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Viel Herzblut, aber auch schlaflose Nächte

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«Ich schaue auf eine schöne Zeit zurück», sagt Marius Cotting über die 24 Jahre, die er als Leiter des Bauamtes auf der Gemeinde Wünnewil-Flamatt gewirkt hat. Nur noch wenige Tage, dann verlässt er das Büro im Gemeindehaus. Sein Nachfolger Serge Marty hat bereits am 1. November angefangen. Er gehe mit einem guten Gefühl, sagt Cotting. Manche Kontakte werde er vermissen, bei einigen Pflichten sei er froh, die Verantwortung abgeben zu können.

Vielseitig und kompliziert

Marius Cotting ist auf Umwegen zur Gemeinde gekommen. Der gelernte Automechaniker hat die Handelsschule besucht und sich dann zum Betriebsfachmann weitergebildet. Er arbeitete bei verschiedenen Firmen als Verantwortlicher für die Betriebsorganisation. Die Stelle auf dem Bauamt habe ihn damals gereizt, weil er die Arbeit als sehr vielseitig einschätzte.

«Es ist alles viel komplexer geworden», sagt er, auf die Entwicklung der letzten Jahre angesprochen. «Die gesetzliche und reglementarische Ebene ist viel engmaschiger geworden.» Um einen Entscheid fällen zu können, seien heute mehr Abklärungen nötig als früher. Oft sei juristisches Fingerspitzengefühl nötig gewesen. «Ich habe x erstinstanzliche Entscheide abgefasst», sagt er. Einige seien weitergezogen worden, teils bis vor Bundesgericht. Die Gemeinde habe aber immer recht bekommen. «Das gibt mir die Befriedigung, die Arbeit richtig gemacht zu haben.»

 Ein Koordinator

Im Bauamt für eine Gemeinde dieser Grösse brauche es eigentlich einen Juristen, einen Raumplaner und einen Bauingenieur. Da dies aber nicht möglich sei, sehe er die Aufgabe des Bauamtsleiters vor allem darin, zu koordinieren. «Ich muss wissen, wo die richtigen Anlaufstellen sind und gute Kontakte pflegen zu staatlichen Stellen und auf Bezirksebene, zu Fachstellen, Juristen und Nachbargemeinden und nicht zuletzt zu den Bürgern», sagt er. Auch gesunder Menschenverstand und Empathie für die Belange der Kunden–wie er die Bürger, die Gemeinde und die Öffentlichkeit nennt–seien wichtig. «Bei meiner Arbeit steht nicht nur das Dossier im Vordergrund, sondern auch der Mensch, der dahinter steckt.»

Der Kritik ausgesetzt

Diese Kontakte hat er stets geschätzt. Sie hätten seine Arbeit spannend gemacht, aber auch für Konflikte gesorgt. «Als Leiter eines Bauamtes kann man es nicht allen recht machen. Oft geben Gesetze den Rahmen vor, und manchmal muss man das Gemeinwohl stärker gewichten.» Marius Cotting musste deshalb oftmals Kritik einstecken, manchmal ging diese auch unter die Gürtellinie, und regelmässig wurde er auch in der Freizeit mit beruflichen Dingen konfrontiert.

Vor drei Jahren hatte er eine Krise, war nahe an einem Burn-out. «Das Problem war die konstante Überbelastung über Jahre», erklärt er. Dies habe zu gesundheitlichen Problemen geführt und zu manch schlafloser Nacht. «Es wurde alles zu viel», erinnert er sich. «Das Spannungsfeld war zu gross, ich fühlte mich allein gelassen, und mir fehlte in einzelnen Fällen die Unterstützung. Mein Limit war überschritten.» Der Gemeinderat habe damals eingesehen, dass eine Änderung notwendig sei und einen Liegenschaftsverwalter angestellt. Das hat die erhoffte Entlastung gebracht.

Marius Cotting versteht auf der einen Seite die Forderung, eine Verwaltung schlank und damit kostengünstig zu halten. «Von aussen ist die Arbeit aber nicht immer einfach zu quantifizieren», sagt er. «Es braucht immer mehr Leute und immer mehr Zeit, um die zunehmenden Gesetze und Bestimmungen umzusetzen», erklärt er.

Ein, zwei Dossiers hat Marius Cotting noch nicht abgegeben: zum Beispiel die letzten Abrechnungen für die erste Etappe des Taverna-Projekts (siehe Kasten unten) sowie die Revision der Ortsplanung, die in der Endphase ist.

So ganz geht der 60-Jährige noch nicht in den Ruhestand. «Es ist eine Teilpension», präzisiert er. Beim Bauamt hört er zwar auf, doch übernimmt er in einem 50-Prozent-Pensum neue Aufgaben. Er wird für die Kantonale Gebäudeversicherung die Schatzung von Gebäuden vornehmen, und er steht als kommunaler Brandschutzverantwortlicher im Auftrag der Gemeinden Bösingen, Überstorf und Wünnewil-Flamatt im Einsatz. In dieser Eigenschaft macht er bei neuen und bestehenden Häusern regelmässige Bestandeskontrollen–vor allem in öffentlichen Gebäuden und solchen, in denen sich viele Personen aufhalten, zum Beispiel Geschäfte.

Raumplanung: Plädoyer für mehr Weitsicht

D ie Raumplanung sei die grosse Herausforderung für Kantone und Gemeinden der nächsten Jahre, ist Marius Cotting überzeugt. Er hat klare Ansichten, wie der Bezirk das Problem mit der Verteilung der Bauzonen angehen kann: «Die Raumplanung sollte über den ganzen Sensebezirk angesehen werden. Die Gemeinden müssen intensiver zusammenarbeiten.» Er plädiert dafür, das Gärtchendenken aufzugeben und Kompetenzzentren zu schaffen. Er könnte sich gar den Bezirk als eine einzige Gemeinde vorstellen. «Nur so erhält Deutschfreiburg als sprachliche Minderheit ein gewisses Gewicht gegenüber dem französischen Kantonsteil. «Wir müssen die heutigen Grenzen vergessen und anfangen, umfassend zu denken.» Um sich weiterzuentwickeln, sei eine neue Sicht für Deutschfreiburg nötig. im

Taverna: Ein Vorzeige-Projekt für Hochwasserschutz

M arius Cotting hat im Laufe der Jahre viele Projekte begleitet: den Bau des Verwaltungsgebäudes, die Sporthallen in Wünnewil und Flamatt, die Orientierungsschule und vieles mehr. Das Projekt, das ihm am meisten am Herzen liegt, ist der Hochwasserschutz an der Taverna, dessen erste Etappe dieses Jahr abgeschlossen wurde. «Es ist sozusagen der Schlagrahm auf dem Dessert», fasst er zusammen. Die Taverna-Verbauung ist das Resultat einer 20-jährigen Planungsgeschichte, die nach Unwettern 1985 begann. Er habe die Baufortschritte als Projektleiter und Koordinator von A bis Z begleitet. «Ich hatte das Glück, mit innovativen Planern und Ingenieuren zusammenzuarbeiten», sagt er und windet ihnen und den Vertretern des Bundesamts für Umwelt und der Sek- tion Gewässer des kantonalen Tiefbauamtes ein Kränzchen. Heute ist die Art, wie der Lauf der Taverna mit Lenkbuhnen verbaut wurde, ein Vorzeigeobjekt, das über die Schweizer Grenzen hinaus für Aufsehen sorgt. «Es ist der grösste Bach der Schweiz, der auf diese Weise verbaut wurde.» Der zweite Teil, die Rückhaltebecken, sind in Planung und sollen in den nächsten Jahren realisiert werden. im

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