Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Viele kleine, unspektakuläre Schritte»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Viele kleine, unspektakuläre Schritte»

Autor: Nicole Jegerlehner

Einen Titel zu haben ist nicht alles. Wir müssen ihn auch verdienen», sagt der Freiburger Stadtpräsident Pierre-Alain Clément (SP). Er nennt deshalb das Bemühen um den Titel Energiestadt «eine permanente Herausforderung». Die Frage des Energieverbrauchs sei mit den steigenden Energiepreisen noch wichtiger geworden. Freiburg könne zur Zeit aber keine grossen Summen in die Verbesserung der Energieeffizienz investieren. «Wir machen viele kleine, jedoch unspektakuläre Schritte», sagt der Syndic.

Energie und Geld sparen

Diese Schritte sind einigen Politikerinnen und Politikern zu klein. Zumindest denen, die überhaupt wissen, dass Freiburg das Label Energiestadt trägt: Viele angefragte Politiker wussten gar nicht, dass es das Label gibt. Der Grüne Rainer Weibel sagt: «In Freiburg fehlt der politische Wille, wirklich etwas zu verändern.» Er sei enttäuscht von der neuen Regierung: «Ich hatte mir erhofft, dass die linke Mehrheit vorwärtsmacht.» Weibel weist darauf hin, dass sich viele Massnahmen für Energieeffizienz auszahlten: «Es braucht am Anfang eine Kapitalinvestition, doch spart die Stadt damit später Geld, weil sie weniger Energie verbraucht.»

Auch die CVP fordert vom Gemeinderat Massnahmen: «Wir müssen viel mehr machen als bisher, wollen wir das Label behalten», sagt Fraktionspräsident Thierry Gachet. Pierre Marchioni, Fraktionschef der SVP, nahm am gestrigen Energietag teil (siehe Text unten). Seine Partei sei zwar nicht bekannt dafür, grüne Anliegen zu vertreten. Doch «wenn es ums Konkrete geht, interessiert mich das – und auch meine Parteikollegen, denn uns liegt die Natur am Herzen». Er propagiert pragmatische Lösungen.

Für bessere Verwaltung der Stadtgebäude

Ein grosser Kritiker der Stadt Freiburg in Sachen Energie ist der SP-Generalrat Christoph Allenspach. «Was in Freiburg gemacht wird, genügt einfach nicht.» Die Stadt ruhe sich auf ihren Lorbeeren aus. So sei die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in den Neiglen ein hervorragendes Beispiel für Energiegewinnung: Die ARA gewinnt so viel Energie aus ihrem Betrieb zurück, dass sie damit 90 Prozent ihres Strombedarfs decken kann. «Aber sonst läuft in Freiburg gar nichts», sagt Allenspach. Er schlägt vor, die stadteigenen Gebäude besser zu verwalten. Und er spricht von einer Anlage, die aus Kompostabfällen Biogas produziert; von Kleinturbinen in Wasserleitungen; von Photovoltaik auf den Dächern. «Wir könnten sehr viel Energie gewinnen, wenn wir nur wollten.»

Kurt Egger, Programmleiter der Energiestädte, sagt diplomatisch: «In Freiburg wird tendenziell wenig umgesetzt.» Eine Stadt von der Grösse Freiburgs, die erst noch Kantonshauptort sei, «solle eigentlich das Goldlabel anstreben.». An der gestrigen Feier hat Delsberg das Label «European Energy Award Gold» erhalten, das strengere Kriterien anwendet als die Energiestadt.

Alle vier Jahre auf Prüfstand

Den Titel Energiestadt erhalten Gemeinden, die in Energiefragen überdurchschnittlich sind. Und weil heute als Norm gilt, was gestern noch überdurchschnittlich war – beispielsweise die Weiterbildung der Hauswarte in Energiefragen – werden die Kriterien schleichend verschärft, wie Egger sagt. 87 Massnahmen führt das Programm Energiestadt in einem Katalog auf: von Informationsabenden für die Bevölkerung über energiesparende Beleuchtung im öffentlichen Raum bis hin zu Holzpelletsheizungen. Je nach erfüllter Massnahme erhält die Stadt mehr oder weniger Punkte. Alle vier Jahre wird die Stadt überprüft.

Freiburg hat das Label erstmals 2000 erhalten; 2007 wurde es zum dritten Mal bestätigt. Das Goldlabel strebt der Syndic nicht an: «Es ist bereits eine Herausforderung, Energiestadt zu sein – diesen Titel müssen wir alle vier Jahren wieder gewinnen.»

Mehr zum Thema