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«Viele Unternehmen schwören darauf»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer war nicht auch schon einmal als Kind an einer Gewerbeausstellung und hat sich dabei über die vielen Wettbewerbe und jedes noch so kleine Werbegeschenk gefreut? Doch eine Gewerbeausstellung ist weit mehr als nur Wettbewerbe und Gratis-Kugelschreiber: Die Ausstellungen sind ein wichtiger Faktor für die Schweizer Wirtschaft. Vor allem für jene Unternehmen, die von einem regen Kundenkontakt profitieren, können die Messen ein wichtiger Bestandteil der Vermarktungsstrategie sein. Sind Radio, Fernsehen und Internet aber nicht die besseren Werbeträger? Über sie lassen sich viel mehr Leute erreichen – und das rund um die Uhr. Zumindest in diesem Punkt ist die Elektronik einer Ausstellung also überlegen.

Lohnt sich eine Gewerbeausstellung im Zeitalter moderner Medien überhaupt noch?

Neue Kontakte knüpfen

Die Malerei Schaller AG aus Schmitten/Überstorf, die 1996 durch Geschäftsführer Matthias Schaller gegründet worden ist, zählt heute fünf Mitarbeiter. «Viele Unternehmen schwören weiter auf Gewerbeausstellungen», sagt Matthias Schaller. Auch er selber ist der Meinung, dass sich die Teilnahme an einer Messe nach wie vor lohnt. So könne man etwa den Kontakt zu den bestehenden Kunden in einem lockeren Rahmen festigen, erklärt er. Dazu komme der Kontakt zu neuen potenziellen Kunden. Die Präsenz sei bei einer Ausstellung denn auch das eigentliche Ziel, da man hier die Möglichkeit habe, die Firma und deren Namen den Menschen aus der Region näherzubringen.

Rein finanziell gesehen sei ein Auftritt an einer Ausstellung für ein Unternehmen eine eher kostspielige Angelegenheit. Für die Teilnahme an der Übex – die Überstorfer Gewerbeausstellung fand im vergangenen Oktober statt – investierte die Malerei Schaller in etwa 25 000 Franken. Für ein Kleinunternehmen ist das eine beträchtliche Summe. «Man kann den eigentlichen Ertrag erst in späteren Jahren messen», sagt Schaller.

Ein wichtiger Teil der Besucher von Gewerbeausstellungen sucht nach etwas Konkretem; zum Beispiel nach Handwerkern für den Umbau eines Hauses. Wenn also jemand an der Ausstellung nach einer Malerei Ausschau hält, könnte die Malerei Schaller von ihrer Anwesenheit profitieren. Wird sie vom Kunden berücksichtigt und macht ihre Arbeit gut, wird sie mit grosser Wahrscheinlichkeit weiterempfohlen oder erneut berücksichtigt. Während der Ausstellung selber generiere man praktisch keine Einnahmen. Es gehe in dieser Zeit nur um die Vermarktung des Unternehmens. Erst nach der Ausstellung kämen Einnahmen von neuen Kunden hinzu, welche sich an der Ausstellung ein Bild vom Unternehmen gemacht hätten. Die Einnahmen seien dadurch sehr variabel und man könne diese auch nicht genau beziffern, da nicht immer nachvollziehbar sei, ob der Auftrag tatsächlich aufgrund der Ausstellung zustande kam.

Grosser Zeitaufwand

Der Auftritt an einer Ausstellung ist zudem mit einem grossen zeitlichen Aufwand verbunden: Wer am Stand präsent ist, kann nicht aktiv seinem Gewerbe nachgehen. Ebenfalls muss berücksichtigt werden, dass ein Stand, bevor er aufgebaut werden kann, zuerst einmal geplant werden muss. Auch der Transport des Standes, der Auf- und Abbau sowie die fachmännische Betreuung der Kunden am Stand müssen organisiert sein. Für die Übex begann die Malerei Schaller bereits ein Jahr vor der Ausstellung mit den Vorbereitungen. Alleine für den Stand hätten sie rund 80 Stunden investiert, sagt Matthias Schaller. Wäre es da nicht einfacher, sich über das Internet zu vermarkten? Man würde auf jeden Fall eine Menge Geld und Zeit sparen, meint Matthias Schaller.

Er sagt aber auch: «Eine solche Ausstellung hat sehr viel Gutes.» Einerseits könne der Zusammenhalt in der Gemeinde oder der Region davon profitieren. Und andererseits sei auch der enge Kontakt mit anderen Unternehmern ein grosser Vorteil. Dies seien zwei wichtige Punkte, die durch moderne Medien nicht ersetzt werden könnten. Laut Matthias Schaller lohnt es sich für die Unternehmen deshalb noch immer, an Gewerbeausstellungen teilzunehmen – wenn auch nicht in erster Linie aus rein finanziellen Gründen.

An Bedeutung gewonnen

Offizielle Zahlen zeigen, dass 2014 rund 4500 Personen die Übex in Überstorf besucht haben. Dies ist eine beträchtliche Menge für ein nicht allzu grosses Dorf wie Überstorf. Damit hat die Ausgabe 2014 nicht mehr, aber auch nicht weniger Besucher als die Ausstellung von 2004 angelockt. In den letzten zehn Jahren hat die Übex hinsichtlich der Besucherzahlen also nicht an Bedeutung eingebüsst. Und auch die Anzahl Aussteller spricht eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr bauten ganze elf Betriebe mehr als 2004 ihren Stand an der Übex auf. Das zeigt, dass die Gewerbeausstellung – trotz moderner Medien – für die Unternehmen sogar noch an Bedeutung gewonnen zu haben scheint. Wieso sollten die Gewerbeausstellungen den modernen Medien auch Platz machen, wenn beides doch kombiniert werden kann? Hatten die Aussteller früher noch Prospekte, mit welchen sie Kunden berieten, greifen heute viele zum iPad. Und anstatt den Messestand mit Werbeplakaten zu versehen, lassen viele Ausstellungsteilnehmer ihre Angebote über einen Flatscreen-Fernseher flimmern. Sicher ist, eine Gewerbeausstellung bringt die Leute zusammen. Und das ist der springende Punkt, dem die modernen Medien – zumindest heute – noch nicht gerecht werden können.

auf Gewerbeausstellungen. Bild Corinne Aeberhard/a

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