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Viele Kandidaten, keine Debatte

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Noch selten gab es so viele Kandidatinnen und Kandidaten, die Freiburg im Nationalrat vertreten wollten, wie dieses Jahr. Und auch um die zwei Ständeratssitze buhlen sechs Männer. Zudem will die SVP, welche bei den letzten eidgenössischen Wahlen als zweitstärkste Kraft im Kanton abschnitt, endlich einen zweiten Sitz im Nationalrat holen–ob auf Kosten der Linken oder der CVP, ist ihr egal.

Trotz dieser spannenden Ausgangslage war der Wahlkampf sehr ruhig–fast schon langweilig. Oder liegt dies eben gerade daran, dass so viel auf dem Spiel steht? Wer sich nicht zu fest auf die Äste hinauswagt, riskiert auch keinen Absturz.

Nein, das sei kein Grund für den ruhigen Wahlkampf, sagt Benoît Piller. Der Präsident der Freiburger SP bedauert aber, dass das französischsprachige Radio und Fernsehen RTS «wenig zu den Wahlen gemacht hat». Die Parteien seien auf die Medien angewiesen, um Debatten führen zu können. Aber genau darauf habe RTS dieses Mal verzichtet. Noch einen anderen Grund sieht Piller für die fehlende Debatte: «Die Anzahl der Kandidatinnen und Kandidaten ist sehr gross; es ist möglich, dass das alles verwässert.»

Auch FDP-Präsident Didier Castella bedauert den Entscheid von RTS, auf Debatten in den Kantonen zu verzichten. Und auch er findet: «Eine zu grosse Anzahl an Kandidaten verhindert die Debatte.»

Philippe Wandeler von der CSP geht davon aus, dass viele aktuelle Themen–wie die Altersvorsorge–zu komplex für den Wahlkampf sind und darum keine Debatte stattgefunden hat. «Wer sich aber informiert, sieht, dass die Meinungen der Parteien sehr unterschiedlich sind.» Er bedauert, dass es für die kleinen Parteien schwierig ist, von den Medien wahrgenommen zu werden, und empfiehlt den Wählerinnen und Wählern, sich über Smartvote zu informieren: «Mit diesem System sieht man, welche Kandidaten einem entsprechen.»

«Angeregt», «dynamisch»

André Schoenenweid findet, der Wahlkampf sei alles andere als lau verlaufen. Der Kantonalpräsident der CVP sagt: «Unsere Kandidaten führen einen sehr angeregten Wahlkampf.» Eigentlich sei er froh, dass grössere Attacken auf die politischen Gegner ausblieben: «Nach den Wahlen müssen wir wieder zusammen arbeiten.» Er sei auch überzeugt, dass die Freibur- ger Bevölkerung dies so sehe und sich keine «Amerikanisierung» des Wahlkampfs wünsche, bei dem in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche gewaschen werde.

SVP-Präsident Roland Mesot findet zwar auch, der Wahlkampf sei nicht besonders aufgeregt gewesen. «Aber wir waren sehr dynamisch.» Auch bereite die SVP die Wahlen seit Jahren vor–beispielsweise mit Motionen auf kantonaler Ebene. «Zugleich ist unsere Kantonalsektion wohl auch moderater als andere SVP-Sektionen und greift weniger an», sagt Mesot. «Aber rassistische Sprüche sind nun einmal nicht unser Stil.»

Luc Bardet, Präsident der Grünen, findet nicht, dass der Wahlkampf ruhig verlaufen ist. Die Kandidaten und Mitglieder der Grünen seien überall unterwegs gewesen. «Noch nie haben wir so viele Plakate aufgehängt und Schilder aufgestellt.»

Die Erwartungen

Und was erwarten die Präsidenten vom morgigen Wahltag? Sind sie nervös? «Ich bin nicht nervös, ich wüsste nicht, warum», sagt Schoenenweid. Er sei sich so gut wie sicher, dass die CVP beide Nationalratssitze halten könne. Auch Mesot sagt, er sei nicht nervös: «Wir haben eine Chance auf den zweiten Sitz, nun warten wir ab.» Luc Bardet von den Grünen ist ungeduldig: Er möchte endlich das Resultat kennen. Wandeler weiss, dass die CSP kaum Chancen auf einen Sitz hat, spürt aber «eine globale Anspannung» und hofft, dass die Linke ihre drei Sitze halten kann.

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