Astra Sarnen 59. 2. Basel Regio 54. 3. Floorball Thurgau 43. 4. Ticino Unihockey 39. 5. Davos-Klosters 34 (+2). 6. Unihockey Langenthal Aarwangen 34 (-6). 7. UH Gordola 28. 8. Floorball Freiburg 26. 9. March-Höfe Altendorf 25. 10. UHC Sarganserland 22. 11. Pfannenstil Egg 19. 12. UHC Grünenmatt 13.