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Viel mehr als eine Brockenstube

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Beim Stichwort «Emmaus» denken wohl viele an einen dunklen Raum, vollgestopft mit gebrauchten Möbeln, Kleidern und Haushaltsgeräten. Gleich in zweierlei Hinsicht soll ein Tag der offenen Tür am Samstag dieses Bild revidieren. Zum einen präsentiert sich der Verkaufsraum nach den Renovationsarbeiten (siehe Kasten) hell und geräumig, die Verkaufsfläche gleicht derjenigen in einem herkömmlichen Möbelgeschäft. Zum anderen ist Emmaus viel mehr als eine Brockenstube: Auf dem Industriegelände an der Fischzuchtstrasse in Freiburg leben und arbeiten 16 Personen. Viele Leute wüssten nicht, dass Emmaus Personen in Schwierigkeiten ein Obdach biete, sagte Jean-Marc Sigrist, Verantwortlicher der Freiburger Emmaus-Gemeinschaft, gestern vor den Medien. «Dabei würde es das Brockenhaus ohne den Einsatz dieser Compagnons gar nicht geben.»

Acht Stunden Arbeit

Die Emmaus-Bewegung wurde 1949 von Abbé Pierre in Frankreich ins Leben gerufen, mittlerweile gibt es Emmaus-Gemeinschaften auf mehreren Kontinenten. Das Prinzip in Freiburg ist einfach: Ist ein erwachsener Mann in Schwierigkeiten, braucht ein Dach über dem Kopf oder eine neue Umgebung, kann er bei Emmaus anklopfen. «Hat es Platz, sind wir für alle offen–unabhängig von Alter, Religion und Herkunft», sagt Sigrist. Für die Compagnons gelten aber auch bestimmte Regeln. So müssen alle unter der Woche acht Stunden pro Tag arbeiten, um sich Kost und Logis zu verdienen–«natürlich je nach ihren Möglichkeiten».

Zurzeit wohnen 16 Männer in der Emmaus-Gemeinschaft, einer seit acht Tagen, ein anderer seit 27 Jahren. «Manche brauchen beispielsweise nach einer Scheidung oder einem beruflichen Misserfolg nur einige Monate Auszeit, um wieder ins Leben zu finden. Andere benötigen etwas mehr Zeit. Und einige finden hier ihr neues Zuhause», sagt Sigrist.

 Neben den 16 Bewohnern beschäftigt Emmaus fünf Angestellte sowie sechs Freiwillige. Diese führen–neben einigen zusätzlichen Aufgaben–dieselben Arbeiten aus wie die Compagnons, also das Sammeln, Sortieren und Verkaufen von Objekten. Sie haben auch dieselben Arbeitszeiten. «Am Abend und am Wochenende ist niemand von uns da. Wir vertrauen den Compagnons und übertragen ihnen Verantwortung», so Sigrist.

Kundschaft steigt an

Im Gegensatz zu den meisten sozialen Institutionen ist Emmaus nicht subventioniert, sondern finanziert sich durch den Betrieb der Brockenstube selbst. «Unser jährlicher Umsatz beträgt rund eine Million Franken», sagt Madeleine Duc, Präsidentin von Emmaus Freiburg. In den letzten Jahren habe Emmaus zwar weniger wertvolle Ware sammeln und verkaufen können, erklärt Jean-Marc Sigrist. «Aber die Kundschaft steigt eher an. Gerade bei Semesterbeginn gibt es immer viele Studenten, die ihre Wohnungen mit günstigen Möbeln ausstatten.»

Verzeichnet Emmaus Freiburg–wie vor einigen Jahren–doch einmal ein Defizit, deckt die Vereinigung der Emmaus-Gemeinschaften der Romandie den Fehlbetrag. In besseren Jahren werde diese Summe aber wieder zurückbezahlt, sagt Sigrist. «Dieses Jahr sollten wir einen Teil unserer Schuld abbezahlen können.»

Emmaus. Fischzuchtstrasse 6E, Freiburg. Sa., 19. September. 10.30: Offizieller Teil. 11 bis 15 Uhr: Festlichkeiten mit musikalischer Unterhaltung, Darbietungen der Zirkusschule Toamême und Essen.

Renovation: Bessere Beleuchtung und weniger Wände

I m Jahr 1985 kaufte die Vereinigung der Emmaus-Gemeinschaften der Romandie das Gebäude des Unternehmens Sateg an der Fischzuchtstrasse in Freiburg, um dort eine Emmaus-Gemeinschaft einzurichten. Das Gebäude sei nicht für den heutigen Zweck gebaut worden, sagte Marc Joye, Architekt und Vorstandsmitglied, gestern vor den Medien. Deshalb seien seit 1985 immer wieder verschiedene Arbeiten durchgeführt worden, so auch in den letzten drei Jahren.

So hat der 1200 Quadratmeter grosse Verkaufsraum einen neuen Boden und eine neue Beleuchtung erhalten, und die Wände wurden frisch gestrichen. Ebenfalls wurden einige Durchgänge vergrössert und Wände herausgebrochen, um den Raum zu öffnen. Die Halle, wo die Gegenstände sortiert werden, benötigte eine bessere Isolation des Dachs. Dank lichtdurchlässigen Streifen ist es nun in der Halle auch möglich, ohne künstliches Licht zu arbeiten. Ebenfalls neu gestaltet wurden drei Zimmer. Eines davon bleibt leer für den Fall, dass die Notschlafstelle La Tuile nicht genügend Plätze hat.

Die Kosten für die gesamten Arbeiten belaufen sich auf 450 000 Franken. 150 000 Franken hat die Loterie Romande beigesteuert, für den Rest kommt die Vereinigung der Emmaus-Gemeinschaften der Romandie auf. rb

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