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Vier Gemeinden auf Überzeugungstour

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Autor: Carolin Foehr

Am 1. Januar 2014 soll nördlich der Hauptstadt die fünftgrösste Gemeinde des Kantons entstehen: Seit Dezember 2010 planen Givisiez, Granges-Paccot, Corminboeuf und das kleine Chésopelloz eine gemeinsame Zukunft (siehe FN vom Dienstag). Der damals gewählte Projektname «2c2g» galt auch am Mittwochabend im Forum Freiburg weiter als Leitmotiv. Auf die heikle Frage, wie die neue Gemeinde denn heissen solle, wollte man am Infoabend für die Gemeindebewohner noch nicht antworten.

Stattdessen verlegten sich die vier Syndics darauf, kräftig die Werbetrommel für ihr Projekt zu rühren. Bestehende und künftige Synergien, verbesserte Dienstleistungen, Professionalisierung der technischen Einheiten – die Liste der Pluspunkte war lang und entsprach dem, was die Gemeinden bereits vor zwei Jahren den Medien präsentiert hatten. Zu den Auswirkungen einer Fusion (siehe Katen) äusserten sich die Gemeinderäte zurückhaltend. «Wir wollen in erster Linie informieren, und auch hören, was die Erwartungen der Bevölkerung sind», erklärte René Schneuwly, Syndic von Granges-Paccot, zu Beginn des Abends.

Wettbewerb geplant

Die rund 300 Anwesenden hörten den Ausführungen höflich interessiert zu. Auf grundsätzliche Ablehnung stiess das Projekt zumindest an diesem Abend nicht. Einzig der ehrgeizige Zeitplan sorgte für Erstaunen – «wie soll das alles bis 2013 Hand und Fuss haben?», fragte ein Zuhörer. Am 17. November 2013 soll bereits die Volksabstimmung stattfinden, anderthalb Monate später die Fusion in Kraft treten. «Der Fahrplan ist knapp bemessen, das stimmt», erwiderte Christian Vorlet, Syndic von Chésopelloz. Darum werden die Gemeinden ab sofort auch einen «Fusionscoach» engagieren. Dabei handelt es sich um eine auf Gemeindefusionen spezialisierte Beratungsfirma. «Sowohl bei der Planung als auch bei der Umsetzung der Fusion werden uns externe Berater zur Seite stehen», fügte der Syndic von Corminboeuf, Albert Lambelet, hinzu.

Für den noch unbekannten Gemeindenamen werde man vielleicht einen Wettbewerb veranstalten, so Lambelet weiter. Das habe beim Equilibre gut funktioniert. Er meinte aber: «Ich wage kaum zu sagen, dass es für uns wichtigere Entscheide gibt.» Er könne zwar die Bedenken und Verlustängste verstehen, die mit dem Namen verbunden seien. Aber: «Die Dörfer werden ja nicht völlig verschwinden», hob der Syndic hervor. «Es wird dann einfach heissen: Ortsteil Corminboeuf der Gemeinde soundso.»

Öffentlicher Verkehr

Sehr konkrete Vorstellungen hatten jene Zuhörer, die sich zum öffentlichen Verkehr und zur sanften Mobilität äusserten. «Wird mit der Fusion eine Buslinie von Granges-Paccot nach Chésopelloz realistischer?», wollte ein Einwohner wissen. «Warum muss man für die meisten Anschlüsse bis nach Freiburg fahren?», fragte eine andere. «Für den Ausbau der Linien sind die TPF verantwortlich, die Gemeinden beteiligen sich über die Agglo an den Gesprächen», antwortete René Schneuwly, der auch den Agglovorstand leitet. Klar sei aber, dass eine mittelgrosse Gemeinde mit 8000 Einwohnern in künftigen Verhandlungen mehr Gewicht haben würde, als vier kleine.

Auch im Bereich der Raumplanung gebe es für die Gemeinden kaum noch Freiräume. «Das neue Agglo-Programm sieht genaue Regeln vor», erklärte Jean-Daniel Wicht, Syndic von Givisiez. Deshalb seien dort nur wenige Anpassungen nötig.

Die Agglomeration durfte auch als Argument herhalten, warum die Grossfusion mit Freiburg, Villars-sur-Glâne und Marly erst einmal ad acta gelegt wurde. «Wir sehen ja, wie schwierig die Zusammenarbeit in der Agglo bislang ist», sagte Wicht. Zudem habe man seitens der Stadt nie ein echtes Interesse an einer Fusion gespürt. «Eine Grossfusion wäre womöglich gescheitert; so haben wir später noch eine Chance darauf – vielleicht in zehn oder fünfzehn Jahren.»

Die Schulen (hier in Corminboeuf), Bibliotheken und Gemeindeschalter sollen auch nach der Fusion weiterbestehen.Bild Vincent Murith/a

«Service public»: Bestehende Dienste erhalten

Die anwesenden Gemeinderäte von Givisiez, Granges-Paccot, Corminboeuf und Chésopelloz waren sich am Mittwochabend einig: Bei den Dienstleistungen soll es keine Abstriche geben. In jeder Gemeinde bleibt ein Gemeindeschalter bestehen, ebenso die Schulen, Krippen, Bibliotheken und Sportanlagen. Die ausserschulische Betreuung müsse man den Bedürfnissen der stark anwachsenden Bevölkerung anpassen: Für das Schuljahr 2014 rechnen die Gemeinden mit 783 Kindern auf der Primar- und Kindergartenstufe, was insgesamt 40 Klassen entspricht.

Politisch würde die neue Gemeinde von einem elf- oder neunköpfigen Gemeinderat regiert. Chésopelloz hätte einen Vertreter, Givisiez bei einem 11er-Gremium am meisten, nämlich vier Sitze. Auch die Sitze des neu zu wählenden Generalrates würden zu Beginn nach der Einwohnerzahl verteilt. Auch hier träfe Chésopelloz mit einem Sitz das Minderheitslos.

Rosarote Zukunft?

Über die künftigen Finanzen könne man heute nur spekulieren, so Albert Lambelet, Syndic von Corminboeuf. Legt man aber die Rechnungen aller Gemeinden von 2010 zusammen, ergibt sich daraus ein Gewinn von etwa 1,7 Millionen Franken. Auch beim Vergleich der Steuerfüsse sah Lambelet nur positive Zahlen: Sowohl mit dem höchsten als auch mit dem niedrigsten vorhandenen Fuss ergäbe sich für die Gemeinde ein Gewinn – dazwischen liegen aber immerhin zwei Millionen Franken. cf

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