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Vielredner von Amtes wegen

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Das «Amtliche Tagblatt der Sitzungen des Grossen Rates» bringt es an den Tag: Jede einzelne Intervention eines Grossrates über die acht Sessionen des Jahres 2013 ist festgehalten. Es ist eine Liste, die offenlegt, wer im Freiburger Parlament am meisten das Wort ergriffen hat und wer das Reden lieber seinen Ratskolleginnen und -kollegen überliess.

Diese Erfassung bringt auf den ersten Blick keine grossen Überraschungen. Am meisten Interventionen kamen von Pascal Kuenlin (FDP, Marly) als Ratspräsident 2013 und von Michel Losey (SVP, Sévaz) als Präsident der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission. Beide mussten oft von Amtes wegen das Wort ergreifen. Bei Kuenlin gehörten eine ganze Reihe Mitteilungen des Präsidiums, Wahlen und Vereidigungen und eine Totenehrung dazu. Michel Losey hingegen ergriff naturgemäss das Wort, wenn es um Geld ging. Und das war im Jahr des Struktur- und Sparmassnahmenprogramms oft der Fall. Losey hatte daneben immerhin noch Zeit, sich für die Kontrolle des Wildschweinbestandes starkzumachen.

Nebst den beiden Amtsträgern fiel unter den 110 Abgeordneten Benoît Rey (CSP, Freiburg) als Vielredner auf. Der Sprecher des Mitte-links-Bündnisses meldete sich 27 Mal zu Wort und gab dabei seine Meinung über Krankenkassen, die Gefängnispopulation, Fachhochschulen, die Paulus-Druckerei, Wildschweine und das Sponsoring der staatsnahen Betriebe kund. Auch in Zukunft dürfte er viele Auftritte haben: Als zweiter Vizepräsident ist Rey für 2016 als Grossratspräsident designiert.

Noch vor allen Fraktionschefs folgt Louis Duc (unabhängig, Forel) in der Rangliste der Vielredner. Der Ratsälteste stützt sich bei seinen Interventionen auf kein besonderes Mandat. Ob über die Bodenpolitik, die Polizei, den Abfall, Spitäler, Bergstrassen oder die Ortsdurchfahrt Jaun, immer und oft unter Ausnützung der maximalen Redezeit brachte er den Gesichtspunkt der Broye in die Geschäfte ein. Nach Fraktionen aufgeteilt fällt auf, dass die Mitglieder des Mitte-links-Bündnisses das Rednermikrofon gerne nutzten: Auch Bruno Fasel (CSP, Schmitten) und Christa Mutter (Grüne, Freiburg) mischten bei den Debatten munter mit. Bei der SP ergriff Fraktionschef Pierre Mauron (Bulle) am häufigsten das Wort, bei der FDP teilten sich Yvan Hunziker (Semsales), Jean-Daniel Wicht (Givisiez) und Markus Ith (Murten) die Interventionen auf. Aus den Reihen der SVP ergriff der junge Nicolas Kolly (Essert) genauso oft das Wort wie Fraktionschef Emanuel Waeber (St. Antoni).

Daneben gibt es auch eine Reihe an Grossräten, die sich im Plenum eher zurückhielten. So listet das Tagblatt des Grossen Rates für 2013 genau je eine Intervention von Bruno Jendly (CVP, Düdingen), Yvonne Stempfel (CVP, Guschelmuth), Charles Brönnimann (SVP, Onnens) oder Patrice Jordan (CVP, Vaulruz) auf. Zwei Grossräte ergriffen 2013 gar nie das Wort: Daniel Riedo (CVP, Gurmels) und Werner Zürcher (SVP, Merlach). Riedo trat 2014 zurück, weil er den zeitlichen Aufwand und die Zusatzbelastung durch die französische Sprache unterschätzt hatte. Zürcher trat nach zwölf Jahren ebenfalls zurück. Er hatte sich auf die Interessen seines Bezirks und insbesondere des Spitals Merlach konzentriert und meldete sich sonst aus dem Ratsbüro kaum zu Wort.

Ein stilles letztes Amtsjahr: Werner Zürcher. Bild ca/a

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