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Vielleicht ist der «Solball» der Matchball zum Freiburger Finalsieg

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Fahrettin Calislar

Ihre Kollegen beissen sich am Computer Zeile um Zeile durch ihrer Maturarbeit. Fünf Schüler des Kollegiums Gambach schlagen sich währenddessen angeregt diskutierend Begriffe wie Liquidation, Partizipationsschein und Betriebsgewinn um die Ohren. Sie wollen bereit sein, wenn sie anlässlich der Wahl des besten Miniunternehmens in Interlaken im Juni ihr Produkt «Solball» vorstellen. Die Vorausscheidung haben sie als Einzige aus dem Kanton geschafft.

Letzten Oktober hatten sie zusammen mit zwei weiteren Gruppen aus Freiburg eine Scheinfirma gegründet. Wie es die Wettbewerbsbedingungen vorschreiben, verkauften sie Partizipationsscheine im Wert von rund 2000 Franken unter Freunden und Bekannten, wurden selbst zu den Eigentümern und zugleich zu Mitarbeitern. Nun brauchten sie ein Produkt.

Suche nach einem Produkt

Die zündende Idee hatte Matthias Spring (Jeuss), Leiter Produktion. Während eines Fussballspiels platzte ein Ball. Was tun damit? Da fiel ihm der Wettbewerb ein: «Das ist es doch!» Seine Kollegen waren begeistert vom Vorschlag, aus der wiederverwendeten Ballhaut ein Etui für Mobiltelefone zu machen.

Verkaufschef Ruben Lenherr (Düdingen) erinnerte sich an die erfolgreichen Taschen aus Lastwagenplanen: «Wir wollten aber etwas anderes tun, etwas Neues machen.» Schulen und Vereine halfen mit alten Bällen aus, doch auch zu Hause lag genug Rohstoff herum, sagt Spring: «Einige alte Werbebälle waren seit der WM 2004 in einem Keller herumgelegen.» Ein Sattler aus der Verwandtschaft half ihnen beim Nähen, ein Bekannter bei der Feinarbeit. Er baute das Innenfutter aus der Bespannung eines Autosonnenverdecks ins Etui ein und nähte einen Druckknopf an.

Solarpanel wurde gestrichen

Später kam die Idee hinzu, das Etui mit einem Solarpanel auszurüsten. Daran scheiterten die fünf Freunde aber. «Es war extrem schwierig, ein Produkt zu finden, das unseren Ansprüchen genügte», sagt Spring heute. Sie hätten viel herumgetüftelt, bestätigt «CEO» Simon Lehmann (Düdingen), «es hat nicht geklappt.» Sie liefern nun ein separates Solarpanel, wenn der Kunde das will.

130 Etuis stellten sie her. «Einige mussten wir entsorgen, weil sie nicht gefielen», so Spring. Als beliebt erwiesen sich Etuis aus blaugelben Volleybällen oder klassischen Basketbällen, sagt Spring: «Jedes Etui sieht anders aus. Die einen mögens farbig, die anderen schlicht.»

Das viel gepriesene Internet erwies sich aber als schlechter Absatzkanal. «Im Onlineshop konnten wir bisher noch kein einziges Etui verkaufen», bedauert Finanzchefin Jeanette Wyder (Cordast). Die Technik machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Besser lief der Verkauf unter Freunden, Lehrern und Familien. Sie stellten fest, dass sich die Tasche auch für Digitalkameras, Schlüssel und MP3-Player eignet.

Posten Unvorhergesehenes

Die Ausbeute ist bisher nicht schlecht. «Das Ziel ist, dass wir mindestens das eingelegte Kapital zurückzahlen können», sagt Zora Wilkinson (Cordast), die über das Büro wacht. Über die Hälfte der Etuis konnten sie verkaufen, Finanzchefin Wyder rechnet mit der «schwarzen Null». Dafür seien unerwartete Kosten hinzugekommen: 50 Franken für das Parkieren in Zürich während einer Messe, Zugbillette und ein Lohn für die Mitarbeiter. Den vorgegebenen Franken pro Stunde können sie nicht einhalten, räumt Wyder ein. «Wir werden uns dafür eine Pauschale von 50 Franken auszahlen, weil es sonst zu teuer käme.»

Selbständigkeit fordert

Ihre Betreuer sind gespannt, wie die fünf abschneiden. «Wir glauben an das Team», sagt Lehrer Daniel Jossen. Das Team werde herausgefordert: «Der Grad an selbständiger Arbeit ist hoch. Sie müssen sich selbst organisieren, planen, nachfragen und Kontakte knüpfen.»

Jetzt, da es gegen das Ende des Projekts geht, ziehen die Jungmanager Bilanz. Sie sehen die gemachte Erfahrung als Bereicherung, hält Lehmann fest. «Es macht unheimlich Spass und wir lernen auch etwas dabei.» Wichtig ist den fünf auch ihre Freundschaft, denn vor der Gründung ihrer Firma hatten sie sich nicht gekannt. «Das Projekt hat uns richtig zusammengeschweisst und unsere Familien sind mächtig stolz auf das, was wir machen», fasst Lenherr zusammen. Sie könnten sich eine Zukunft als Unternehmer vorstellen, sie hätten Erfahrungen gesammelt. «Wir haben Einblicke in dieses Metier erhalten. Wir wissen nun besser, was auf uns zukommt und ob uns das ansprechen würde», so Lehmann.

Ihr Produkt «Solball», ein Handyetui aus den Hüllen von alten Bällen, verbindet Recycling und Technik (v.l.): Matthias Spring, Zora Wilkinson, Simon Lehmann, Ruben Lenherr und Jeanette Wyder.Bild Aldo Ellena

Wettbewerb:

Platz unter Top Ten wäre schön

Am 11. Juni zeigt das Team Solball sein Produkt im Rahmen des nationalen Wettbewerbs der Jungunternehmen. Das Team um Simon Lehmann ist sich bewusst, dass die Konkurrenz wie im Geschäftsleben gross ist, vor allem im hart umkämpften Bereich des Handyzubehörs. Dies im Gegensatz zu einer Gruppe, die einen Brotaufstrich aus Caramel vorstellt. Deshalb rechnet Lehmann bescheiden mit Platz 15 und träumt von einem Rang unter den besten 10. «Und wir vertreten unseren Kanton in diesem Wettbewerb», freut er sich. Wer den nationalen Wettbewerb gewinnt, kann an die weltweite Ausmarchung nach Oslo. Der Anlass wird von der Vereinigung Young Enterprise Switzerland (YES) organisiert.

Die teilnehmenden Freiburger Teams hatten die Unterstützung des Kantons, welcher die Aktivitäten als Maturaarbeit anerkennt.fca

www.solball.ch

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