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Viel Verantwortung, aber auch viel Freiheit

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Autor: Imelda Ruffieux

Wenn Nadine Julmy Ferien hat oder krank ist, dann ist die Gemeindeverwaltung Zumholz geschlossen. Die 28-Jährige ist nämlich die einzige Person, die im Gemeindebüro arbeitet. «Ich habe vorher in einem Team gearbeitet. Es war deshalb am Anfang schon eine Umstellung, plötzlich allein zu sein», erklärt sie. «Wenn ich ein Problem habe, kann ich nicht einfach eine Kollegin um Hilfe bitten.» Sie arbeite mittlerweile jedoch gerne auf diese Weise, und wenn sie mal wirklich nicht weiter wisse, könne sie ihre Kollegen auf anderen Verwaltungen um Rat fragen oder bei den zuständigen Behörden vorstellig werden.

Auf der einen Seite trägt sie eine grosse Verantwortung. Auf der anderen verfügt sie aber auch über eine gewisse Freiheit: Sie kann die Arbeit selbst einteilen, die Kaffeepause selbst bestimmen, und sie kann während der Arbeit das Radio so laut aufdrehen, wie es ihr passt.

Bescheidene Infrastruktur

Die Gemeindeverwaltung von Zumholz ist einfach, aber gemütlich eingerichtet. Sie besteht aus einem Büro im Chaletstil mit viel Holz und einer hohen Decke, einem kleinen Vorraum sowie einem Sitzungszimmer für den Gemeinderat, der auch gleich als Archiv dient. Im Anbau befinden sich das Feuerwehrlokal und der Zivilschutzraum. Gleich daneben ist ein kleiner Schopf, in dem der kleine Maschinenpark für den Strassenunterhalt untergebracht ist.

Gute Zusammenarbeit

Trotz bescheidenem Erscheinungsbild braucht die Verwaltung den Vergleich mit grösseren Gemeinden nicht zu scheuen. Zumholz zählt rund 430 Einwohner und arbeitet eng mit den Nachbargemeinden Plaffeien und Oberschrot zusammen. Diese drei Gemeinden bilden die sogenannten POZ-Gemeinden. Durch diese Konstellation fallen in Zumholz einige Aufgaben nicht an, zum Beispiel die Verwaltung der OS, deren Sitzgemeinde die POZ-Gemeinden bilden.

Dafür ist der Entscheidungsweg in vielen Dingen länger und beschwerlicher, da ein Konsens vorliegen muss, bevor ein Projekt verwirklicht werden kann. Zumholz bezieht etliche Leistungen von Nachbargemeinden, doch werden diese auch bezahlt. «Die Zusammenarbeit funktioniert seit Jahren sehr gut», sagt Nadine Julmy. Auch was die Kultur- und Sportvereine betrifft, orientieren sich die Zumhölzler in Richtung Brünisried oder Plaffeien.

Die kleine Struktur hat ihre Vorteile. «Man kennt sich in Zumholz. Es ist ein guter Arbeitsort», sagt Nadine Julmy. «Die Zumhölzler sind friedliche Leute, unkompliziert und bodenständig.» Der Umgang mit ihnen gestalte sich in der Regel sehr angenehm und offen, und an den Gemeindeversammlungen gehe es familiär zu und her. Die Gemeindeverwaltung ist offiziell anderthalb Tage pro Woche für die Bevölkerung offen. «Es gibt Wochen, da kommt niemand vorbei. Manchmal ist aber auch jede halbe Stunde jemand da.» Und manchmal kommen Leute auch ausserhalb dieser Zeiten vorbei, was Nadine Julmy nicht stört.

In der Gemeindeverwaltung von Zumholz befindet sich auch das Büro der IBS (Integrale Berglandsanierung). Nebst dem 50-Prozent-Pensum für die Gemeinde ist Nadine Julmy auch zu 45 Prozent für die IBS tätig. In dieser Funktion führt sie das Sekretariat und die Buchhaltung für die Mehrzweckgenossenschaften Ärgera-Höllbach, Muscherental, Schwarzsee und Schwyberg-Ättenberg. Diese haben in den letzten Jahren viele Projekte im Bereich Stabilisierung von Hängen, Gewässerverbauungen und Unterhalt von Alp- und Waldstrassen realisiert. An den Sitzungen, die häufig abends stattfinden, ist sie für die Protokollführung verantwortlich. «Das ist einer der wenigen Nachteile meiner Tätigkeit: Es gibt Wochen, in denen ich praktisch jeden Abend im Einsatz bin», führt sie aus. «Aber ich schreibe sehr gerne Protokolle.»

Gutes Einvernehmen

Nadine Julmy schätzt an ihrer Arbeit auch den Kontakt zu den Gemeinderäten. «Die Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinderat und der Verwaltung funktioniert sehr gut. Ich bewundere den Gemeinderat für sein gutes Einvernehmen.» Jedes Mitglied könne seine Meinung frei äussern, und wenn auch nicht immer ein einstimmiger Beschluss gefällt werden könne und ab und zu rege diskutiert werde, würden sich nach jeder Sitzung alle Ratsmitglieder die Hand geben. «Auch ist jeder bereit, seine Hilfe in fremden Ressorts anzubieten, wo dies nötig und erwünscht ist», führt sie aus.

Neue Einsichten

Dass in anderen Verwaltungen andere Arbeitsweisen vorherrschen, bekommt Nadine Julmy jeweils am Freitag mit. Dann besucht sie den Diplomkurs zur Finanzverwalterin an der HSW Freiburg, als Fortsetzung zum Fachkurs für Gemeindeschreiber und -kassiere. Sie schätzt den Austausch mit Berufskollegen. «Es ist spannend und lehrreich zu erfahren, wie andere Verwaltungen die Arbeiten erledigen, und ich kann durch diesen Austausch auch immer wieder etwas dazulernen.»

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